Tierwelt

Wölfe, Bären und Bisons: Spektakuläres Comeback von 50 Arten in Europa


Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Bären, Wölfe und Bisons in ganz Europa ein Comeback erleben.

Diese Tiere gehören zu den 50 expandierenden Arten, die im neuen Bericht über das Comeback der europäischen Wildtiere erfasst wurden.

Von Unechten Karettschildkröten und Fischottern bis hin zu Buckelwalen und Vielfrassen haben sich viele zuvor bedrohte Arten auf spektakuläre Weise erholt.

Die wilde Natur ist widerstandsfähig und kann sich erholen, wenn die Bedingungen geeignet sind„, heisst es in dem Bericht.

Der Mensch spielt eine entscheidende Rolle bei der Schaffung dieser geeigneten Bedingungen und erleichtert die Wiederherstellung von Lebensräumen und die Wiederansiedlung von Arten.

Viele europäische Wildtiere sind weiterhin bedroht. Fast jeder achte Vogel und etwa jedes fünfte Säugetier sind auf dem Kontinent nach wie vor vom Aussterben bedroht.

Der Bericht zeigt jedoch „Gründe für Optimismus“ auf, indem er viele der Arten analysiert, die ein beeindruckendes Comeback geschafft haben.

Wölfe sind eine der ikonischsten Populationen, die ein Wiederaufleben erlebt haben.

Graue Wölfe durchstreiften früher den gesamten Kontinent. Doch im 20. Jahrhundert waren sie fast verschwunden, da der Mensch in ihre Lebensräume eindrang und sie jagte.

Seit den 1970er Jahren ist die Population um 1’800 % auf 17’000 Tiere angestiegen.

Der Braunbär ist ein weiteres Tier, das dank dieser Bemühungen ein Comeback erlebt. Seit 1960 ist die Population um 44 % gestiegen.

Die europäischen Wisentpopulationen haben seit 1971 um 399 % zugenommen.

Der grosse Pflanzenfresser – eines der wenigen überlebenden Megafauna-Tiere der Welt – ist eine Schlüsselart, die dazu beiträgt, teilweise bewaldete Landschaften zu erhalten, indem sie grosse Mengen an Sträuchern frisst.

Die meisten dieser triumphalen Erholungen sind Jagdverboten, engagierten Wiedereinbürgerungsbemühungen und der Wiederherstellung von Lebensräumen zu verdanken.

Warum ist es wichtig, Arten wieder anzusiedeln?

Es ist einfach, den Schutz von niedlichen, knuddeligen Tieren zu unterstützen. Aber wenn es um Fleischfresser geht, können die Menschen Vorbehalte haben.

Tiere wie Bären und Wölfe werden oft als Bedrohung für Menschen und andere Tiere wahrgenommen. Sie sind seit Tausenden von Jahren Bestandteil der Folklore und verschlingen in lokalen Geschichten Schafe und Hirten.

Doch im 21. Jahrhundert überwiegen die Vorteile der Wiederansiedlung bei weitem die Bedrohungen.

Die Wiederansiedlung und der Schutz gefährdeter Arten verbessern die Gesundheit des gesamten Ökosystems – oft auf komplexe Weise.

So haben beispielsweise die Grauen Wölfe im polnischen Białowieża-Urwald die Verteilung des Wildverbisses (Rehe und Wildschweine) verändert, indem sie die verbissene Art aus bestimmten Gebieten verscheucht haben„, erklären die Autoren des Berichts.

Die verschiedenen Arten sind in komplexer Weise voneinander abhängig – man denke nur an die Nahrungskette -, so dass eine Wiederherstellung des Gleichgewichts der Populationszahlen ein Gebiet wiederbeleben kann.

Wir hoffen, dass dieser Bericht die Botschaft unterstreicht, dass die Erholung und Koexistenz von Wildtieren nicht nur möglich, sondern für die Gesundheit unseres Planeten unerlässlich ist, auch wenn dies sehr komplex sein kann„, sagt Sophie Ledger, die Hauptautorin des Berichts.

Wenn es um Beutegreifer geht, können die Behörden die Menschen schützen, die unter einer Wiederansiedlung leiden könnten. So haben beispielsweise Landwirte, die durch Wolfsraubtiere ihr Vieh verlieren, nach EU-Recht Anspruch auf vollständige Entschädigung.

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