Umweltschutz

Brasilien: Lula verspricht die Abholzung im Amazonasgebiet zu beenden

Luiz Inácio Lula da Silva versprach nach seinem Wahlsieg in Brasilien die Abholzung im Amazonasgebiet zu beenden.

Bei der Feier seines Sieges über den rechtsextremen Amtsinhaber Jair Bolsanaro versprach Lula mutigere Umweltmassnahmen für die nächsten vier Jahre.

Lasst uns für eine Null-Abholzung kämpfen„, sagte er in seiner Siegesrede.

Brasilien ist bereit, seine führende Rolle im Kampf gegen die Klimakrise wieder aufzunehmen und alle unsere Biome, insbesondere den Amazonas-Regenwald, zu schützen.

Brasilien wird für ein lebendiges Amazonasgebiet kämpfen; ein stehender Baum ist mehr wert als Tausende von Baumstämmen – deshalb werden wir die Überwachung des gesamten Amazonasgebiets und aller illegalen Aktivitäten wieder aufnehmen und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung fördern.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit bei den Themen, die für Grossbritannien und Brasilien wichtig sind, vom Wachstum der Weltwirtschaft über den Schutz der natürlichen Ressourcen des Planeten bis hin zur Förderung demokratischer Werte„, schrieb der britische Premierminister Rishi Sunak auf Twitter.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sagte, sie freue sich darauf, mit [Lula] zusammenzuarbeiten, um dringende globale Herausforderungen anzugehen, von der Lebensmittelsicherheit über den Handel bis hin zum Klimawandel.

Der veränderte Ansatz in der Umweltpolitik könnte auch die Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur – einem südamerikanischen Handelsblock, dem Brasilien angehört – in Gang bringen.

Das Abkommen sollte offiziell 2019 abgeschlossen werden, wurde aber durch die Bedenken Europas – insbesondere des französischen Präsidenten Emmanuel Macron – hinsichtlich des Amazonas-Regenwaldes verzögert.

Wir werden unsere Kräfte bündeln, um unsere vielen gemeinsamen Herausforderungen anzugehen und das Band der Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern neu zu knüpfen„, twitterte Macron nach Lulas Sieg.

Norwegen will Hilfe für den Schutz des Amazonas wieder aufnehmen

Am Montag gab Norwegen bekannt, dass es die Subventionen zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes wieder aufnehmen wird.

Wir hatten eine gute und sehr enge Zusammenarbeit mit der Regierung vor Bolsonaro, und die Abholzung in Brasilien ist unter der (vorherigen) Präsidentschaft von Lula da Silva stark zurückgegangen„, sagte Umweltminister Espen Barthe Edie.

Norwegen war einer der grössten Geber von Geldern zum Schutz des brasilianischen Regenwaldes. Doch die Abholzung ist dramatisch angestiegen und hat ein Ausmass erreicht, das Barth Edie als „skandalös“ bezeichnet. Als Bolsonaro an die Macht kam, stellte das Land 2019 seine Hilfe ein.

Nun möchte das Land so schnell wie möglich Kontakt zu Lulas Team aufnehmen, um „die Wiederaufnahme der historisch guten Zusammenarbeit zwischen Brasilien und Norwegen vorzubereiten„.

Das brasilianische Amazonasgebiet wird von den schlimmsten Bränden seit über einem Jahrzehnt heimgesucht, die durch die rekordverdächtige Abholzung angefacht wurden.

Kann Lula der Abholzung im Amazonasgebiet ein Ende setzen?

Lulas Wahlsieg könnte die Abholzung im Amazonasgebiet in den nächsten zehn Jahren um 89 % reduzieren, so eine Analyse von Carbon Brief. Doch Umweltschützer halten den Atem an, denn Lula steht vor der grossen Herausforderung, Bolsonaros schädliche Politik rückgängig zu machen.

Steve Trent, Mitbegründer der Nichtregierungsorganisation Environmental Justice Foundation, sagt, Bolsonaro hinterlasse ein Erbe von geschwächten Umweltgesetzen, nicht finanzierten Umweltagenturen und einer Rekordabholzung der Wälder.

Die Wiederwahl Lulas bedeute, so Trent weiter, dass „die Menschen und die Natur eine Chance haben, sich von der mutwilligen Zerstörung der Bolsonaro-Jahre zu erholen„.

Er wird jedoch alle Unterstützung brauchen, die er bekommen kann, um Brasilien wieder zu einem weltweit führenden Umweltland zu machen.“

Lula stehe nun vor einer „gewaltigen“ Herausforderung, die „vorsätzlichen Umwelt- und Menschenrechtskatastrophen“ des vorherigen brasilianischen Präsidenten rückgängig zu machen, so Trent.

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