Unkultur

Frankreich: Hobby-Jäger verlieren Arbeitsstelle nach Trophäenjagd

Es sollte ein Trophäenbild sein, das ihren Erfolg auf der Jagd zeigt, aber das Foto eines französischen Paares, welches sich neben einem von ihnen geschossenen Löwen zeigt, führte letztendlich zu ihrer Kündigung.

Die beiden Manager eines Supermarkts in L’Arbresle dans le Rhône, einer kleinen Stadt in Ostfrankreich bei Lyon, hatten an einer sogenannten Gatter-Jagd (Canned-Hunting) in Afrika teilgenommen, bei der auf Wildtiere geschossen wird, die in einem umzäunten Gelände gefangen sind.

Eine solche Jagd-Safari garantiert praktisch den Jagderfolg für dekadente Hobby-Jäger.

Löwen werden auf so genannten Canned Hunting-Farmen per Hand aufgezogen, um später keine natürliche Scheu vor dem Menschen und damit dem Hobby-Jäger zu haben. Auf vielen Farmen werden die Tiere sogar mit Ködern gelockt oder medikamentös ruhig gestellt, um den Jagderfolg auch für ungeübte Schützen zu ermöglichen. Denn auf Löwenjagd darf zum Beispiel in Südafrika prinzipiell jeder gehen. Ein Jagdschein oder ein Nachweis für Jagderfahrung sind in den meisten Fällen nicht nötig. 

Gatterjagd ist ein Hobby für die wohlhabende Minderheit, denn ein Abschuss kann über 50’000 Franken kosten. Die Kosten richten sich dabei nach Geschlecht und körperlichen Zustandes des Tieres. Je stattlicher ein Löwe, desto tiefer müssen die Dekadenten für die Trophäen in die Tasche greifen.

Als sich jedoch in den sozialen Medien Bilder verbreiteten, die das Paar Alboud neben den Kadavern eines Löwen, eines Nilpferds, eines Zebras, eines Alligators und eines Leoparden zeigten, löste dies eine heftige nationale Reaktion der Empörung in Frankreich aus.

Angesichts des enormen Druckes und der Forderung, den von ihnen betriebenen Supermarkt zu boykottieren, entschlossen sich die beiden dekadenten Hobby-Jäger “mit sofortiger Wirkung” zurückzutreten, teilte der Supermarkt am Dienstag mit.

Diese Bilder stehen im Widerspruch zu den Werten und Verpflichtungen der Supermarktkette. Wir verurteilen sie nachdrücklich, obwohl sie sich auf private Aktivitäten der Manager beziehen“, heisst es in einer Erklärung.

“In Anbetracht der Verurteilung, die durch diese Aktivitäten in der Genossenschaft und der berechtigten Aufregung in der Öffentlichkeit hervorgerufen wurde, haben die Manager des Geschäfts beschlossen, die Kette und ihr Geschäft sofort in L’Arbresle zu verlassen.”

Kopien der belastenden Fotos wurden von “30 Millions d’Amis” veröffentlicht, einer französischen Tierschutzorganisation, deren Name “30 Millionen Freunde” bedeutet.

Das Unternehmen versprach, neue Manager einzustellen, und kündigte an, dass der Supermarkt am Donnerstag wiedereröffnet werde.

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