Unkultur

Aktivisten protestieren gegen barbarisches Stierkampf-Festival in Spanien

Dutzende als Dinosaurier verkleidete Tierschützer waren am 5.7.2022 vor Ort, um gegen Tierquälerei beim weltberühmten San-Fermin-Stierlauf in Pamplona zu protestieren.

Bei dem Protest am Dienstag sollten die Dinosaurier die Stiere und den Mob hinter den San-Fermín-Feiernden darstellen. Die Aktivisten trugen Plakate mit der Aufschrift „Stierkampf ist prähistorisch„. Sie sagten, es gehe darum, zu zeigen, dass Stierkämpfe unbeschwert und ohne Tierquälerei abgehalten werden können.

Es war der 18. jährliche Protest, der von People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) und der spanischen Nichtregierungsorganisation AnimalNaturalis organisiert wurde. Die Proteste finden in der Regel einen Tag vor Beginn des Festes statt, das mit dem traditionellen „Chupinazo„-Feuerwerk am Mittag auf dem Rathausplatz von Pamplona beginnt. Die Läufe beginnen am Donnerstag.

Viele Touristen, die zu den Stierläufen kommen, wissen nicht, dass dieselben Stiere, mit denen sie ein paar Straßen hinunterlaufen, später in der Stierkampfarena getötet werden„, sagte Chelsea Monroe, PETAs Verantwortliche für digitale Kampagnen.

Sie werden 20 Minuten lang immer und immer wieder gestochen, bis sie tot sind„, so Monroe. „Wir wollen, dass die Touristen wissen, dass sie mit ihrem Geld diese wirklich grausame Industrie unterstützen.“

Die Proteste dämpfen den Enthusiasmus für das San Fermín-Festival kaum, bei dem die Einwohnerzahl Pamplonas von 200’000 auf etwa 1 Million an den Spitzentagen des neuntägigen Festes ansteigen kann.

In den letzten beiden Jahren war das Fest wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt worden. Die Behörden befürchten, dass der Andrang auf dem Festival auch in diesem Jahr zu einem starken Anstieg der Infektionen führen könnte.

Der Höhepunkt des Festes ist der frühmorgendliche „encierro“ oder Lauf, bei dem Tausende von Menschen wie verrückt rennen, um den sechs Stieren auszuweichen, die auf einer gewundenen, mit Kopfsteinpflaster versehenen Strecke zur Stierkampfarena der Stadt rennen.

Der Rest des Tages ist dem Essen, Trinken, Tanzen und der kulturellen Unterhaltung gewidmet.

Die sechs Stiere werden jeden Nachmittag während des Festes in Stierkämpfen getötet.

Die Debatte über die Zukunft des Stierkampfes in Spanien war noch nie so lebendig und die Behörden müssen eine klare Haltung einnehmen„, sagte Jana Uritz von AnimalNaturalis in einer Erklärung. „Wir fordern von ihnen den nötigen Mut, zu sagen, ob sie Tierquälerei befürworten oder im Gegenteil bereit sind, solche Barbareien zu verbieten.

Der Stierkampf erfreut sich in Spanien nach wie vor grosser Beliebtheit, obwohl die Bewegung gegen ihn in den letzten Jahren stark an Schwung gewonnen hat. Der Stierkampf ist nur auf den Kanarischen Inseln verboten, während er in einigen anderen Regionen wie Katalonien und den Balearen, zu denen Mallorca, Menorca und Ibiza gehören, kaum oder gar nicht praktiziert wird.

Die Tierschützer berufen sich auf Zahlen des Kulturministeriums, wonach 90 % der Spanier im Jahr 2014-2015, dem letzten Jahr, in dem das Thema untersucht wurde, keine Festveranstaltungen mit Stieren besucht haben.

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