Unkultur

Kampffische: Video zeigt misshandelte und grob vernachlässigte Tiere

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie in irgendeiner Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
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PETA wandte sich im Januar an den Zierfischgrosshandel EFS mit Sitz in Sonnefeld und informierte das Unternehmen über einen Augenzeugenbericht von PETA Asien. Dieser deckte gravierende Missstände in zehn thailändischen Betrieben auf, die Kampffische züchten oder an Zoohandlungen auf der ganzen Welt versenden – auch nach Deutschland. 

Laut PETA Asien importiert EFS von Q.P.S. International Aquatics Co. Ltd., die in dem Video bei Minute 1:41 bis 1:59 zu sehen ist. In ihrem Schreiben wies die Tierrechtsorganisation darauf hin, dass die Fische der Gattung Betta in Thailand in kleine Plastikbeutel verpackt, ausgehungert und über Tausende Kilometer in hiesige Zoohandelsgeschäfte transportiert werden. Bislang reagierte EFS nicht auf das Schreiben. PETA forderte das Unternehmen Mitte Februar erneut auf, den Handel mit Kampffischen einzustellen.

Viele der empfindlichen Fische sterben bei der Zucht und auf dem Transport – sie werden misshandelt, hungern, leiden an Atemnot oder werden wegen optischer ‚Mängel‘ aussortiert wie leblose Ware. Wir appellieren an EFS, diese Tierquälerei zu beenden und keine Kampffische mehr zu importieren“.

Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA

Hintergrundinformationen

Das Video von PETA Asien zeigt, wie Kampffische der Gattung Betta bewegungslos in schmutzigen Wasserbecken treiben. Der Augenzeuge der Organisation besuchte insgesamt zehn Betriebe, darunter Zucht- und Verpackungsbetriebe. Dabei entdeckte er unzählige tote Kampffische, von denen viele auf dem Boden lagen und vermutlich erstickt waren. Zahlreiche Fische wurden über längere Zeit hinweg absichtlich außerhalb des Wassers abgelegt und schnappten verzweifelt nach Luft, während Arbeiter sie in Sieben von Hand für den Transport sortierten. Die Fische werden in winzigen Behältern verschickt, in denen gerade genug Wasser ist, um den Körper der Tiere zu bedecken. Für den weltweiten Versand werden sie ohne jegliche Nahrung verpackt und per Luftfracht auf eine mehrtägige Reise geschickt. Ein Mitarbeiter sagte dem Augenzeugen, dass Beruhigungsmittel ins Wasser gegeben werden, damit die Fische während des Transports nicht ihre eigenen Schwanzflossen anknabbern. Waren diese beschädigt, galten die Tiere als unprofitabel; sie wurden einem Mitarbeiter zufolge in einen naheliegenden Kanal oder Teich gekippt und sich selbst überlassen.

Da die Zucht und der Transport von Fischen immer mit Tierleid verbunden sind, bittet die Tierrechtsorganisation alle Menschen, keine Fische in Zoohandlungen, bei Züchtern oder über das Internet zu kaufen.

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

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