Unkultur

Seltene Sumatra-Tiger verenden in Falle

Nach dem Fund dreier toter Sumatra-Tiger in Indonesien warnt die Naturschutzorganisation WWF Deutschland vor Millionen Schlingfallen in Südostasien.
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Eine Tigermutter mit ihren Jungtieren war in eine der tödlichen Schlingfallen getreten.

Anwohner in Buboh, einem Dorf in Süd-Aceh, entdeckten die Tigerkadaver am 24. August 2021 und meldeten sie den Behörden.

Der Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae) ist die kleinste der noch lebenden Unterarten des Tigers. Neben Wilderei hat auch der Verlust des natürlichen Lebensraums durch Palmölplantagen die Zahl stark dezimiert. Wobei ihre Körperteile in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet werden. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) werden die Tiere als vom Aussterben bedroht geführt. Andere indonesische Unterarten wie der Bali-Tiger und der Java-Tiger sind bereits ausgestorben. Man geht davon aus, dass es nur noch einige hundert Exemplare der Sumatra-Tiger in freier Wildbahn gibt.

Der Vorfall folgt auf den Tod eines weiblichen Tigers im nahe gelegenen Dorf Kapa Sesak, ebenfalls in Süd-Aceh, Ende Juni. Sie hatte offenbar eine mit giftigen Chemikalien verseuchte Ziege gefressen.

Am 14. August, wurde ein männlicher Tiger, der auf ein Alter von sieben oder acht Jahren geschätzt wird, in Pasaman in der Provinz West-Sumatra tot aufgefunden.

Laut einer WWF-Untersuchung aus 2020 liegen demnach allein in Laos, Vietnam und Kambodscha rund 12 Millionen illegaler Schlingfallen aus. Die Zahlen für ganz Südostasien dürften nach WWF-Einschätzung noch um ein Vielfaches höher liegen. Dem gegenüberstehen – im aktuellen Fall – gerade einmal noch rund 600 Sumatra-Tiger in freier Wildbahn. 

Die drei toten Sumatra-Tiger in Aceh.

Die Wälder werden förmlich leergefegt. Millionen von Schlingfallen in den südostasiatischen Wäldern gleichen zusammengenommen einem riesigen Schleppnetz, aus dem es für viele Tiere kein Entrinnen gibt. Wilderer in der Region stellen eine große Zahl dieser Fallen auf, um Tiere für den Wildtierhandel zu fangen. Das hat in den letzten Jahrzehnten auch dazu geführt, dass Tiger in Vietnam, Laos und Kambodscha heute als ausgestorben gelten. Bald könnte auch andere südostasiatische Länder diesem traurigen Beispiel folgen.

Dr. Stefan Ziegler, Asien-Referent beim WWF Deutschland.

Aber auch seltene Tierarten wie die Saola-Wildrinder, Sumatra Nashörner oder Rotschenkel-Kleideraffe sind massiv davon bedroht. Wenn es einem Tier doch gelingen sollte, aus solch einer Falle zu entkommen, stirbt es meist später an den schweren Verletzungen oder an Infektionen.

Stahldraht aus den Schlingenfallen, in denen die Tiger gefunden wurden.

Die Schlingfallen-Krise in Südostasien kostet nicht nur Millionen Tiere das Leben und destabilisiert ganze Ökosysteme, sie stellt auch ein enormes Gesundheitsrisiko für den Menschen dar. Etliche der gewilderten Tiere können Viren in sich tragen, die dann vom Tier auf den Menschen überspringen und Epidemien auslösen.

2 Kommentare

  1. magali strasser

    Das muss Verboten werden für immer.

  2. Rosemarie Wagner

    Bei dieser Menge an Fallen sollte es doch möglich sein, dass es auch die „ Unmenschen von Wilderer“ trifft und kennen lernen wie „ mörderisch man zu Tode kommt !!! Gut so und nötig!!

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