Unkultur

Fakten, die Dir niemand über die Jagd sagt

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

Hobby-Jäger produzieren viele Ausreden, um ihren Zeitvertreib zu rechtfertigen. Grausames, unnötiges Töten – was die Jagd oftmals ist – hat jedoch keine Berechtigung in einer zivilisierten Gesellschaft.

Wo ist das Wildtiermanagement?

Wo Luchs und Wolf regelmässig vorkommen, werden weniger Schäden an der Waldverjüngung festgestellt, aber genau die sollen jetzt auch wieder verstärkt bekriegt werden, trotz tiefen Populationen. Aktuell gibt es rund 300 Luchse und 40 Wölfe in der Schweiz. Platz hätte es für das 10-Fache.

1970 gab es in der Schweiz einen geschätzten Rothirschbestand von 11’880 Einheiten. 1’611 Stück wurden damals durch Jäger zur Strecke gebracht, was 13 % entspricht – darunter 36 Jungtiere. Erst 1962 wurde plötzlich begonnen, Jungtiere zu bekriegen, obwohl die Bestände jahrelang in einem vernünftigen Masse waren. Hirschkühe werden laut dieser Statistik seit 1949 gejagt, vorher waren es nur Stiere.

Rothirsch im Jahr 2014

Bestand 33’072, Abschuss 10’715 was 32 % entspricht – darunter schon ein 45 % Anteil Jungtiere. 4’873 Geburten um an Hobby-Jäger zum umgehenden Abschuss verkauft zu werden. Fair scheint das nicht zu sein. Man stelle sich mal vor, jemand würde das mit uns Menschen machen, was Hobby-Jäger mit den Wildtieren veranstalten. Jeder andere Tierhalter wäre im Gefängnis, der seine Schutzbefohlenen dermassen terrorisiert, misshandelt, manipuliert und in Angst und Schrecken versetzt.

Da Wildfleisch nebst vielen anderen Gesundheitsgefahren amtlich von der WHO bestätigt auch krebserregend sein kann und ist, ist Jagen mit Sicherheit kein existenzieller Trieb mehr zum Überleben. Der Hunger- und Dursttrieb kann in diesem Zeitalter ethisch korrekt befriedigt werden. Zudem gibt es Fleisch im Überfluss. Der Jagdtrieb ist ein archaisches Überbleibsel aus vergangener Zeit, wie Kannibalismus und Feuer machen mit Steinen – eine Unkultur.

Wenn man sich all diese Jagdstatistiken anschaut, kann man beim besten Willen keine Regulation, Plan, Konzept, Gleichgewicht oder Strategie zu einer vernünftigen Ausgewogenheit erkennen, aber eine Manipulation und Stimulation der Jäger. Für die einen Wildtierbestände geht es unnatürlich flott nach oben und für andere steil nach unten Richtung Rote Liste gefährdeter Arten.

Die rund 30’000 Anhänger von “Jagd Schweiz” investieren laut eigenen Angaben jährlich über 100 Millionen Franken in das Schlachthaus Natur. Das sind über 3’333.– Franken pro Hasenflüsterer für Waffen, Lobbyismus, Jagderlaubnis, usw.

Auf der anderen Seite hört man seit Jahrzehnten von den Förstern, dass die Hirsche (hauptsächlich durch die Jäger dort parkiert) den Schutzwald schädigen. Auch, weil ihre klassischen Einstandsgebiete im Winter rege von Sporttreibenden frequentiert werden. Die Tiere weichen aus in den Wald. Die hohen Wildbestände führen im Gebirge dazu, dass die Verjüngung des Waldes nicht mehr im erforderlichen Umfang sichergestellt werden kann. Schutzwälder drohen ihre Wirkung zu verlieren. Fast die Hälfte unserer Wälder schützen Menschen, Siedlungen und Verkehrswege vor Naturgefahren. Damit sie stabil bleiben, müssen sie sorgfältig gepflegt werden. Für die Schutzwalderhaltung und für Lawinenverbauungen leistet der Bund jährlich Millionensubventionen. Von 2008 bis 2012 subventionierte der Bund z. B. die Schutzwaldpflege im Kanton Wallis mit 40 Millionen Franken. Der Kanton zahlte 44 Millionen und die Gemeinden weitere 16 Millionen. Insgesamt wurden in vier Jahren also 100 Millionen Franken nur im Wallis investiert.

Der Schweizer Wald zählt rund 250’000 Waldeigentümer; 96 % davon sind Privatwaldeigentümer mit weniger als 50 ha Wald. Durchschnittlich gehört den letzteren je 1.37 ha Wald.

Tatsächlich sind Hobby-Jäger seit Jahrzehnten nicht imstande, auch die Hirschpopulation sinnvoll zu pflegen und beanspruchen mit ihrem Hobby immer auch noch Steuergelder. Man implementiert zwar immer neue Tierquälereien wie Sonderjagden gegen den Winter hin, Jungtierschiessen, Muttertierschiessen, Störungen usw. um den Schein zu wahren, aber die Ergebnisse sind seit Jahrzehnten nicht zufriedenstellend und sorgen für heftige Diskussionen. Zudem sind die neuen Jagdmethoden keine modernen wissenschaftliche, wildbiologischen Erkenntnisse, sondern Schandtaten, welche schon früher verpönt waren. Das Ganze hat mit Jagd schon lange nichts mehr zu tun.

Jagd ist kein Wildtiermanagement, sondern eine ethische Bankrotterklärung – ein gesellschaftliches Versagen.

Dass falsche Jagdplanung und Jagddruck nur die Geburtenraten explodieren lässt, darauf weisen seriöse Wildtierbiologen seit Jahren hin. Tierschützer regulieren längst bei Bedarf Tierpopulationen nachhaltig via Geburtenkontrolle. Zoos, Tierpärke usw. machen dies auch so.

Im Kanton Genf wünschen sich die Einwohner seit Jahrzehnten kein Blutgeld von den Tierquälereien der Hobby-Jäger in der kantonalen Staatskasse. Was dort früher hunderte Hobby-Jäger ebenfalls minderwertig gemacht haben, erledigen heute, nebst vielen anderen Aufgaben, 11 Wildhüter vorbildlicher.

Acht Fakten

1. Echte Sportarten beinhalten den Wettbewerb zwischen den zustimmenden Parteien und enden nicht mit dem vorsätzlichen Tod eines unwilligen Teilnehmers. Sonst ist es eine Tätigkeit, die nichts mit dem traditionellen Jagen zu tun, sondern terroristisches Snipertum. Dem hingezogen fühlen sich Feiglinge, Schwache, Kranke oder Durchtriebene.

2. Jagdverbände und kantonale Ämter für Jagd und Fischerei wollen Beutegreifer, wie Wölfe oder Luchse dezimieren, um die Beutetiere wie Reh, Gams oder Hirsch vor ihnen zu schützen. Damit haben Hobby-Jäger mehr Tiere zum Schiessen, was durch den Patentverkauf oder die Revierbeiträge Blutgeld in die Kantonskassen spült. Es geht wie in einem Reisebüro, ums organisieren von attraktiven Jagden.

Luchse

3. Natürliche Phänomene wie Beutegreifer, Hunger, Nahrungsangebot und Krankheiten töten in erster Linie die kranken und schwachen Individuen. Hobby-Jäger dagegen versuchen, die grösseren, stärkeren Tiere zu töten, weil sie ihre Köpfe an einer Wand hängen wollen, was die übrige Population schwächt. Auf jeden Fall werden immer Tiere geschossen, die ohne Hobby-Jagd einen starken und gesunden Genpool generieren würden.

Jäger Trophäen Wand

4. Die meisten Jagden finden im Versteckten statt, wo Gesetze, die Wildtiere schützen, oft ignoriert oder schwer durchgesetzt werden können. Wer glaubt, dass Hobby-Jäger, die schon auf der Jagd in vielen Belangen wie Tierschutz, Naturschutz, Gesetze, Ethik usw. überfordert sind, auch noch fachgerechte Metzger sind, ist einfach nur naiv.

Jagd im Kanton Zürich mit Abgasen im Wildbret. Hygiene gleich Null!

5. Wenn Tiere getötet werden, werden Familien zerbrochen, wobei junge Tiere oft verhungern oder von anderen Tieren angegriffen werden. Für Tiere wie Wölfe oder Füchse, die meist monogam und in eng verbundenen Familieneinheiten leben, kann die Hobby-Jagd ganze Sozialstrukturen zerstören.

Rudel Wölfe

6. Hobby-Jäger verletzen und töten oft andere Tiere als diejenigen, die gejagt werden, einschliesslich Pferde, Kühe, Esel, Hunde und Katzen. Manchmal verletzen oder töten Jäger sogar sich selbst oder andere Menschen, wie Wanderer oder andere Hobby-Jäger.

Schweizer Hobby-Jäger erschiesst 4 Esel.

7. Hunde, die für die Jagd verwendet werden, verbringen nicht selten das ganze Jahr über ein leidiges und trostloses Leben in einem Zwinger und können sich nur während der Jagdzeit austoben. Einige Hunde gehen bei der Jagd verloren oder werden getötet.

Toter Jagdhund – Opfer der Baujagd

8. Gejagte Tiere sterben oft nicht schmerzlos oder schnell. Viele Tiere müssen mehrmals geschossen werden. Eine britische Studie der Hirschjagd ergab, dass 11 Prozent der von Hobby-Jägern getöteten Hirsche erst nach zwei oder mehr Schusswunden starben und dass einige verletzte Hirsche mehr als 15 Minuten litten, bevor sie starben. Die miserabelsten Schützen in der Schweiz sind Hobby-Jäger. 

Reh mit Schussverletzung und weg geschossenem Hinterbein

Millionen von Tieren werden jedes Jahr von Hobby-Jägern getötet. Stoppen Sie das Blutvergiessen, indem Sie sich weigern, den militanten Gewalttätern anzuschliessen, indem Sie diese Seite teilen und Menschen über die Hobby-Jagd aufklären.

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Interessen-Gemeinschaft

Wild beim Wild


Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates und nicht an Hobby-Jäger-Banden delegiert.