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Die "Totmacher" in unseren Wäldern

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Wenn der Wald lichter wird, finden zwischen November und Januar wieder verstärkt Drückjagden statt. Meist werden dabei Wildschweine, Rehe oder Hirsche gejagt. Die Drückjagd ist eine Bewegungsjagd, bei welcher etliche Treiber mit ihren Hunden das Wild aufscheuchen und den Hobby-Jägern vor die Büchsen „drücken“. Ziel ist es, möglichst viele Tiere zu töten.

Durch den Einsatz von Treibern und von Hunden flüchtet das Wild häufig in Panik. Gezielte, wohlüberlegte und tödliche Schüsse sind oft nicht möglich. Nicht nur, weil die Tiere hochflüchtig sind, sondern auch weil viele der oft mehreren Dutzend Hobby-Jäger keine ausreichende Schiesspraxis haben. Das Reh kann aufgrund seiner arttypischen Bogensprünge in der Bewegung nicht sicher getroffen werden, moniert der Wildtierschutz Deutschland.

Wenn die Jagdevents dann auch noch kommerzialisiert und an Hobby-Jäger aus allen Teilen des Landes und dem grenznahen Ausland verkauft werden, kommt es zwangsläufig zu wenig waidmännischen Szenen.

Abgeschossene Gliedmassen und zerschossene Ober- u. Unterkiefer

Bei Drückjagden werden nur etwa ein Drittel der Tiere sofort durch Blattschuss getötet. Viele Tiere weisen Bauchschüsse, Rückenverletzungen, Schüsse in Gliedmassen auf oder werden erst gar nicht gefunden. Rehwild wies in einer Untersuchung der Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz bei etwa 30 % der männlichen und 60 % der weiblichen Tiere Bauchschüsse auf.

Abgeschossene Gliedmassen und zerschossene Ober- u. Unterkiefer

Analog einer Fachuntersuchung, die im Jahr 2008 im Sonderdruck „Wildbrethygiene“ beim Deutschen Landwirtschaftsverlag veröffentlicht wurde, ist belegt, dass bei Bewegungsjagden nur 25 – 30 % der Tiere durch direkten Schuss (Blattschuss) sofort getötet werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 70 – 75 % bei Bewegungsjagden durch sogenannte „schlechte Schüsse“ verletzt oder verstümmelt werden und daraufhin oftmals qualvoll sterben.

Nicht selten werden bei diesen Events Jungtieren, insbesondere Frischlingen, ihre Eltern weggeschossen. Durch das dichte Fell und die schnell zu treffende Entscheidung zum Schuss wird immer wieder nicht erkannt, dass es sich um ein Muttertier oder gar das Leittier handelt.

Weniger wissenschaftlich, aber nicht weniger deutlich sind die Kommentare von Wildbretvermarktern: Die berichten, dass bei Drückjagden nicht selten bei zehn Rehen – ein erwachsenes Tier wiegt 20 bis 30 kg – insgesamt nur 20 kg des Wildbrets verwertet werden können, der Rest ist zerschossen oder aufgrund des Leids der Tiere und dem damit verbunden Ausstoss von Stresshormonen verdorben. Wer das Fleisch dennoch verwertet, veräussert es meist als Wildgulasch.

Kritiker dieser Art zu jagen, darunter zunehmend aus den Reihen der Hobby-Jäger, vertreten, dass Drückjagden bzw. Bewegungsjagden weder waidgerecht noch tierschutzrechtlich tragbar sind. In Jägerkreisen heissen solche Jagden auch Jagd-Events oder Kill-for-Cash-Partys – eine Schande.

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