Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz eröffnet in Wüschheim ein sogenanntes Schwarzwildgatter, das im März 2022 in Betrieb genommen werden soll.

In solchen Gattern werden „Jagdhunde“ für die Schwarzwildjagd ausgebildet: Die Hunde sollen dort lernen, systematisch Wildschweine aufzuspüren und sie aus dem Unterholz zu treiben. In dem Übungsgatter befinden sich bereits sieben Wildschweine, die der Jagdverband vom Wildpark Kaiserslautern erhalten hat. PETA kritisiert den Wildpark für die Abgabe der Wildtiere an die tierschutzwidrige Einrichtung scharf: Die Wildschweine müssen in einem eingezäunten Areal immer wieder Angriffe ihrer Feinde erdulden. PETA fordert die Verantwortlichen des Wildparks Kaiserslautern auf, die Wildschweine zurückzunehmen und ihnen bis zu ihrem natürlichen Lebensende ein sicheres und möglichst artgemässes Zuhause zu gewährleisten. Darüber hinaus setzt sich die Tierrechtsorganisation für ein Verbot der Jagd auf Wildschweine ein.

Die Haltungsbedingungen im Grünen und der Fokus auf einheimische Tierarten bei Wild- und Tierparks stellen eine trügerische Idylle im Vergleich zu Exoten-Zoos in Grossstädten dar. Denn auch in Wildparks wird rücksichtslos und lebensverachtend mit den Tieren umgegangen. Es ist abstossend, dass eine solche Praxis, bei der Jagdhunde an Wildtieren scharfgemacht werden, vom Wildpark Kaiserslautern wissentlich unterstützt wird.

Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA.

Übungsgatter bedeuten Stress und Leid

Schwarzwildübungsgatter sind nach Auffassung von PETA mit dem Tierschutz unvereinbar, weil die Wildschweine dort anhaltendem Stress und damit erheblichem Leid ausgesetzt sind. Laut Tierschutzgesetz ist es daher auch verboten, ein Tier auf ein anderes zu hetzen. Mit einer Ausnahme: Für die Jagd wird das Tierschutzgesetz in diesem Bereich ausser Kraft gesetzt. Vermeintlich harmlos wirkende Anschauungsvideos der Jägerschaft spiegeln nach Ansicht von PETA nicht die Realität wider, denn in der Jagdpraxis verbeissen sich Hund nicht selten in die Wildtiere.

Aus Tierrechtsgründen ist die Arbeit im Schwarzwildgatter und Schliefenanlagen klar abzulehnen. Es handelt sich um eine Ausbildungsmethode an lebenden handzahmen Tieren, die ihr Leben in einem Gatter fristen und nach Gebrauch oder Untauglichkeit getötet werden.

Wildtiere in derartigen Anlagen erleben bei jedem Training auf’s neue Todesangst und Stress. Was man unter „artgerechter Betreuung und Tierschutz“ in diesem Zusammenhang versteht, mag man sich gar nicht erst vorstellen. Nebst dem Risiko, durch ein sich stellendes Wildschwein verletzt zu werden, besteht bei Wildschweinjagden und Trainings im Schwarzwildgatter auch eine nicht unbeträchtliche Gefahr, dass sich Hunde dabei mit dem tödlichen Virus der Aujetzky-Krankheit (Pseudo-Wut) infizieren! 2016 gab es in Deutschland neue Fälle dieser Epidemie. Wildschweingatter ziehen nur Ärger und Probleme an.

Die Praxis hat gezeigt, dass es immer wieder zu schwersten Verletzungen von Tieren bei der Arbeit im Gatter – analog zu den Schliefenanlagen mit den Füchsen – kommt oder spätestens auf der Jagd.

Die Jagd auf Wildschweine ist unglaublich grausam, immer wieder werden schwere Verstösse gegen das Tierschutz- und Jagdgesetz bekannt. So sterben bei Drückjagden bis zu zwei Drittel der angeschossenen Tiere nicht sofort, sondern schleppen sich mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Gedärmen tiefer in den Wald. Oft sterben sie nach vielen Stunden oder sogar Tagen einen langsamen Tod.

Auch die Ausbeutung von Hunden für die Jagd ist immer mit Tierleid verbunden. So werden die Hunde nicht nur an lebenden Tieren wie Wildschweinen, Füchsen oder Enten „trainiert“, auch ihr eigenes Leben wird in den gefährlichen Einsätzen immer wieder aufs Spiel gesetzt. Zahllose Hunde werden bei der Jagd verletzt. Dies nehmen Hobby-Jäger in Kauf und missbrauchen die Tiere regelrecht als Jagdwaffe. So zeigten schockierende Aufnahmen im März 2020, wie ein Hobby-Jäger einen Hund auf ein verletztes und geschwächtes Wildschwein hetzte und ihn immer wieder anbrüllte, er solle doch zubeissen. Nur wenige Monate zuvor filmte ein Augenzeuge, wie mehrere „Jagdhunde“ mindestens zehn Minuten lang ein Wildschwein attackierten und bissen – erst dann schritt ein Hobby-Jäger ein.

Die IG Wild beim Wild lehnt die Anlage ebenfalls ab, weil:

1. Stress und Verletzungsgefahr für Wildschweine und Hunde bedeutet.

2. Weil die IG grundsätzlich den Ansatz solcher Anlagen falsch findet und überzeugt ist, dass Bewegungs-/Treib- und Drückjagden mit Jagdhunden auch durch die vielen Fehlschüsse abscheuliches Tierleid verursachen.

4 Kommentare

  1. Luigi Temporin Antworten

    In Italien läuft gerade ein Referendum um die Jagd endlich im 21. Jahrhundert abzuschaffen ……bis Ende Oktober.
    Wenn wir dort fertig sind, fangen wir mit Deutschland an.
    Die hobby Mörder-Jäger müssen im 21. Jahrhundert endlich verschwinden.
    Fernerhin sie verteilen auf UNSEREN WÄLDER mehr als 100.000 kg giftigem Blei und toten und verletzten sogar Menschen. Es passiert immer wieder.
    Also……endlich weg mit solchen Menschen aus unseren Wälder.

  2. Petra Twardoch Antworten

    Dieses psychopathische Pack lässt sich immer Neues einfallen, um seine abartigen, niederen Instinkte auszuleben. Die Welt wäre ohne sie viel besser dran.

    • Gert Weisenseel Antworten

      Wo bleibt denn unser allgepriesenes Tierschutzgesetz anscheinend gilt es nicht für Jäger und die Massentierhaltung in der Landwirtschaft. Daran sieht man doch wie verlogen das ganze ist wenn sich ei nige Gruppen in der Gesellschaft der Gestzbarkeit entziehen können. Hier ist dringend Handlungsbedarf von seitens der Politik erforderlich um derartige Privilegien
      einzelner Gruppen abzuschaffen . Wie heißt es so schön .
      Vor dem Gesetz sind alle gleich anscheinend sind einige Gruppen vor dem Gesetz gleicher denn ihre Verstöße gegen den Tierschutz bleiben ungeandet. Ein leidiges Thema an das unsere sogenannten Volksvertreter nicht ran trauen,denn sie möchten ja auch weiterhin Parteispenden von dieser privilierten Gruppen erhalten.

  3. Das muss sofort Verboten werden.Man füge einem Lebewesen nicht zusätzlich Schmerz zu.Ich hasse Jäger total.Die Wahrheit ist die Natur brauch diese Hampelmänner nicht

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