Unkultur

Fellwechsel: Coronakrise ist Super-GAU für Pelzindustrie

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Pelz ist untrennbar mit Leid und Tod von Wildtieren verbunden. Dennoch versuchen Jagdverbände, Pelz wieder salonfähig zu machen und Nutzen dazu in erheblichem Masse auch Steuergelder aus staatlicher Förderung, wie zum Beispiel die Fellwechsel GmbH in Berlin.

Die Fellwechsel GmbH hat aufgrund der Coronakrise, die zu einem Zusammenbruch des Pelzmarktes geführt hat, den Betrieb bis auf Weiteres eingestellt und tiefgefrorene Ware zwischengelagert, schreibt das Unternehmen auf seiner Webseite. Zudem sollen Hobby-Jäger auf ihre Gutschriften verzichten.

„Die Coronakrise hat zahlreiche Modeunternehmen und Designer getroffen, ebenso Handwerksbetriebe. Leider musste eine Gerberei bereits Insolvenz anmelden, die für Fellwechsel gearbeitet hat. Um die grossen Menge von über 30.000 Fellen bearbeiten zu können, arbeitet Fellwechsel mit verschiedenen Partnern zusammen. Wie tiefgreifend die Verluste bei Designern, Händlern oder Kürschnern sind, ist derzeit nicht absehbar. Ebenso wenig, wie schnell Produktion und Nachfrage auf dem Weltmarkt wieder anlaufen.

Bereits auf einer der grössten Messen der Pelzbranche, der MilanoOne, zeichnete sich Ende Februar 2020 ein düsteres Bild. Messebesucher blieben aus, insbesondere chinesische Kunden fehlten gänzlich. Die grossen Auktionshäuser wie SagaFur oder KopenhagenFur mussten auf Online-Auktionen umstellen, freilich ohne Erfolg: Die Verkaufsraten lagen teilweise bei null Prozent.

Fellwechsel: Kein Verständnis bei Tierschützern

Die Jagd an sich fügt Wildtieren schon unnötiges Leid zu. Zudem sind sogenannte Ökopelze von Hobby-Jägern letztlich nur ein Etikettenschwindel auf Kosten der Tiere. Denn auch für diese Pelze sterben Wildtiere unnötig. Ausserdem werden beim Gerben keinesfalls nur natürliche Stoffe eingesetzt, wie es auf der Webseite von Fellwechsel heisst.

Die Pelzgewinnung aus zum grossen Teil tierquälerischer Jagd wird kaum rentabel werden – das Projekt Fellwechsel dient deshalb vor allem als Propagandainstrument. Mit dem Hinweis auf vermeintlich „ökologisch korrekten“ Pelz will man die gesellschaftlich geächtete Pelzkleidung wieder salonfähig machen und eine Rechtfertigung für die fragwürdige Verfolgung von Füchsen und anderen Beutegreifern schaffen. So wird in Verbindung mit der Vermarktung der Pelzprodukte behauptet, dass die Jagd auf Fuchs und Co. notwendig und eine Nutzung der Felle daher nicht verwerflich sei.

Tatsächlich setzt sich hingegen immer mehr die Erkenntnis durch, dass die Jagd auf Füchse oder Marder keineswegs notwendig, sondern ökologisch unsinnig ist und beispielsweise die Ausbreitung von Wildtierkrankheiten fördert.

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

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