Unkultur

Brutstätte des Terrors: Die Jagd

Es gibt Zeiten, in denen wir unsere Zukunft aktiver mitgestalten sollten. Diese Zeit ist jetzt.

Wild beim Wild war es immer schon ein grosses Anliegen, die Jägerschaft bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. In der Tat haben viele Menschen ein völlig falsches Bild, was die Jagd und die Beteiligten betrifft.

Der Jäger kommt nicht mehr mit dem verletzten Bambi auf dem Rücken vom Berg und pflegt es gesund. Nein, der Jäger ist zwischenzeitlich selbst zur Seuche für die Wildtiere geworden.

Die Grösse der Strecke zählt, nicht das Wohl der Wildtiere.

JägerInnen tun sich sehr schwer, wenn sie sich in der Gesellschaft erklären müssen. Sie sind ungenügend, bis gar nicht gebildet, vermutlich, weil sie aus einem sektenartigen Umfeld heraus geschult wurden. Und so watscheln heute die meisten Jagdscheininhaberinnen und Hobby-Jäger mit folgender Einstellung durch die Natur:

  • Raubzeug muss man erlegen;
  • Wildtiere sind Obst, das nur darauf wartet, geerntet zu werden;
  • Ökologie sei: den Boden, Grundwasser und Wildtiere mit der Munition zu vergiften:
  • im Wald möglichst viel Lärm zu veranstalten:
  • Pelz ist Mode:
  • Fleischkonsum sei gesund und dem Mensch angeboren;
  • Jagd und Tierquälerei sind Tierschutz;
  • Alkohol und andere Drogen gehören zur Gaudi an der Flinte;
  • Jägerlatein ist Wissenschaft;
  • Jagd sei tiefe Meditation;
  • Töten sei ein Gebot Moses;
  • Jäger seien die Anwälte für die Wildtiere;
  • usw.

Die dominierende Hegeleistung der Jägerschaft ist auf jeden Fall: das Ballern auf lebende Zielscheiben. Die Jägerschaft prahlt hauptsächlich mit solchen Bildern im einschlägigen Jägermilieu und nicht etwa mit Fotos von blühenden Hecken oder neuen Biotope, die für Wildtiere aufopfernd für die Allgemeinheit angelegt wurden.

Das fröhliche Auf-die-Schulter-klopfen bei den JägerInnen sieht heute beispielsweise bei den Füchsen so aus: (obwohl jeder normale Wildbiologe weiss, das auch die Fuchsjagd ein vorgeschobenes Märchen ist – Jägerlatein eben)

Es gibt dazu ein sehr informatives Buch, welches wir HIER vorstellen.

An der Stelle des Fuchses könnte man jedes beliebige Wildtier so hinlegen, nach der Hege und Pflege mit den JägerInnen.

Aus der aktuellen Presse

…an diesem Abend vor gut einem Jahr wollte der Jagdpächter des Reviers, der im Landkreis Kelheim wohnt, zu dem Hochsitz, auf dem schon ein Jäger sass. Auf dem Weg dorthin traf ihn die Kugel. Es war ein tragischer Jagdunfall: Ein heute 43-jähriger Jäger sass am Abend des 10. Oktober 2014 auf einem Hochsitz auf der Lauer nach Schwarzwild. Gegen 20.30 Uhr nahm der Jäger am Waldrand eine Bewegung wahr. Er glaubte, ein Wildschwein sei aus dem Holz gebrochen und laufe auf das bereits abgeerntete Maisfeld vor ihm zu. Der Mann legte mit seiner Waffe auf den vermeintlichen Schwarzkittel an und drückte ab. Das Geschoss traf. Doch statt eines Keilers hatte der Schütze den 57-jährigen Jagdpächter getroffen, der dabei schwerst verletzt wurde. Das Opfer hatte nicht gewusst, dass der vier Meter hohe Sitz schon mit dem Jagdgast besetzt war. Das Geschoss durchschlug den Brustkorb und trat am Gesäss des 57-Jährigen wieder aus. Dabei wurden Hüftknochen zertrümmert. Es kam es zu einem sogenannten Spannungspneumothorax. Dabei dringt Luft in die Brusthöhle ein und sorgt so für eine lebensbedrohliche Situation. Zudem wurde infolge von Knocheneinsprengungen in den Bauch der Dünndarm mit 15 Löchern regelrecht zerfetzt.

Ja, Jägerinnen und Jäger verbreiten sowohl bei den Menschen als auch bei den Wildtieren unsägliches Leid, Terror und Elend.

Es muss nicht so sein

Ohne Jägerterror würden sich vermutlich auch wieder mehr normale Menschen aktiv für die Natur und Wildtiere engagieren – in einer anständigeren Kulturlandschaft.

Pelz

Solange sich aber Ökoterroristen in unseren Wäldern breit machen, wirkt dies nicht sehr einladend. Welcher normale Mensch will erst einen Waffenschein machen müssen, um Biotope aufzuwerten oder Wildtiere mit Anstand, Respekt sowie Ehre zu hegen und pflegen?

Immer mehr Grossstadtmenschen zieht es aus ihrem Büro raus in die freie Natur – nicht nur zur Erholung, sondern auch für den Naturschutz. Würde man hier sinnvolle Angebote zur Entschleunigung anbieten, müssten sie nicht bei der Jagd enden, absacken und verblöden.

Über 99 % der Bevölkerung will doch nicht erst lernen müssen, wie man ein edles Wildtier aufschlitzt, bevor man Naturschutzarbeit leisten kann.

Ein Nutzungsauftrag oder Nutzungsrecht für sinnloses Töten gibt es auch nicht für Hobby-Jäger! Es braucht so etwas wie einen Aufstand der Anständigen, gegen die Barbareien während der Jagd. Das Böse kann immer nur gewinnen, weil die Guten es durch Inaktivität zulassen.

Interessen-Gemeinschaft

Wild beim Wild


Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates und nicht an Hobby-Jäger-Banden delegiert.