Mit Eierstechen und Einzelabschüssen alleine schafft es der Kanton Nidwalden nicht, die Population der Schwäne in den Griff zu bekommen. Nun hat der Bund sogenannte Regulationsabschüsse bewilligt – mit strikten Auflagen.

Karin Kayser

«Wir mussten die nächste Eskalationsstufe einleiten, die Schwanenpopulation nahm weiter zu», sagte die Nidwaldner Regierungsrätin Karin Kayser (CVP). Sie bestätigte einen Bericht, wonach der Bund dem Kanton vor wenigen Tagen grünes Licht gab für den Abschuss von Schwänen.

Tiere müssen vor Brutzeit geschossen werden

Die Auflagen aber sind strikt: Der Bestand von 15 Schwänen beim Flugplatz darf nicht unterschritten werden. Und das Zeitfenster ist eng gesteckt: Die Tiere müssen vor der Brutzeit geschossen werden.

Da der Kanton den Schwanen-Bestand bislang nicht dezimieren konnte und bestandesregulierende Massnahmen wie Eier anstechen oder Einzelabschüsse zu wenig fruchteten, reichte der Kanton Nidwalden vor einem Jahr beim Bund ein Gesuch ein, sogenannte Regulationsabschüsse tätigen zu dürfen, wie Kayser sagte.

Die neue Verfügung gilt für fünf Jahre und im ganzen Kanton, auch wenn sich das Problem von zu vielen Schwänen auf Wiesen in Buochs und Ennetbürgen konzentriert. Seit Jahren beklagen sich Bauern, weil die Tiere unter anderem ihr Land verkoten. Beim Flugplatz Buochs werden die Schwäne gar zu einem Sicherheitsrisiko. Laut Kayser mussten Piloten auf Weisung des Towers durchstarten oder den Start abbrechen, weil die Tiere über die Piste liefen.

Ein erwachsener Schwan legt jährlich bis zu fünf Eier und kann bis 20 Jahre alt werden. Der Abschuss eines Schwanes trage längerfristig stark zur Bestandesregulierung bei, sagt Kayser. Gegenüber «CH Media» sagte die Regierungsrätin: “Wir wollen die Schwäne nicht ausrotten, sie sollen ihren Platz in unserer Region haben. Aber wenn die Sicherheit leide, müsse man handeln.”

Den Zeitpunkt des Abschusses bestimmt der Wildhüter. Die Tiere müssten einfach vor der Brutzeit erlegt werden, sagt Kayser. Diese könne je nach Witterung etwas variieren.

Tierschützer wehrten sich

Vor vier Jahren hatten die Nidwaldner Behörden erstmals entschieden, im Raum Buochs und Ennetbürgen einzelne Schwäne abschiessen zu lassen. Dabei zogen sie den Zorn der Fondation Franz Weber auf sich. Abschüsse seien der falsche Weg, fand diese.

Die Behörden hatten den Kampf gegen eine übermässige Schwanenpopulation damit begründet, dass die Vögel durch Frass und Kot zu grosse Schäden an der Landwirtschaft verursachten. Die Schäden und der Aufwand sollen sich auf mehrere zehntausend Franken pro Jahr belaufen.

Das Parlament hatte den Bund im Jahr 2016 beauftragt, den Schutz der Schwäne zu lockern. Der Vogel soll in der eidgenössischen Jagdverordnung auf die Liste jener Arten gesetzt werden, deren Bestände reguliert werden können, bevor sich Konflikte abzeichnen.

Die IG Wild beim Wild hat unlängst den Flyer “Erfolgreiches Schwan-Management” zum Thema produziert, welcher hier GRATIS bezogen werden kann.

Wenn die Regierung “Probleme” gegenüber den Schwächsten mit Gewalt löst, wählt man sie am besten einfach nicht mehr.

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