Unkultur

Wuhan: Fresserei und Jagd auf Wildtiere verboten

Zusammen mit dem Konsumverbot soll die chinesische Stadt ein „Naturschutzgebiet“ werden, in dem praktisch die gesamte Jagd auf wilde Tiere verboten ist
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Die Behörden in Wuhan, dem Epizentrum der Coronavirus- Pandemie in China , haben das Essen aller Wildtiere jetzt offiziell verboten.

Die örtliche Verwaltung in der chinesischen Stadt teilte am 20.5.2020 mit, dass Wuhan zusammen mit dem Konsumverbot ein „Naturschutzgebiet“ werden würde, in dem jegliche Art der Jagd auf Wildtiere verboten sei, mit Ausnahme von Massnahmen für wissenschaftliche Forschung, Bestandsregulierung und Überwachung von Krankheiten und andere besondere Umstände.

Das neuartige Corona-Virus hatte sich Ende 2019 auf einem Markt in Wuhan ausgebreitet, auf dem Wildtiere wie Fledermäuse und Schuppentiere verkauft wurden. Von solchen Tieren könnte sich das Virus auf Menschen übertragen haben. Wuhan, Shanghai und andere Grossstädte haben den Verzehr von Wildtieren nun verboten. Mehrere Provinzen haben zudem Pläne zur Eindämmung von Jagd, Zucht und Handel mit Wildtieren verabschiedet.

Insgesamt sind sich die Forscher einig, dass die plausibelste Erklärung darin besteht, dass das Virus in einem „zoonotischen Spillover“ Ereignis den Sprung von einem Tier zum Menschen geschafft hat. China stand unter dem Druck der Weltgemeinschaft, seinen illegalen Handel mit Wildtieren zu bekämpfen, nachdem es mit dem Auftreten von Zoonosen in Verbindung gebracht worden war.

Die weltweite Zahl der Todesopfer beträgt jetzt 318.789 Menschen mit dem Coronavirus, berichtete die Weltgesundheitsorganisation heute. Weltweit sind mehr als 4,7 Millionen Menschen infiziert.

Im Februar erliess China ein beispielloses vorübergehendes landesweites Verbot des gesamten Handels und Verbrauchs von Wildtieren, einschliesslich exotischer Arten, die auf Farmen gezüchtet wurden.

Derzeit dauert das Wuhan-Verbot fünf Jahre. Ähnliche Verbote gibt es in den Städten Peking, Shenzhen und Zhuhai, aber dort wurden sie für immer gemacht.

Dr. Peter Li, Spezialist für China-Politik bei Humane Society International, sagte: „Wuhans Verbot des Konsums von Wildtieren ist äusserst zu begrüssen, da klar ist, dass das Risiko der öffentlichen Gesundheit für die Verbreitung von Zoonosekrankheiten über den Wildtierhandel sehr ernst genommen werden muss, wenn wir eine neue Pandemie vermeiden wollen. Diese Verbote gilt es nun auch in anderen Ländern zu implementieren.“

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

2 Kommentare

  1. Avatar

    Das heutige Tierwohllabel der Lebensmittelindustrie ist wohl nur ein PR-Gag meiner Meinun nach , denn

    rechtlich und gesetzlich ändert sich nichts. Tiere bleiben weiter in den riesigen mit schlechter Luft gefüllten Ställen.Das ist legalisierte Tierquälerei und Betrug am Verbraucher

  2. Avatar
    Katharina

    Finde ich sehr gut.
    Aber eine Frage: Was ist mit Hunden, Katzen und anderen Haustieren auf den Wet Markets und in Restaurants, ist das auch verboten?

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