Erschreckendes Filmmaterial hat die düstere Realität des Lebens von Nerzen auf einer Pelzfarm in Lettland enthüllt, mit Tieren, die geschlagen, zertreten und an grausamen Verletzungen sterben.

Auf der Farm in Lettland, die in der Hochsaison fast 100’000 Tiere beherbergt, sind riesige Reihen von Käfigen mit Nerzen zu sehen

Tierschützer haben das Filmmaterial Anfang 2020 während der Brutzeit auf Lettlands grösster Farm aufgenommen, als ausgewählte männliche und weibliche Nerze zusammengepfercht wurden, in der Hoffnung, dass sie Nachkommen produzieren.

Aber der Prozess endet oft damit, dass die Weibchen von ihren Partnern zu Tode geprügelt oder mit Infektionen zurückgelassen werden, die sie zu einem langsamen und schmerzhaften Ende verurteilen.

Diejenigen, die schwanger werden und gebären, werden von ihren Jungen getrennt, die nur acht Monate leben, bevor sie vergast werden. Vorausgesetzt, sie sterben in der Zwischenzeit nicht an Krankheiten oder werden von Arbeitern zu Tode geprügelt.  

Die Kadaver werden dann gehäutet und der Pelz an die Modeindustrie verkauft. Die Schweiz ist eines von mehreren Ländern, die jedes Jahr Pelze aus Lettland importieren.

Solange die Schweiz einen Markt für grausamen Pelze bietet, werden diese Tiere weiter leiden. 

Carl Sonnthal IG Wild beim Wild

Das Filmmaterial wurde von einem verdeckten Ermittler der Animal Freedom Association (Dzīvnieku brīvības) aufgenommen.

Pelze aus tierquälerischer Haltung, Jagd oder Tötung gelangen tonnenweise in die Schweiz. Trotz verschiedenster Vorstösse aus Politik und Öffentlichkeit, versteckt sich der Bundesrat hinter der Rechtfertigung, dass internationale Abkommen dies verunmöglichen. Und das trotz eines Rechtsgutachtens, welches zeigt, dass ein Verbot auch mit internationalen Verpflichtungen ohne weiteres vereinbar wäre. Gleichermassen hat er mit der Ablehnung des Einfuhrverbots für Robbenprodukte bewiesen, dass er die Furcht vor handelsrechtlichen Sanktionen höher gewichtet als den Tierschutz.

Die IG Wild beim Wild hofft, dass dieses Filmmaterial eine klare Botschaft an den Bundesrat sendet, dass die Schweiz nicht mit solch obszöner Grausamkeit handeln darf und unsere Grenzen für derartige Qualprodukte schliessen muss.

4 Kommentare

  1. Ulrich Dittmann Antworten

    Die Niveaulosigkeit von Fellträgern ist wirklich schweißtreibend. Man kann nur noch fragen: „Wie wünschen gnäd´ge Schicki-Micki-Madame denn ihren Pelz – erdrosselt, erschlagen, vergast, oder aus der Falle?“

    Pelz/Felle tragen nach Neandertal-Mentalität soll Stil und Vornehmheit repräsentieren, „…aber bei soviel Qual, Not, Blut der geschundenen Kreatur, enthüllt Pelz eine ganz andere Mentalität: Gefühlskälte, Arroganz und nichts als eitle Dummheit” (Verhaltensforscher Vitus B. Dröscher zitiert.)

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