Unkultur

Circus Afrika: Elefantenleid ohne Ende

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Das Elefantenleid geht weiter: Circus Afrika, der aufgrund gravierender Missstände in der Tierhaltung seit Jahren für Negativschlagzeilen sorgt, plant nun, mit einem „Erlebnispark“ in Starkenberg sesshaft zu werden. Dort sollen die nachweislich verhaltensgestörten Elefanten ab dem 1. Mai in Tierschauen vorgeführt werden.

Im weiteren Verlauf sind auch das Reiten, Streicheln, Baden und Fotoshootings mit den Tieren vorgesehen. PETA kritisiert das Vorhaben scharf und weist zudem auf die Gefahren des Wildtierkontakts hin: Die Elefanten wurden jahrzehntelang in der Manege ausgebeutet; ihr Verhalten ist unvorhersehbar. In europäischen und nordamerikanischen Zirkusbetrieben sind seit 1980 mindestens 52 Menschen von Elefanten getötet und mindestens 148 teilweise schwer verletzt worden. Zudem wurden in den USA und in Indien bereits für Unterhaltungszwecke eingesetzte Elefanten positiv auf Tuberkulose getestet. Die Krankheit ist hochgradig ansteckend und von Elefanten auf den Menschen übertragbar. PETA appelliert nun an das Veterinäramt sowie das Ordnungsamt des Landkreises Altenburger Land, diese Risiken zu berücksichtigen und dem Zirkus den unmittelbaren Kontakt zwischen Besuchern und Wildtieren zu verbieten.

Mit Circus Afrika lässt sich einer der rücksichtslosesten Zirkusbetriebe des Landes in Starkenberg nieder. Die Elefanten wurden viele Jahre für Auftritte missbraucht und quer durchs Land gekarrt. Diese Tiere sind frustriert – und ihre Verzweiflung kann sich jederzeit in einer neuen Tragödie entladen“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Es ist unverantwortlich, das tierquälerische Elefantenreiten zuzulassen, während Reiseveranstalter derartige ‚Attraktionen‘ im Ausland zum Schutz von Mensch und Tier zunehmend aus ihrem Angebot streichen.

Circus Afrika eilt sein schlechter Ruf voraus

PETA geht davon aus, dass das Zirkusunternehmen den Reisebetrieb nicht aus Tierliebe einstellt. Da dem Zirkus und seinem Direktor Hardy Weisheit ein schlechter Ruf vorauseilt, dürfte es sich zunehmend schwierig gestaltet haben, Genehmigungen für Gastspiele zu erhalten. So fiel Weisheit 2019 durch Beschimpfungen und Drohungen gegen den Bürgermeister und weitere Mitarbeiter der Stadt Münchberg negativ auf, wo ihm ein Gastspiel verweigert wurde. Zudem wurde er 2018 wegen Körperverletzung an einer Weimarer Amtsveterinärin rechtskräftig verurteilt (Az.: Ns 902 Js 14516/16). In einer Chronik hat PETA die Verfehlungen des Zirkusbetriebs aufgelistet.

Gutachten bestätigen Tierleid bei Circus Afrika

Unzulässiges Anketten der Elefanten während des Tages, mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten, Temperaturen im Stallzelt nahe dem Gefrierpunkt: Die Liste der wiederkehrenden Verstösse bei Circus Afrika ist schier endlos. Dies verwundert kaum: Experten zufolge funktioniert die Dressur von Elefanten nur mit Gewalt und Zwang. Zahlreiche Videoaufnahmen zeigen das sogenannte Weben der drei Elefantendamen bei Circus Afrika. Dabei schwingen sie pausenlos mit Kopf und Rüssel hin und her.

Auch ein Sachverständigengutachten bestätigt, dass die Elefanten Verhaltensstörungen im fortgeschrittenen Stadium zeigen, was als dauerhaftes Leiden einzustufen ist. Die übergewichtige Elefantin Gandhi zeigt zudem eine Umfangsvermehrung im Bereich des Unterbauchs, bei der es sich um ein Wasserödem in Zusammenhang mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung handeln könnte. Die Elefantendamen Tonga und Moja leiden an einer Fehlstellung beziehungsweise Fehlbelastung des rechten Hinterbeins, die eine Folge der regelmäßigen Kettenfixierung und des „Webens“ sein kann. Dieser Befund deckt sich mit einem früheren Gutachten im Auftrag der Tierschutzbeauftragten des Landes Hessen.

Was Sie tun können

  • Bitte besuchen Sie niemals einen Zirkus mit Tieren oder andere Einrichtungen, in denen Tiere zur Unterhaltung missbraucht werden.
  • Appellieren Sie mit uns gemeinsam an die Bundesregierung, Tiere im Zirkus zu verbieten.

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1 Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ich finde es unterirdisch, wie hier über diese Familie gesprochen wird. Ich hatte die Möglichkeit, mir selbst ein Bild zu machen und kann nichts, von den hier angegebenen Thesen bestätigen. Elefanten sind hoch sensible Tiere! Diese Niederlassung war die einzig richtige Entscheidung, die getroffen werden konnte, den Tieren zu liebe. Schließlich hat auch alles seine Zeit. Ich habe schon viel sehen müssen, im Laufe der Zeit, was wirklich in den Bereich Tierquälerei zählt…aber in dieser Familie gibt jeder einzelne, jeden Tag von früh bis spät, sein bestes für die Tiere. Ich bin öfters vor Ort, um das behaupten zu können.
    Und nein, mit den Elefanten wird nicht zu Werbezwecken spazieren gegangen, sondern weil sie es lieben wenn man sie integriert.
    Wenn ihnen das Wohl der Elefanten, so wie sie es hier vorgeben, am Herzen liegt, sollten sie sich doch bitte tiefer gehend mit einbringen und genauer hin schauen. Ich bin mir sicher, dass wenn beide Parteien Hand in Hand gehen, hier noch viel mehr gutes entstehen kann.

    Eine Frage habe ich dennoch an sie:
    Was denken sie, was mit zirkuselefanten geschieht wenn sie von ihrem Besitzer getrennt werden?
    Dieses Leid wird jede einzelne Elefantenseele in tiefste Traurigkeit stürzen und das nicht nur für ein paar Tage.
    Ich bitte sie von daher, ihre Energie für unaufrichtige, schwerfällige Thesen zu dämmen und statt dessen Hand in Hand, mit dieser Niederlassung zu agieren. Ich bin mir sicher, dass dieser Weg, zum Wohle aller Beteiligten, der sinnvollste wäre. Meinen sie nicht auch? Und wer weiss, was für Wunder aus dieser Konstellation noch entstehen können.

    In Hoffnung und mit freundlichen Grüßen

    Jenny kölpin

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