Unkultur

Wallis: Grüne kritisierten eine Rückkehr zur Jagd des Mittelalters

Im Wallis sollen viele Jäger des Wolfes Tod sein.
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Das Walliser Kantonsparlament hat den Druck auf Meister Isegrim erhöht. Der Grosse Rat hat ein Postulat gut geheissen, das allen Jägern ermöglichen soll, sich an einem bewilligten Wolfsabschuss zu beteiligen.

Im vergangenen Jahr hatte der Kanton Bewilligungen für Abschüsse von zwei Wölfen im Val d’Anniviers und im Goms erteilte. Innert Frist konnte kein Tier erlegt werden.

Die Postulanten Gregory Logean (SVP) und Alex Schwestermann (CVP) sind der Ansicht, dass die Chancen für den Abschuss eines Tieres erhöht werden müssen. Sie fordern deshalb, dass alle Jäger die Möglichkeit erhalten, Jagd auf den Wolf zu machen. Dies nicht nur während der Hochjagd, sondern vielmehr während der gesamten Gültigkeitsdauer der Abschussbewilligung.

Die linke Opposition war im Parlament chancenlos. Das Postulat sei völlig praxisfremd und kontraproduktiv, sagte Emmanuel Revaz (Grüne).

Mit einer Vervielfachung der Jäger wird die Chance für einen Abschuss nicht grösser, im Gegenteil, das Tier wird das Revier schnell verlassen.


Emmanuel Revaz

Der Grünen-Politiker kritisierte zudem eine «Rückkehr zur Jagd des Mittelalters» an, die er als die schlechteste Werbung für Jäger bezeichnete. Seine Argumente zeigten im Rat keine Wirkung. Schliesslich hiessen die Parlamentarier das Postulat mit 77 zu 39 Stimmen bei 4 Enthaltungen gut.

Gruppe Wolf Schweiz

Nach dem veröffentlichten Walliser Wolfsmonitoring-Bericht 2018 und den Medienberichten darüber melden sich nun auch die Verantwortlichen von Wolf Schweiz. Obwohl der Bericht sachlich informiere, seien in den Medien «verschiedene Informationen falsch und verzerrt dargestellt» worden. Es gäbe weder ein neues Wolfsrudel, noch eine Verdoppelung der Anzahl Wölfe im Wallis. Das bekannte Rudel sei erneut bestätigt worden und die Zahl der Wölfe sei stabil.

«Auch die Politik glänzt nicht mit Sachlichkeit», heisst es in der Mitteilung weiter. Das vom Walliser Grossen Rat überwiesene Postulat zum Beizug von Jägern für die bewilligten Wolfsabschüsse werde folgenlos bleiben, da die letzten Wolfabschüsse nicht mangels Jägern gescheitert seien. Rund um die Wolfspräsenz im Kanton Wallis würden immer wieder unsachliche und verzerrende Aussagen getroffen, auch in der Politik und in den Medien.

Walliser Grosser Rat hat kein Erbarmen mit Murmeltieren

In Zermatt VS sind Murmeltiere so zahlreich, dass sie zu einer regelrechten Plage geworden sind. Im vergangenen Herbst mussten Jäger deshalb Dutzende Nager schiessen. Am Dienstag hat das Kantonsparlament ein Postulat abgelehnt, das Gnade für die «Murmeli» forderte.

170 Murmeltiere brachten Jäger auf Anordnung des kantonalen Jagdamts zur Strecke. Aber die Massnahme erregte die Gemüter der Touristen und bewegte einige Walliser Parlamentarier zum Handeln. Der Walliser Grosse Rat liess sich jedoch nicht erweichen. Er lehnte das Postulat mit 85 zu 29 Stimmen bei 6 Enthaltungen deutlich ab.

Die Postulanten hatten vorgeschlagen, dass die Murmeltiere betäubt, eingefangen und anderen Orten wieder ausgesetzt statt getötet werden sollten. Das seien keine schönen Bilder für den Tourismus, sagte Michaël Graber (SVP), einer der Postulanten.

Viele Parlamentarier erachteten die im Postulat vorgeschlagenen Massnahmen als unverhältnismässig. „Murmeltiere mögen es nicht überall“, gab Urban Furrer (CVP) zu bedenken. Zudem stellten die Baue und Gänge der Nager, die auf Weiden schwer zu sehen sind, eine Gefahr für Bauern und Nutztiere dar. Es habe bereits Unfälle gegeben, warnte Franziska Biner (CVP).

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