Unkultur

Jagd und Tierquälerei

Die Hass-Jagd gegen Jagdkonkurrenten im eigenen Revier, gegen das sogenannte Raubwild, wie Füchse, Marder, Greifvögel, usw. treibt viele Hobby-Jäger dazu, einem solchen Tier einen riskanten Schuss anzutragen.

Bei allen den Belastungen, welche die Hobby-Jagd der Natur beschert, sollte das Leid der eigentlich Betroffenen – der Tiere – nicht übersehen werden.

Längst suggeriert man uns seitens der Jägerschaft mit Bezeichnungen wie waidgerechte Jagd oder nachhaltige und schonende Jagdausübung. Dass bei der heutigen Jagd kein Tier mehr unnötig erschossen wird und selbst dann, wenn geschossen wird, es dabei sogar noch ganz human zugeht.

So mancher Hobby-Jäger aus der Nachbarschaft weiss dazu beruhigend zu berichten, dass es bei der Jagd heute keine Tierquälereien mehr gibt und dass wegen der verwendeten modernen Gewehre ein Tier so schnell tot ist, dass es zuvor nicht einmal mehr in der Lage war, den Schuss zu hören.

Derartige von Hobby-Jägern verbreitete Illusionen, vom schnellen und schmerzlosen Tod eines waidgerecht erlegten Tieres, zielen eindeutig nur darauf ab, uns von allen den Tierquälereien abzulenken, die im Zusammenhang mit der Jagdausübung ganz alltäglich sind.

Auch bezeugen, Jagdhornblasen und die dummen Zeremonien, wie zum Beispiel dem toten Tier einen grünen Zweig ins Maul zu stecken usw., von dem bereits alten Brauch und Bemühen der Jägerschaft, mit dem Zelebrieren einer gewissen Todschuss-Romantik, von diesen, den Tieren zugefügten Qualen, abzulenken und statt dessen jägerische Ehrenhaftigkeit vorzuspielen. Einen besonderen Stellenwert beim Verharmlosen und Schönfärben dieses blutigen und schmutzigen Handwerks scheint dabei auch diese ganz spezielle Jägersprache zu erfüllen. Dort wo über die blutige Wirklichkeit gesprochen wird, verwendet man sinnverdrehende Worthülsen, hinter denen sich nach aussen hin die grausame Wirklichkeit der Jagd verbirgt.

So ist zum Beispiel die Bezeichnung “waidgerecht” von den Hobby-Jägern gut gewählt, um den Eindruck zu erwecken, dass es bei der Jagd, bei dem Ermorden von Tieren, human und gerecht zugeht. Tatsächlich bezeichnet der Jäger damit aber nur die richtige Anwendung jagdlicher Spielregeln, die in vielfacher Hinsicht die Tierquälerei nur noch zusätzlich fördern.

Die Jägersprache strotzt daher geradezu vor derlei irreführenden Bezeichnungen. Das Blut der Tiere bezeichnet man als Schweiss, denn Schweissspur hört sich viel harmloser als Blutspur an. Verharmlosend sind auch andere Bezeichnungen, wie das durch einen Fehlschuss verstümmelte Tier gilt lediglich nur als waidwund oder als krank. Das Ermorden von Tieren gilt als Erlösen von Schmerzen oder man bezeichnet es einfach als Erlegen oder als Ernten. Einem Vogel die Beine kaputt schiessen bezeichnet man als Ständern, usw.

Eine Verharmlosung der Jagdausübung ist bei derart sinnentstellten Wörtern jedenfalls unverkennbar. Nur darauf fallen inzwischen immer weniger Menschen mit einem gesunden Menschenverstand herein. Statt dessen wurden die kritischen und anklagenden Stimmen, bezüglich der mit der Jagdausübung verübten Tierquälereien, mehr und mehr. Sogar aus den Reihen der Hobby-Jäger kommen Vorwürfe gegenüber eigenen Kollegen! Dabei geht es vor allem um die verstümmelten Tiere, die mit Schussverletzungen teils oft noch lange in der Natur dahin vegetieren.

Erst der Einblick in die Jagdpraxis lässt uns erkennen was die Jägerschaft mit all ihrem Theaterspiel zu verbergen hat, denn schrecklichste Formen von Tierquälereien gehören, schon seit es die Jagd gibt, immer wieder zur Jagdausübung mit dazu. Und das in einem weit grösseren Umfang als es der in diese Geheimnisse Nichteingeweihte vermuten würde.

Man schätzt, dass bei der heutigen Jagd nicht einmal die Hälfte der als “Treffer” bezeichneten Schüsse sofort tödlich sind. In unserer heutigen Zeit, wo die Jagd doch vorwiegend nur noch als Hobby und dazu auch noch in einer für den puren Spass sinnlos übersteigerten Form ausgeübt wird, ist ein Verharmlosen der dabei verübten Tierquälereien für die Hobby-Jäger wichtiger denn je. Denn nur so kann dieses Morden und Tiere quälen als Hobby in unserer Gesellschaft weiter toleriert werden.

Es soll ja schliesslich auch niemand auf den Gedanken kommen, seinem freundlichen Nachbarn oder gar einem Manager, Zahnarzt usw. brutalste Tierquälereien zu unterstellen, nur weil der zur Jagd geht! Ein solcherart niedrigstes, manchmal geradezu barbarisches menschliches Verhalten, durch dieses nur noch aus Spass oder Gier erfolgende Morden, das passt einfach nicht mehr so ganz in unsere Vorstellung, bezüglich eines gebildeten und in unserer modernen Gesellschaft lebenden Menschen. Also zeichnet man das nette und damit völlig falsche Bild über die Jagd, um sich so der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Inzwischen leben aber immer mehr von Hobby-Jägern missbrauchten Wildtiere in unserer Natur weiter. Ihre Angst vor Menschen ist durch ihr Jagderlebnis derart gross, dass selbst aufmerksame Hobby-Jäger diese enorm vorsichtig gewordenen Tiere kaum wieder zu sehen bekommen. Und wenn das doch gelegentlich erfolgt, dann ist unter Hobby-Jägern die Rede von dem heimlichen Bock oder der heimlichen Geiss usw.

Bezüglich der zunehmenden Anzahl von schussverletzt in unserer Natur lebenden Tieren war sogar in den einschlägigen Jägerzeitschriften der Vorwurf zu lesen. Demnach sind es nicht nur die häufig in der Dunkelheit beschossenen Wildschweine, sondern auch das bei Tageslicht bejagte Rehwild das grässlichste Verstümmelungen erleidet. Dabei handelt es sich am häufigsten um Knochenzertrümmerungen an einem der Vorderbeine. Die auf Jäger-Deutsch verharmlosend als “laufkrank” bezeichneten Tiere sind in den meisten Fällen noch auf drei Beinen flucht fähig und werden nach Angaben von Hobby-Jägern nur in den seltensten Fällen bei einer Nachsuche erfolgreich aufgespürt und wenn, dann jedenfalls nicht um ihnen zu helfen.

Entsprechend dem Klagen dieses Jägers liegt eine Ursache solcher Fehlschüsse an der weit verbreiteten jägerischen Unsitte, bei Schüssen von der Seite her, das Visier am Vorderlauf hoch zum beabsichtigten Treffpunkt zu führen, sowie dem dabei nervösen Finger am Abzug. Deshalb wird auf der Jagd auch viel getrunken, um einen ruhigen Finger zu haben, wenn es dann soweit ist.

Für jedes dieser so zugerichteten Tiere beginnt ab diesem Moment des jägerischen Nervenkitzels ein qualvolles Leben. Ein Leben mit einer eiternden oder gar faulenden und übel stinkenden Wunde, aus der auch noch nach Jahren, falls das Tier nicht vorher daran zugrunde geht, die Knochensplitter hervorragen.

Jäger sind Psychopathen

Eine häufige Ursache solcher Fehlschüsse sind nicht irgendwelche schwierigen Umstände, sondern oft nur die mangelnden Schiessfertigkeiten der Hobby-Jäger. Die damit ausgelösten Tierquälereien wären daher zu einem grossen Teil vermeidbar, wenn die Jagdausübung nur guten Schützen wie Wildhütern erlaubt wäre. Die meisten Hobby-Jäger üben lieber an lebenden Zielen! Und über schlechte Schüsse und verletzte Tiere spricht man als Hobby-Jäger nicht.

Man mag sich nur mit Schaudern vorstellen was passiert, wenn so ein Jäger von der Seite auf ein Tier schiesst und nicht richtig trifft. Ein Schuss etwas zu weit vorne angetragen kann, anstatt tödlich zu sein, dem Tier das halbe Gesicht zerfetzen. Auch solche Tiere können noch fliehen, auch wenn viele wegen ihrer Verletzungen danach verhungern oder verdursten, falls sie nicht erneut ins Visier eines Jägers geraten. Der etwas zu weit hinten angetragene Schuss zerfetzt die Bauchdecke. Es sind Ergebnisse von Nachsuchen bekannt, wo solcherart verletzte Tiere bei der Flucht sich selbst auf die heraushängenden Därme getreten sind oder den lebenden Tieren auf der Flucht verhängende Därme abgerissen wurden. Ein derartig zugerichtetes Tier würde jedem normalen Menschen über seine angerichtete Tierquälerei die Augen öffnen und ihn nie wieder eine solche Waffe anfassen lassen. Für einen richtigen Jäger gehört solches jedoch einfach zum Hobby mit dazu!

Man verdrängt das Mitempfinden oder man hatte noch nie welches

Es ist unbestreitbar, dass manche Menschen Brutalität sogar noch für besonders männlich und erstrebenswert halten. Dabei übersehen sie dann nur zu gerne, dass sie selbst bezüglich eigener Schmerzen oft die grössten Weichlinge sind und ihre Grobheit und Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen keine grosse Kunst, sondern nur eine Rückständigkeit in der eigenen inneren Entwicklung ist.

Überhaupt braucht man sich über die von Jägern verstümmelten Tiere nicht zu wundern, denn immerhin genügt als Qualifikationsnachweis zur Jagdausübung die vor Jahren irgendwann einmal bestandene Jägerprüfung. Diese berechtigt den Jäger bis ins hohe Alter, ohne dass dabei eine seriöse Nachprüfung,  Sehkrafttest oder der Schiessfertigkeiten seriös erfolgt!

Schmerzen wären aber durch qualifiziertere Jäger in erheblichem Umfang vermeidbar.

Die Einführung von Sehtests und Schiessnachweisen müsste aber auch aufgrund des Jagdgesetzes landesweit erfolgen.

Verstösse gegen das Gesetz sind aber auch wegen der enorm eingegrenzten Kontrollmöglichkeit des Jagdscheines denkbar. Denn zur Kontrolle des Jagdscheines ist nur der Jagdaufseher oder die Polizei berechtigt. Der Jagdaufseher ist aber oft ein Jagd-Kumpel und Polizeikontrollen im Wald, auf den Hochsitzen, sind kaum vorstellbar. Demnach dürfte es für einen Jagdpächter ein leichtes Spiel sein, wenn er irgendwelche Hilfskräfte, anstatt zu bezahlen, lieber mit jagen lässt. Auch Freunde und Gäste könnten so zur Jagdausübung kommen, ohne je eine Jägerprüfung abgelegt zu haben oder gar zur Waffenführung berechtigt zu sein. Durch die eingeschränkte Kontrollmöglichkeit aufgrund der bestehenden Rechtslage, begünstigt der Gesetzgeber solche, auch damit zusammenhängenden unnötigen Tierquälereien.

Nichts gegen Jäger, die nie etwas treffen. Aber schlimm ist, dass Tierquälereien, die mit vorgeschriebenen Schiessübungen und besseren Kontrollen vermeidbar wären, auf leichtfertigste Art seitens der Behörden und des Gesetzgebers auch noch Vorschub geleistet wird.

Besonders bei Treib- und Drückjagden sind sehr treffsichere Jäger wichtig. In der Praxis schiessen aber doch gerade hier viele ungeübte Jäger mit, was in der Regel auch durch einen enorm hohen Prozentsatz an verletzten und verstümmelten Tieren belegt wird.

Nach Ende einer solchen Jagd-Gaudi geht es für viele zuerst einmal zum fröhlichen Feiern, bis hin zum totalen Besäufnis, welches gelegentlich auch schon vor der Jagd mit der einen und anderen in der Runde kreisenden Schnapsflasche begann.

Die vorgeschriebene Nachsuche nach den zu Krüppeln geschossenen Tieren geschieht dann häufig zu einem Zeitpunkt danach. Auch deshalb, damit das verletzte Tier dem Jäger oder Schweisshundeführer nicht mehr gefährlich werden kann, wartet man oftmals einige Stunden ab, bevor man mit dem Nachsuchen beginnt. Bei Einbruch der Dämmerung verschiebt man das Nachsuchen auch oft noch bis zum nächsten Tag. Man lässt das Tier somit in seinem Wundbett liegen. Das hört sich in der Jägersprache auch wieder ganz harmlos und human an. Tatsächlich vegetieren die betreffenden Tiere oft mit wahnsinnigen Schmerzen noch tagelang dahin.

Aber auch die bei einer Nachsuche noch lebend aufgefundenen Jagdopfer erleiden panische Todesängste, was sich oftmals in erbärmlichen Angstschreien ausdrückt, sobald so ein Tier seines Mörders ansichtig wird. Der führt dann eigenhändig und oft ohne jegliche vorherige Betäubung, mit Messerstichen oder mittels Pistolenschuss dessen Hinrichtung aus.

Wenn der Normalbürger mit ansehen könnte, wie ungerührt und brutal viele Jäger mit bereits halbtot geschossenen Tieren umgehen, er wäre entsetzt. Er wäre auch darüber entsetzt, dass es in unserer zivilisierten Gesellschaft noch immer solche primitiven Barbaren gibt und deren Handeln straffrei ist.

Aber auch diese, von solcherlei Brutalitäten innerlich verrohten Menschen, empfinden bei derartigen Hinrichtungen noch ein Gewissen. Allerdings keine Gewissensvorwürfe wegen ihres Mordens, sondern entsprechend ihrem von Jagdritualen geprägten Gewissen, sogar noch eine Gewissenserleichterung.

Sehr viele Verkrüppelungen wären auch vermeidbar, wenn die Jäger auf das Anbringen riskanter Schüsse verzichten würden. Einen riskanten Schuss anzubringen ist die Bereitschaft des Jägers, ein Tier auch dann zu beschiessen, wenn es nicht optimal vor der Flinte steht und eher mit Verletzung und Quälerei als mit dessen Tod zu rechnen ist.

Aber auch die Jagdbegeisterung auf Rehe, Hirsche, Wildschweine, usw. kann zu riskanten Schüssen verleiten. Besonders dann, wenn eine unerwartete Chance auf ein Tier mit aussergewöhnlicher Trophäe die Besitzgier des Jägers zu sehr anheizt.

Auch das Verlangen des Jägers nach Inbesitznahme eines bestimmten Tieres, das ihm immer und immer wieder durch die Lappen ging, kann die Jagdbegeisterung auch in eine Form des Zorns, gegen dieses Tier, ausarten lassen. Die Erlegung kann dann in einer besonderen Art von Hassbefriedigung gipfeln. Sogar die Qualen des Tieres können von manchem Jäger dann noch als befriedigende Strafe, für dessen zuvor noch andauerndes Entkommen empfunden werden. Derart bereits krankhafte sadistische Wesenszüge werden dann, wenn sie überhaupt einmal in einem Gespräch erwähnt werden, nach außen hin wieder gerne in positiver Weise als Jagdtrieb dargestellt.

Diesen geschilderten Tierquälereien und unerträgliche Stressbelastung der gesamten Wildtier-Population, wegen des Jagddrucks sind nicht akzeptabel. Dennoch sei auch an dieser Stelle nochmals erwähnt, dass die Tiere aus Angst vor den heimtückischen Schüssen nicht nur ihren Lebensraum verlagert, sondern auch noch ihren Lebensrhythmus verändert haben. Und dass viele von ihnen daher tagsüber hungernd in Verstecken ausharren müssen und abmagern. Und das alles nur aus andauernder purer Todesangst!

So weit die Umschreibung bezüglich der Tierquälereien an den grösseren Wildtieren und einige Schilderungen über diese noch harmloseste Variante der Jagd, bei der man nur mit Einzelgeschossen auf die Tiere schiesst.

Diese, selbst vor unseren Gerichten so hoch eingeschätzten Regeln der Waidgerechtigkeit, verlangen, dass der Jäger größere Wildtiere vor dem Schuss gut beurteilen kann. Am besten ist es, wenn das Tier ruhig steht. Aber auch ein riskanter Schuss gilt noch als waidgerecht.

Gerade diese so hoch bewerteten Regeln der Waidgerechtigkeit erhöhen die Tierquälereien in einem ganz erschreckenden Ausmaß. Denn mit solcher Bleischrot-Munition werden weit mehr Tiere verletzt, als getötet.

Besonders wegen der Regelung, nur auf fliegende Vögel zu schiessen, gibt der Jäger häufig einen sogenannten Hebeschuss ab. Dies ist ein Schuss, mit dem er die Tiere aufscheucht. Erst dann erfolgt der Schuss mitten hinein in den aufgeflogenen Entenschwarm. Ein oder zwei schwer verletzte Tiere beginnen abzustürzen, während eine Menge anderer durch Streupartikel ebenfalls getroffener Tiere mit dem Schwarm noch fliehen können. Diese Tiere erleiden ein etwa ähnlich qualvolles Schicksal, wie bereits bei den Fehlschüssen an grösseren Tieren beschrieben wurde.

Man kann sich das Massaker vorstellen und die Tierquälereien erahnen die von der Jägerschaft angerichtet werden, wenn die ihre jährlichen Schützenfeste auf Enten und andere Wasservögel abhalten. Ein Wettschiessen auf lebendige Ziele, die oft noch zuvor mit ausgesetzten Volierenten angereichert wurden, um mit mehr Spass auf noch mehr Tiere ballern zu können.

Nach dem Absturz, den viele Tiere überleben, wird das entsprechende Opfer dann von dem Jagdhund erfasst und dem Jäger gebracht. Dies alles zeigt noch einmal, dass Jagd kein Töten aus der Distanz ist, bei der man nur den Finger zu krümmen, aber ihn ansonsten nicht zu beschmutzen braucht. Jäger sind Metzger in der freien Natur, die eigenhändig Tiere erstechen oder erschlagen. Oft werden die Tiere dann an Ort und Stelle von dem jeweiligen Jäger auch noch ausgenommen. Das Gedärme der Tiere wird dabei nicht immer notdürftig verscharrt, sondern bleibt in vielen Fällen offen im Gebüsch liegen, um noch anschliessend damit Füchse anzulocken.

Leider ist mit dieser extrem tierquälerischen Schrot-Munition und auch der anderen Schiesserei noch längst nicht vollständig alles umschrieben, was die Jäger an Tierquälereien sonst noch betreiben.

Noch immer wird in unserer hoch entwickelten Gesellschaft auch die Fallenstellerei als eine beliebte Form der Jagd ausgeübt. Damit behauptet man, dass die Fangjagd tierschutzgerecht erfolgen würde und auch keinen Gesetzesverstoss darstelle.

Geht man aber einmal theoretisch davon aus, dass wirklich nur die zulässigen Fallen verwendet würden, so bleibt diese Jagd dennoch weiterhin eine ganz besonders grausame Jagdform.

Oft zieht sich das langsame qualvolle Sterben in der Falle über mehrere Tage hin, da die Fallen nicht täglich kontrolliert werden. Während durch Schussverletzungen verkrüppelte Tiere irgendwo versteckt im Gestrüpp liegen können, sind in Fallen gefangene Tiere nicht nur durch ihre ev. Verletzungen gequält, sondern auch noch durch den Stress, sich von diesem Ort des Schreckens nicht mehr entfernen und verstecken zu können, was für ein verletztes Tier sehr wichtig ist. Die Belastung durch Schmerzen ist schlimm, dazu bedarf es nicht noch der zusätzlichen panischen Angst und Stressbelastung!

In Lebendfallen müssen Tiere lange mit Todes-Angst und dementsprechendem Stress oder Panik oft in Hitze oder Kälte ausharren, bis der Jäger kommt, sie aus der Falle heraus in einen Sack schüttelt und dann damit so lange auf den Boden schlägt, bis sie endlich tot sind. Ob dieser edle Waidmann in dem Moment auch an seinen Waidwerksspruch denkt und mit diesem Handeln den Schöpfer im Geschöpfe ehrt?

Die panischen Angstschreie der Tiere in diesen letzten Lebensminuten beeindrucken derartige Tierquäler oft genauso wenig, wie bei den Hinrichtungen nach erfolgreicher Nachsuche von schussverletzten Tieren.

Manchen Tieren bleibt solches erspart, denn sie verkraften dieses Gefangen sein nicht. Durch psychische Überlastung verenden sie schon zuvor.

Gesetzlich ist die Kontrolle der aufgestellten Lebend-fallen in regelmässigen Abstand vorgeschrieben. In der Regel früh morgens, da man damit ja Nachttiere zu fangen beabsichtigte und gefangene Tiere nicht unnötig lange leiden lassen sollte. Wer kann es sich schon leisten, sich nach solchen Vorschriften zu richten, wenn er in seiner spärlichen Freizeit doch auch noch ab und zu etwas erschiessen will? Zudem ist es nicht gut, wenn man zu oft an die Fallen herantritt, denn dann fängt man nichts, weil der menschliche Geruch manche Tiere abschreckt. Eine Falle wird erst gut, wenn sie etwas verwittert ist, bzw. der menschliche Geruch ihr und dem näheren Umfeld nicht mehr anhaftet.

Indes bezeugte die Vergangenheit, dass eine spürbare Bestandsminderung der von Jägern mit Fallen bekämpften Raubtiere so nicht zu erzielen war und dieses Argument “Fallen für eine Anhebung der jagdbaren Friedwildbestände” nicht länger haltbar ist. Auch am Beispiel des Fuchses bezeichneten nicht nur Ökologen, sondern auch einige Jäger, die Fallenjagd als den grössten Unsinn. Denn viele Raubtiere, darunter auch der Fuchs, regulieren sich in ihrem Bestand selbst nach dem vorhandenen Futterangebot. Durch die in Fallen zu Tode gequälten und noch zusätzlich erschossenen Füchse werden nur die bereits beschriebenen, die Verluste ausgleichenden, natürlichen Regulationsmechanismen in Gang gesetzt. Dadurch kommt es zu einem schnellen Schliessen der entstandenen Lücken und gelegentlich auch zur Überpopulation. Dagegen beträgt die Fangquote nur einen geringen prozentualen Anteil der jährlichen Nachwuchsmenge und führt zu keiner echten Bestandsminderung.

Pelz

Besonders am Jagdopfer “Fuchs”, aber auch bei all den anderen, sich nach dem Futterangebot selbst regulierenden Raubtieren, wird die ganze Hobby-Jägerschaft wieder einmal mit ihrer eigenen Sinnlosigkeit bei der Niederwildjagd und Fallenstellerei konfrontiert.

Demnach könnte man nicht nur auf das Fallenstellen, sondern auch auf die gesamte Kleintierjagd verzichten. Denn bei dieser Art der Jagd erfolgt das Töten der Tiere derzeit, zumindest in den landwirtschaftlich stillgelegten Bereichen, sowieso ohne vernünftigen Grund. Das sinnlose Töten von Tieren ist jedoch ein Verstoss gegen das Tierschutzgesetz und verboten. Aber wie bereits erwähnt, erfolgt ja alles waidgerecht und somit gesetzeskonform!

Bezüglich der Fallenstellerei, besonders beim Niederwild, ist ein wirklich notwendiger Anlass, unter allen den von Jägern vorgetragenen Scheinargumenten, nicht erkennbar. Dennoch gibt es zwei Beweggründe zur Fallenstellerei und Kleintierjagd. Zum einen geht es bei diesem Töten nur um den damit zusammenhängenden jagdlichen Spass und die Freude beim Beutemachen und zum anderen auch noch um eine finanzielle Verlockung. Letztere ist Anreiz genug, um als Jäger den Pelz tragenden Jagdkonkurrenten mit doppeltem Wohlwollen das Fell über die Ohren zu ziehen. Denn mit guten Bälgen liesse sich theoretisch die Jagdkasse schon um einiges aufbessern, vor allem dann, wenn die Felle keine Einschusslöcher aufweisen.

Inzwischen ist dennoch, auch aus den Kreisen der Jäger immer öfter die Forderung zu vernehmen, dass man die Fallenjagd auch bei uns endlich als Bauernopfer fallen lassen sollte, bevor dem Image der Jägerschaft nur noch mehr Schaden dadurch entsteht. Besonders verletzte und lange schreiende Tiere könnten Spaziergänger anlocken. Ein Foto in der Zeitung genügt, um dem Image der örtlichen Jägerschaft wieder lange anhaltenden Schaden zu bescheren.

Ein anderes aber nicht weniger grausiges Kapitel der Jagd ist der Umgang mit dem Jagdhund

Man vermutet zwar bei vielen Jägern wenigstens gegenüber ihrem Jagdhund eine gewisse Tierliebe. Auch gibt es über diese Tierliebe viele Artikel in Jagdzeitungen. Aber ob das wirklich Tierliebe ist? Oder ist es nur die Verwechslung mit dem Gefühl der Genugtuung, über die treue Untergegebenheit und den selbstlosen Einsatz des Hundes für jägerische Interessen? Ob diese Liebe zum Jagdhund mit der Liebe zum gut funktionierenden Auto etwa gleichzusetzen ist? Sobald die Zuverlässigkeit nachlässt, schlägt diese vermeintliche Liebe bei vielen in Hass um. Tritte, Schläge und für viele ist es letztlich die Kugel für den Hund, die so manche merkwürdige Liebe beendet hat. Dann muss wieder ein neuer Hund her und den muss man zuerst einmal zum Jagdhund ausbilden.

Zu den Aufgaben eines Jagdhundes gehört es, Wild aufzustöbern, zu stellen und auch angeschossene Tiere aufzufinden.

Dass die, ganz enorm mit tierquälerischen Komponenten ausgefüllte Hobby-Jagd in unserer als human geltenden Gesellschaft noch immer ihre Anhänger und Mitläufer findet, hat mit Sicherheit die verschiedensten Gründe.

Einer dieser Gründe könnte sein, dass in unserer hoch technisierten Zivilisation inzwischen nicht mehr wie früher Mut und Kraft, sondern Fachwissen und Intelligenz über Rangstellung und Ansehen entscheiden. Dem Streben vieler Männer nach dem alten Hau-Ruck-System Respektierung zu erlangen oder ein Gefühl von Kraft oder Macht zu verspüren, haben sich nicht nur die Sportfahrzeughersteller, sondern vor allem auch die Freizeitbranche angepasst. Hier ermöglicht gerade die Hobby-Jagd mit ihrer modernen Waffentechnik und ihrem rechtlichen Sonderstatus auch solchen, für andere Sportarten untauglichen und verweichlichten Männern, ohne grosse Anstrengung ihr inneres Selbstwertgefühl wieder aufzuwerten und ihr ersehntes Machtgefühl auszuleben. Das Gewehr und vielleicht auch die Rohheiten im Umgang mit Tieren vermitteln dabei manchem Mann endlich wieder das Männlichkeitsgefühl das er zur Aufrechterhaltung seines inneren Gleichgewichts suchte. Gerade die auffällige Präsentation der Jagdtrophäen als Beweisstücke von Jagderfolg und Schiessfertigkeit verrät oft viel über ein unterschwelliges Betteln vieler Jäger um mehr Anerkennung und Respekt.

Vor einem solchen nicht ganz von der Hand zu weisenden Hintergrund und in Anbetracht der ohne praktischen Nutzen betriebenen Hobby-Jagd, auf die zuvor absichtlich über hegten Tierbestände, ist an dieser Stelle zu hinterfragen: “Müssen denn tatsächlich Tiere bei uns leiden und sterben, nur weil auch psychisch behandlungsbedürftige Personen und vielleicht unter ihnen auch unser freundlicher zur Jagd gehender Nachbar, mit Gewehren auf völlig verängstigte Hasen und Feldhühner losgelassen werden?” Man mag es kaum glauben, Morde und Gräueltaten anstelle psychologischer Betreuung und das in unserer Gesellschaft!

Ob man nicht nur der Tiere wegen, sondern auch zur Wahrung der Menschenwürde für alle diese Nachbarn, die Jagd verbieten sollte?

“Wild beim Wild”-Newsletter abonnieren.

Interessen-Gemeinschaft

Wild beim Wild


Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates und nicht an Hobby-Jäger-Banden delegiert.