Unkultur

Niederjagd

Mehr Jagd bedeutet nicht weniger Wild, sondern mehr Geburten. Im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung töten Schweizer Jäger jedes Jahr etwa 25’000 Füchse – ein Verbot der Fuchsjagd, wie es der Kanton Genf auch kennt, ist in der Schweiz längst überfällig.

Füchse schützen uns vor Krankheiten

Weltweit gibt es mehr als 800 Zeckenarten, doch bei uns ist nach wie vor der Holzbock, Ixodes ricinus, die häufigste. Das Leben einer Zecke kann immerhin 2 bis 6 Jahre dauern. Die sechsbeinige Larve saugt etwa 2 bis 5 Tage an einem Wirt, bevor sie sich zur Nymphe häutet. Auch die lauert oft monatelang auf eine Blutmahlzeit. Erst danach entwickelt sie sich zur erwachsenen, geschlechtsreifen Zecke. Zecken sind Dauersieger beim Wettbewerb um das gefährlichste Tier. Weltweit können sie mehr als 100 Krankheiten übertragen und auch in Mitteleuropa wird die Liste der Erreger, die beim Saugen übertragen wird, immer länger: Viren, Bakterien, Einzeller und zeckeneigene Giftstoffe können den Wirt krankmachen. Nymphen sind dabei die Gefährlichsten: Sie kommen häufiger vor als erwachsene Zecken, sind klein und saugen deshalb oft unbemerkt. An einer geeigneten Einstichstelle schneidet die Zecke mit ihren Mundwerkzeugen ein kleines Loch in die Haut.

An den Stichstellen auf Rötel-, Wald- oder Wühlmaus sammeln sich oft Dutzende von Zeckenlarven und Nymphen zu „Blutparties“, bei denen Krankheitserreger, die sich zu Hunderten und Tausenden in Mäusen wohlfühlen, direkt zwischen den Zecken ausgetauscht werden. Der Mäusefänger Fuchs ist daher ein wichtiger Gesundheitspolizist für FSME und Co.

Hantavirus

Aufgrund der guten Bedingungen für die Verbreitung von Mäusen im Sommer und Herbst 2016 prognostizierten Experten für das Jahr 2017 eine deutlich erhöhte Zahl an Infektionen mit dem Hantavirus. Allein für Baden-Württemberg errechnete der mathematische Modellierer Martin Eichner aus Dusslingen (Kreis Tübingen) in Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt 2.448 Erkrankungen – im Vergleich zu 28 im Vorjahr.

Der Virus wird von Nagetieren übertragen und verursacht bei Menschen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) eine grippeähnliche Krankheit mit Fieber, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen, Blutdruckabfall und Nierenfunktionsstörungen bis hin zu Nierenversagen.

Das Wirtstier, die Rötelmaus, scheidet Viren aus. Der Mensch infiziert sich laut RKI, wenn er den Kotstaub der Maus einatmet. Wer tote Mäuse oder Mäusekot entfernen muss, soll demnach Gummihandschuhe und einen eng anliegenden Mund-Nasen-Schutz tragen. Ein Staubsauger sollte nicht zum Einsatz kommen, weil Viren damit in der Luft verteilt werden können.

Erinnern wir uns: Ein Fuchs frisst ca. 4.000 Mäuse im Jahr. Mäuse selbst werfen alle 30 Tage 10-15 Junge und sie sind bereits nach 6-8 Wochen geschlechtsreif.

Die Kantone die am meisten Füchse abschiessen lassen, haben auch am meisten Probleme mit Krankheiten.

Botulismus

“Clostridium – botulinum – Bakterien” vermehren sich in Kadavern und verderbendem Fleisch unter Luftabschluss und produzieren ein hochwirksames Gift. Die Vergiftung wird nicht durch die Bakterien oder deren Sporen selber hervorgerufen, sondern durch ein Toxin, das vom Bakterium abgesondert wird. Dieses Gift zählt zu den stärksten Nervengiften überhaupt. Es bewirkt eine Unterbrechung der Nervenreize an den Übergängen vom Nerv zum Muskel. Das ist auch der Kosmetik bekannt. Unter dem Markennamen Botox soll es helfen, Falten zu glätten.
Botulismus kann auf 2 Arten entstehen: entweder durch die direkte Aufnahme über Futter (Silage, Heu usw.), welches mit Tierkadavern kontaminiert ist, oder durch die Produktion des Toxins in infizierten Wunden, Abszessen oder geschädigten Darmabschnitten.

In einem Hinweisblatt an Landwirte wurde gesagt, diese sollten das Feld am Vorabend mähen, damit der Fuchs und andere Aasfresser die verendeten Tiere erst einmal fressen könnten. Dadurch würde eine Erkrankung durch das Toxin des Botulinum Bakteriums in der Silage stark gesenkt.

Auch uns Menschen kann dieses Nervengift sehr gefährlich werden.

Leptospirose

Der Tod aus der Pfütze… Leptospirose, auch Weil`sche Krankheit oder Stuttgarter Hundeseuche genannt. Die meisten Hundehalter kennen diese Krankheit nur als Namen im üblichen Fünf- oder Sechsfachimpfstoff für Hunde. Die wenigsten wissen: Der Schutz gegen Leptospirose ist leider nicht so sicher wie gegen Tollwut oder eine der anderen Infektionskrankheiten. Dies hat verschiedene Ursachen: Impfstoffe gegen bakterielle Erreger sind viel schwieriger herzustellen als gegen Viren und bei den Leptospiren handelt es sich um eine Gruppe von Bakterien (genauso wie bei der Borreliose).

Die Quelle der Leptospirose-Infektionen sind überwiegend Mäuse und Ratten, über deren Urin große Mengen an diesen Bakterien ausgeschieden werden. Im Wasser können Leptospiren wochenlang am Leben bleiben, nur durch Eintrocknung sterben sie rasch ab. Die Bedeutung für den Hundehalter liegt in Spaziergängen im warmen Frühjahr und Herbst. Durch häufige Regenfälle bilden sich flache Pfützen auf den Feldwegen. Durch die Temperaturen erwärmen sich die kleinen Wasserstellen, so dass die Leptospiren ideale Bedingungen zur Vermehrung finden. Bekannt ist auch, dass es entlang von Feldwegen jede Menge Mauselöcher mit Mäusen gibt, über deren Urin die Bakterien in die Pfütze gelangen.

Der Durst bringt viele Hunde dazu, während des Spazierganges aus diesen Pfützen zu trinken. Abgesehen von möglichen Rückständen an Dünger und Pflanzenchemikalien (vor allem im Frühjahr), lauert nun auch die Gefahr der Leptospiren dort. Durch das Trinken aus den Pfützen infiziert sich der Hund. Nun stirbt nicht gleich jeder Hund, der aus einer Pfütze trinkt, da die Magensäure den Erreger abtötet. Aber über kleine Verletzungen im Maulbereich können Erreger eindringen. Und da sollte man bei Welpen an den Zahnwechsel denken, der für viele offene Stellen in der Schleimhaut sorgt. Wenn die Leptospiren in die Blutbahn eindringen, vermehren sie sich dort, zerstören die roten Blutkörperchen und befallen vorwiegend die Nieren, aber auch die Leber und anderes Gewebe. Diese Organe können dann unwiderruflich geschädigt werden. Symptome können sein: Fieber, Brechdurchfall, Gelbsucht, Nierenversagen. Krankheitsanzeichen treten ein bis drei Wochen nach der Infektion auf. Neben akuten Erkrankungen kennt man auch chronische und subklinische Verlaufsformen, also Infektionen, bei denen man äusserlich am Hund keine Symptome erkennen kann. Möglicherweise kommt es aber zu Störungen der Nierenfunktion, die später im Blut festgestellt werden.

Alles in Allem eine sehr gefährliche Krankheit, an der sich übrigens auch Menschen infizieren können. Auch hier kommt es zu Fieber, Gelbsucht und Nierenproblemen. Impfstoffe gegen Bakterien halten meist keine vollen 12 Monate, sondern eher 2-3 Monate kürzer. Erkrankungen mit Leptospiren verlaufen meist sehr ernst und bei Welpen häufig tödlich. Daher wird geraten, alles zu unternehmen, um seinen Hund davor zu schützen. Pfützen sollten tabu sein. Die tödliche Gefahr, die darin lauer kann, sieht man nicht. Je mehr Hundehalter dies wissen und je mehr Züchter ihre Welpenkäufer darüber informieren, umso weniger Hunde müssen sterben. Man kann sich nur schützen, wenn man die Gefahren kennt.

Baujagd

Eine tierquälerische Methode für Fuchs, Dachs und die jagenden Hunde.

Bei der Baujagd werden scharf gemachte Hunde verwendet, um die Füchse aus ihren Bauten hinauszutreiben, damit sie draussen von den wartenden Jägern abgeschossen werden können. Tier wird auf Tier gehetzt und es kommt zu einem Tierkampf, der nach geltendem Recht in der Schweiz verboten ist. Jäger nehmen ganz bewusst in Kauf, dass ihre Hunde misshandelt werden. Es kommt häufig zu unterirdischen Kämpfen auf Leben und Tod, bei denen sich Hund und Fuchs ineinander verbeissen und schwer verletzen. Die Baujagd verletzt mehrere Tatbestände der Tierquälerei laut Art. 26. TSchG.

Jäger stellen sich den „Idealfall“ der Baujagd so vor: Der Fuchs verzieht sich in seinen Bau, der Hund geht hinterher; und weil der Fuchs seinen Bau in- und auswendig kennt und “waidmannsgerecht” nur ein einziger Hund verwendet wird, schlüpft der Fuchs sofort aus einem der Ausgänge, wo er erschossen wird.

Die Baujagd sei auch eine gute Möglichkeit, Füchse in Siedlungen zu kontrollieren, wo man sie mit künstlich bereitgestellten Bauten anlocken und dann auf kürzeste Distanz schiessen könne. Die Baujagd hat auch innerhalb der Jägerschaft viele Gegner. In der Praxis ist es einfach nur Tierquälerei pur für die Tiere.

So kann es immer wieder aus unterschiedlichen Gründen dazu kommen, dass der Fuchs sich verschanzt, statt zu fliehen, dass der Fuchs dem Hund in einer Sackgasse gegenübersteht oder der Hund auf einen Dachs trifft, der nicht fliehen wird. Bei den Kämpfen verbeissen sich die Tiere heftig ineinander, mit schweren Verletzungen an Brust, Läufen, Gesicht und Ohren.

Manchmal müssen die Tiere mit Baggern oder Schaufeln ausgegraben werden, was Stunden dauern kann. Die Hunde leiden wahrscheinlich auch immer wieder Qualen in der treuen „Pflichterfüllung“ für ihrem Herrn und Meister. Sie tragen heutzutage meist einen Sender, mit dem man sie unter der Erde lokalisieren kann.

Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Hunde ersticken oder nicht mehr gefunden werden und elendiglich verdursten. Baujagdkritische JägerInnen sagen, dass sie ihren Hund niemals in einen Fuchsbau schicken würden, und dass es dem waidmännischen Gedanken widerspricht, den Fuchs in seinem letzten Rückzugsort zu verfolgen. Vor dem Hintergrund der beträchtlichen Regelungsdichte der Jagd stellt sich die Frage, ob die Baujagd überhaupt rechtskonform sei. Hobby-Jäger haben die Verachtung von Tieren perfektioniert.

Fazit ist, dass die Hobby-Jäger nicht imstande sind, ihre Jagd den Erkenntnissen der heutigen Zeit anzupassen und auch darauf zu reagieren. So wird wohl auf kurz oder lang, das Volk entscheiden, ob die Jagd als Grundsatz überhaupt noch tolerierbar ist.

Auch bei der Baujagd kommt heute Bleischrot zum Einsatz, was zu erheblichen direkten und indirekten Umweltbelastungen führen kann.

Eine repräsentative Umfrage des schweizerischen Tierschutzes (2009) zeigt, dass der Grossteil der Bevölkerung die tierquälerische Baujagd ablehnt. Nicht weniger als 70 % der Befragten würden ein Verbot der tierquälerischen Baujagd befürworten! Es ist an der Zeit, diese überholte, tierquälerische und unnütze Jagdform jetzt abzuschaffen. NRW hat dieses Jahr die Baujagd ebenfalls verboten.

Man schickt seinen Hund nicht in einen Bau, um Jungtiere oder Elterntiere zu zerfleischen, das ist verpönt.

Treibjagd

Die Treibjagd hat sich in den Gebieten mit Revierjagden leider perfid ausgebreitet.

Für Tierschützer eine unerträgliche Situation. Wird doch, angelehnt an die Hubertusjagden, der Respekt vor der Schöpfung mit Füssen getreten, teilweise noch mit Duldung der Kirche.

Die Rituale und Jagdpraktiken der Jäger sind so heuchlerisch, dass Jäger sogar behaupten, die Tiere suchten den Tod bei ihnen. Den Spruch „es täte ihnen leid für das Tier“ ist nur mit einer schweren Persönlichkeitsstörung zu erklären. Viel perverser für Wild und Hund geht es wohl nicht mehr.

Vielmehr ist diese Jagd, durchgeführt mit Spürhunden, Gruppen von Jägern und Treibern, eine tierquälerische Art, Wildtiere mit Hunden zu Tode zu hetzen. Vielfach reissen die Hunde das Reh, verbeissen sich und reissen ihm ganze Stücke (meistens am After) bei lebendigem Leib heraus. Da die Rehe ein kleines Herz besitzen, sind sie nicht in der Lage weitere Strecken zu fliehen. Sie müssen immer wieder anhalten und so haben die Hunde eine gute Chance, zuzubeissen, wenn das Reh nicht schon vorher einen Herzstillstand erleidet. Bei der Treibjagd werden alle unbeteiligten Tierarten in Angst und Panik versetzt.

Diese Art von Jagdpraktiken ist moralisch absolut verwerflich, für die Wildtiere, sowohl auch für die Hunde. Sie sind abgerichtet auf die Wildtiere und sind nach einer Treibjagd erschöpft und überfordert. Den Rest des Jahres müssen sie im Zwinger oder an der Leine gehalten werden, da der intensiv angezüchtete Jagdtrieb nur während der Jagd erwünscht ist. Also auch kein schönes Hundeleben.

Da mit Schrot geschossen wird, ist nicht nur der Waldboden mit Blei verseucht, sondern auch die verendeten Tiere sind kontaminiert, welche als nicht gefundene Kadaver Lebensgrundlage bzw. den Tod für andere Tiere sind und so das Blei in die ganze Nahrungskette übergeht.

Jagen mit einer so ambivalenten Gefühlswelt und dieser Hassliebe zu den einheimischen Tieren, ist ein destruktiver Hang zum Töten: Laut Eugen Bleuler (Psychiater) ist Ambivalenz das Hauptsymptom einer Schizophrenie.

Hobby-Jäger, die selber die bestialischen Jagdformen nebst der Treibjagd praktizieren und gleichzeitig von Achtung gegenüber den Wildtieren sprechen oder einem Dienst an der Natur, wie es einige von ihnen tun, sollten ihren Jagdschein umgehend abgeben.

Die Treibjagd hat Event-Charakter, zu dem auch von nah und fern Tierquäler eingeladen werden und ganze Regionen mit unzähligen unbeteiligten Tierarten in Todesangst und Panik versetzt werden (niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen § 1 TierSchG). Treibjagd ist sehr wohl eine Hetzjagd, denn es wird absichtlich und systematisch unnatürlicher Lärm und Unruhe in der Natur produziert. Viele Wildtiere verletzen sich in panischer Angst in die Flucht.

Wenn Schüsse fallen, Jagdhunde bellen, Jagdhörner usw. zum Einsatz kommen, ist die ganze Um- und Tierwelt gestresst. Jagd ist immer eine Form von Krieg! Nicht selten reissen die Jagdhunde noch lebenden Wildtieren ganze Fleischstücke aus dem Leib oder angeschossene Wildtiere irren aus Angst vor den Jagdhunden und Hobby-Jägern in der Gegend herum. Bei Bewegungs- bzw. Treibjagden, bei denen auf flüchtende Wildtiere geschossen wird, ist eine gute Trefferquote nur schwer zu erreichen.

Gejagte Wildtiere (insbesondere die Rehe sind mit ihrem kleinen Herzorgan nicht in der Lage, lange Distanzen zu fliehen), sondern in Angstsituationen gesundheitsschädigende Angsthormone ab, die sich im Fleisch zusammen nebst anderen hochgradigen Giften, wie Reste der bleihaltigen Munition, manifestieren. Die Todesangst geht also ins Gewebe über und wird vom Menschen im Wildbret gegessen.

Die sektenartigen Jagdrituale, Zeremonien, Jägerlatein usw. der Jägerschaft können einen gesunden Menschenverstand nicht über die zugefügten Qualen an den Wildtieren durch das schmutzige Jagdhandwerk hinweg täuschen.

Fallenjagd

Ein Relikt aus dem Mittelalter!

Die Fallenjagd wird mittels Kastenfallen praktiziert, welche an Bachläufen, Wasserunterführungen, Holzlagerplätzen, dichtem Unterholz usw. platziert werden.

Gefangen werden hauptsächlich, Edel- und Steinmarder, junge Füchse und auch Hauskatzen.

Die Tiere warten oft stunden- oder tagelang (Vorschrift wäre Kontrolle innerhalb 24 Std.), auf Ihre Peiniger. Die Tiere werden in der Falle wehrlos erschossen. Es sind Tötungsaktionen ohne Sinn, da die Tiere auf der Kadaverdeponie enden oder als Fuchskadaver zum Anfüttern verwendet werden. Die Lust am Töten ist das einzige Motiv für Fallenjäger.

Stein- und Edelmarder sind wunderschöne und intelligente Tiere, was man von ihren Feinden nicht behaupten kann. Eine Sinnlosigkeit und eine Verachtung der Lebewesen und eine Methode aus dem Mittelalter, die von der Jägerschaft weiterhin still toleriert wird. Die Bevölkerung hat keine Ahnung von diesen immer noch gängigen und abscheulichen Jagdmethoden.

Kastenfallen zum Lebendfang sind in der Schweiz zugelassen und kantonal geregelt. So schreibt z.b. der STS im Juli 2010:

Der Einsatz von Lebendfallen soll nur in Ausnahmefällen geschehen, denn jedes gefangene Tier leidet in der engen Falle extrem. Es kann auch zu erheblichen Verletzungen kommen, wenn sich die Tiere selber befreien wollen.

Beizjagd

Bei der Beizjagd werden widernatürlich abgerichtete Greifvögel auf andere Lebewesen gejagt.

Dazu benutzt man Greifvögel, die durch Handfütterung bereits als Jungtiere gefügig gemacht wurden. Bei der Beizjagd kommt es immer wieder zu äusserst brutalen Auseinandersetzungen auf Leben und Tod. Tier wird auf Tier gehetzt. Es kommt zu einem manipulierten Tierkampf, der nach geltendem Recht in der Schweiz verboten ist. In der Schweiz dürfen nur Krähen auf der Beizjagd nachgestellt werden. Eingesetzt werden dazu, meist aus fahrenden Autos heraus, hauptsächlich Wanderfalken und Habichte.

Die Beizjagd hat in früherer Zeit zur Bestandsgefährdung der Falken beigetragen, da alle dafür genutzten Vögel aus der Natur entnommen wurden. Das Aushorsten von Wildvögeln zum Zwecke der Beizjagd ist in der Schweiz heute verboten. Die durch Jägerhand dressierten Vögel stammen aus nicht artgerechten Zuchtstationen.

Die Jäger auf der Beizjagd nehmen ganz bewusst in Kauf, dass die Opfer gequält und zerhackt werden, bevor ihnen der Jäger den Hals umdrehen kann. Beizjagd, wie die Baujagd, verletzt mehrere Tatbestände der Tierquälerei laut Art. 26. TSchG. In Griechenland und Dänemark ist die Beizjagd verboten.

Die Beizjagd, auch Falknerei genannt, ist nicht nur eine tierquälerische Jagdform, oftmals stellt man die zur Jagd ausgenutzten Greifvögel auch aus. Im Jahr 2012 stellte Sion die Flugdemonstrationen mit Falken und Adlern auf den Schlosshügeln der Walliser Hauptstadt Sitten ein. Die Touristenattraktion sei mit den Anforderungen an die Greifvogelhaltung nicht vereinbar, teilte das Walliser Tourismusbüro mit.

Durch Futterentzug konditioniert man die Vögel und sperrt sie nach deren Vorführung in Dunkelhaft. Damit die Vögel diese Haltung an der Kette ertragen können, verbringen sie einen Grossteil der Zeit unter Hauben, die ihre Augen verdecken. Die Tiere befinden sich Zeit ihres Lebens in unnatürlicher Umgebung und verlernen ihre natürlichen Verhaltensformen. Voller Stolz, die Könige der Lüfte gebändigt zu haben, präsentieren Halter und Jäger die Vögel angekettet und entwürdigt. Die abgetragenen Vögel haben eine lange und oftmals auch tierquälerische Tortur des Unterwerfens unter den Menschen hinter sich.

Laut namhaften Natur- und Tierschutzorganisationen widerspricht die Haltung und Dressur von Greifvögeln deren natürlicher Lebensweise. Unter anderem weil sie in ein widernatürliches Abhängigkeitsverhältnis zum Menschen gezwungen werden. Jäger geniessen es, wie so oft, bei der Baujagd, Passjagd, Sonderjagd, Treibjagd, Fallenjagd, Beizjagd, Trophäenjagd usw. sich an den Tierquälereien zu weiden.

Wie fühlt sich ein so majestätischer und freiheitsliebender Vogel, der nicht frei fliegen darf? Wie erträgt sein Körper diese Tortur? Wie verbringen die Vögel ansonsten die endlosen Stunden, wenn sie nicht fliegen dürfen? Ein Leben lang werden die Greifvögel auf engstem Raum gefangen gehalten und leiden an dem Bewegungsmangel. Mit Methoden, die mit dem Tierschutz oftmals nicht vereinbar sind, werden sie abgerichtet, manipuliert und missbraucht.

Die freiheitsliebenden Habichte, Adler, Uhus und Falken sind in Jägerhand in Gefahr, weil es in der Regel einfach nur grausam ist, was Jäger mit Lebewesen anstellen.

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Interessen-Gemeinschaft

Wild beim Wild


Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates und nicht an Hobby-Jäger-Banden delegiert.

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