Unkultur

Hobby-Jäger schaffen Tötungsgelegenheiten

Ein Metzger wird für das Töten von Tieren bezahlt. Ein Hobby-Jäger hingegen bezahlt dafür, dass er in seiner Freizeit Tiere töten kann.

Kaum sind ein paar Exemplare Luchs oder Wolf im Land, sind die Hobby-Jäger schon wieder überfordert. Lautstark fordern sie landauf landab per Revisionen der Jagdgesetze deren Abschüsse.

Im Urzustand, also dort, wo der Hobby-Jäger das Leben und die Biodiversität in der Natur nicht durcheinander gebracht hat, sind Wildbestände vorhanden, die sich dynamisch anpassen. Beutegreifer, harte Winter usw. sorgen dafür, dass keine Massenvermehrung eintritt. Hobby-Jäger sorgen bis zum heutigen Tag für ein katastrophales Ungleichgewicht in der Natur. Mit den hohen, herangezüchteten Beständen an Schalenwild bringen sie zudem zum Beispiel die Schutzwälder in den Bergregionen in Gefahr.

Jagd gibt vor, etwas zu sein, was es gar nicht ist. Die Hobby-Jagd wie sie heute ausgeführt wird, ist kein jahrhundertealtes Handwerk, Tradition oder Kultur.

Wer sinnlos tötet, schützt nicht und der zivilisierten Gesellschaft nützt es nichts. Die heutige Jagd mit all ihren Tierquälereien erfolgt mehrheitlich NICHT! im Interesse der Gesellschaft, der Natur, Biodiversität oder der Kulturlandschaft.

Jäger zählen gerne die Bäume, Büsche und Hegestunden die sie — aus lauter Naturliebe und im fürsorglichen Dienst an der Allgemeinheit — pflanzen. Warum sie dafür einen Jagdschein brauchen, wissen nur sie. Wenn ihnen jedoch Bäume auf dem Hochstand (die meisten ohne Baubewilligung errichtet!) im Schussfeld stehen, sägen Jäger sie nicht selten illegal ab, um Schussschneisen anzulegen. Das ganze Propaganda-Geschrei um die Hegearbeit verhält sich umgekehrt proportional zu den Taten und Resultaten.

Mit hunderten Tonnen Munitionabfälle der Hobby-Jäger verseuchen die Militanten zudem Boden, Gewässer und auch das Fleisch der Tiere. Daran stirbt ein erheblicher Teil von fleischfressenden Beutegreifer, insbesondere Greifvögel.

Jagd ist sportliches Schiessen auf bewegliche, lebende Ziele in tierquälerischer Gesellschaft. Nicht selten werden die gesunden Tiere nicht richtig getroffen. Ein Jäger verpasst einem Rotwildkalb einen Bauchschuss. Alle Wildtiere im selbigen Gebiet zucken wegen des Lärm zusammen, haben Angst. Der Darm tritt aus. Vor Schmerzen gepeinigt und in höchster Todesangst flieht das Jungtier. Es beginnt eine dreiviertelstündige Hetzjagd mit Hunden. Der Darm tritt weiter aus. Er wickelt sich um die Beine des Tieres. Das Tier reisst sich selbst den ganzen Darm heraus. Der Darm zerreisst in Stücke. Die Stücke säumen seinen Fluchtweg. Die Hunde beissen das Tier am ganzen Körper. Am Ende klopft sich der Jäger dafür auf die Schulter, dass er das Tier von “seinem” Leid erlöst hat. Das sind Naturerlebnisse, die Passion, Leidenschaft des Hobby-Jägers.

Dennoch nennen sich Hobby-Jäger Tier- und Naturschützer. Ständig führen sie ihre gesetzliche Verpflichtung, durch die Hege des Wild für einen “artenreichen und gesunden Wildbestand”  zu sorgen, im Munde. Viele früher hier heimische Tierarten sind immer noch ausgestorben oder vom Aussterben bedroht (zum Beispiel Elch, Wisent, Luchs, Wolf, Wildkatze, Auer-, Birk-, Haselhuhn, Grosstrappe, Adler, Falken, Geier, usw.), und das nach hundert Jahren waidmännischer Hege. Wenn Hobby-Jäger von wildbiologischen Zusammenhängen, Nachhaltigkeit usw. reden, handelt es sich in Wirklichkeit um Jägerlatein und Müllbiologie.

„Waidgerecht“ hat auch nichts mit Tierschutz zu tun. Die Waidgerechtigkeit der Jäger widerspricht diametral dem Tierschutzgesetz. Waidgerecht ist vom Tierschutzgesetz ungefähr so weit entfernt, wie eine Kuh vom Fahrradfahren. Die heutige Hobby-Jagd ist im Grunde schlichtweg kriminell. Nur ist unser Rechtssystem noch nicht soweit, dies im Strafrecht zu berücksichtigen.

Hobby-Jäger behaupten: Spaziergänger, Reiter, Jogger, Fahrradfahrer, Pilze- und Beerensammler, Hundehalter, Foto- und Filmfreunde — sie alle vertreiben das Wild und gehören gemassregelt. Gemäss wissenschaftlichen Untersuchungen in Österreich waren es zu 94 % aller Fälle Hobby-Jäger, welche Wildtiere zur Flucht veranlassen, 2 % Forstarbeiter und nur zu 4 % Erholungsuchende.

Es sind also die Hobby-Jäger, die das Wild scheu machen. Sie versetzen das Wild in einen andauernden Kriegs- und Belagerungszustand. Reh und Rothirsch sind ursprünglich keine Waldtiere, sondern tagesaktiv in der offenen Landschaft oder am Waldrand beheimatet. Nur der Jäger wegen verstecken sie sich tagsüber im Wald, wo sie dann Blätter und Knospen von den Bäumen fressen oder Rinde abschälen und so Schäden anrichten können.

Der Sinn der fanatischen Fuchsjagd kennt auch kein Mensch, dem keine Gehirnwäsche verpasst wurde.

Ist man einmal in den Fängen einer dieser sektenartigen Jagdgesellschaften, das Herz abgestumpft und verdorrt, gibt es fast kein Entrinnen mehr. Nicht wenigen Gewalttätern bleibt ab soviel Unkultur nur der Griff zu Flasche.

Bei der Jagd wird grundsätzlich betäubungslos getötet, sie ist somit per se ein Freischein für alle möglichen Tötungsmethoden, die mit grösster Leid und Qual für das Tier einhergehen. Zahlreiche Praktiken geben Zeugnis von diesen Grausamkeiten. Tiere die direkt vom Jagdhund totgebissen werden, Feldhasen die angeschossen und zappelnd einen Genickschlag erhalten, Fuchswelpen die der Falle entnommen und totgeschlagen werden. Tiere, die angeschossen elendiglich vor sich hin sterben oder vom Jagdhund bedrängt und festgehalten werden, bis der Hobby-Jäger kommt und das Tier mit der sog. „kalten Waffe“, also einem brutalen Messerstich oder einem Kehlschnitt tötet usw.

Hobby-Jäger schaffen keinen Lebensraum für Wildtiere, sondern Tötungsgelegenheiten für sich.

IG Wild beim Wild
Interessen-Gemeinschaft

Wild beim Wild


Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates und nicht an Hobby-Jäger-Banden delegiert.