Unkultur

Gequälte Nerze im Biodiesel

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
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Die Pelzzuchtindustrie in Deutschland ist Geschichte. Zu hoch wurden die Anforderungen an die Tierhaltung. Die Pelzindustrie siedelte sich im benachbarten Ausland an und hat neue Möglichkeiten entdeckt, mit Nerzen Geschäfte, wie Biodiesel, zu machen.

PETA zugespieltes Videomaterial zeigt, dass die in Schleswig-Holstein ansässige Tierkörperbeseitigungsanlage Rendac Jagel GmbH regelmässig gehäutete Körper von Nerzen im grossen Stil aus dänischen Pelzfarmen importiert.

Diese werden dort verarbeitet und gewinnbringend an Biodieselanlagen in den Niederlanden verkauft. Zudem wird das Tiermehl aus den Nerzen als Brennstoff für Zementwerke benutzt. Ohne es zu wissen, tragen Autofahrer und andere Verbraucher durch diese Geschäftspraktiken dazu bei, dass ausländische Nerzfarmen noch immer profitabel arbeiten können. PETA forderte die Rendac Jagel GmbH und die Landesregierung von Schleswig-Holstein schriftlich dazu auf, den Import von Tierkörpern aus ausländischen Pelzfarmen zu beenden.

Nerzfarm Dänemark

Die große Mehrheit der Deutschen lehnt Pelzfarmen entschieden ab, doch Rendac Jagel lässt Autofahrer und andere Verbraucher dieses blutige Geschäft ahnungslos unterstützen“, so Johanna Fuoß, Fachreferentin bei PETA. „Die schrecklichen Haltungsbedingungen der Nerze auf dänischen Pelzfarmen wären in Deutschland illegal. Die Beimischung ihrer gequälten Körper in Biodiesel trägt dazu bei, dieses erbarmungslose Geschäft am Leben zu erhalten.
 

Hintergrundinformationen

Während die letzte Pelzfarm Deutschlands seit März 2019 keine Tiere mehr hält, geht das blutige Geschäft auf über 1.500 dänischen Nerzfarmen weiter – und davon profitieren auch deutsche Unternehmen. Immer wieder fahren schwere Lastwagen mit riesigen Containern von Dänemark auf das Grundstück der Rendac Jagel GmbH. Wie das Videomaterial, das PETA zugespielt wurde, zeigt, sind sie randvoll mit tausenden Nerzen – das ergibt Tausende Tonnen pro Jahr. In der Fabrik in Schleswig-Holstein werden die Tierkörper dann aufbereitet. Ihr Fett wird in den Niederlanden in konzernnahen Fabriken zu Biodiesel verarbeitet, aus ihren Knochen wird Mehl hergestellt, das als Brennstoff an Zementfabriken geliefert wird. Eine Win-Win-Situation für Rendac und die Pelzfarmer.

In vielen europäischen Ländern ist die besonders grausame Form der Tierhaltung auf Pelzfarmen bereits verboten oder durch die Einführung strengerer Gesetze unwirtschaftlich geworden – so auch in Deutschland. Zugleich ist Deutschland jedoch einer der größten Abnehmer von Biodiesel aus den Niederlanden. Verbraucher können an Tankstellen jedoch nicht erkennen, wie sich ein Kraftstoff zusammensetzt, wodurch sie unwissentlich dazu beitragen, dass der Betrieb von dänischen Pelzfarmen weiterhin ein profitables Geschäft bleibt.

In Dänemark, dem zweitgrößten Pelzproduktionsland der Welt, leben etwa 19 Millionen Nerze in winzigen Drahtgitterkäfigen. Recherchen auf dänischen Pelzfarmen zeigen die grausamen Lebensbedingungen der Tiere. Sie werden in derart winzige Drahtkäfige gesperrt, dass viele von ihnen schwere Verhaltensstörungen entwickeln und sich stundenlang im Kreis drehen, ihre Artgenossen attackieren oder sich sogar selbst verletzen. Zudem sind Nerze und andere Tiere auf Pelzfarmen ständig den ätzenden Gerüchen ihres eigenen Kots und Urins ausgesetzt, die sich unter ihren Käfigen sammeln. Am Ende ihres entbehrungsreichen Lebens werden Nerze qualvoll – meist per Vergasung – getötet. Zum Teil werden hierfür Auspuffabgase verwendet, die zu schwerer Atemnot und Angstzuständen führen können. Ihr Todeskampf kann bis zu vier Minuten dauern. Zudem werden einige Tiere nicht ausreichend betäubt oder erlangen während der Häutung das Bewusstsein wieder.

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

1 Kommentar

  1. Avatar
    Heidemarie Rittscher

    Das müßte man mit den Menschen machen. Zuerst mit den scheiß Polit Affen. Für die ist das Volk nichts wert geschweige denn das Tier.Hoffentlich sind wir bald von dieser schönen Erde verschwunden.

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