Tierwelt

So helfen sie Bienen & Co

Der alljährliche Weltbienentag vom 20.Mai soll ins Gedächtnis rufen, wie wichtig die Honigbienen und ihre wilden Verwandten für die Natur und nicht zuletzt unsere Nahrungsversorgung sind.

Jeder von uns kann dazu beitragen, die von Lebensraumverlust und Pestiziden bedrohten Bienen zu unterstützen – beispielsweise indem wir ihnen Futter und Nistplätze im Garten und auf dem Balkon anbieten. Dabei gilt es allerdings einiges zu beachten.

Bienen gehören zu den wichtigsten Bestäuberinsekten auf unserem Planeten: Rund 75 % der vom Menschen genutzten Nahrungspflanzen, aber auch unzählige Wildgewächse sind für ihre Vermehrung auf den Besuch dieser Insekten angewiesen. Akteure sind dabei jedoch nicht nur die Honigbienen, sondern auch mehr als 20’000 Wildbienenarten. Allein in Deutschland kommen rund 595 solcher Wildbienen vor. Anders als die Honigbienen leben viele ihrer wilden Verwandten nicht in komplexen Staaten oder Kolonien, sondern solitär. Sie legen ihre Nester oft einzeln im Boden, in Pflanzenmaterial und anderen geschützten Stellen ab.

Doch wie die Honigbienen haben es auch die Wildbienen nicht leicht: Der Verlust der pflanzlichen Artenvielfalt in der Feldflur, der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und die Betonierung der Landschaft setzen ihnen zu. Als Folge finden die Bienen nicht mehr genug Futter und Eiablageplätze, sie werden von Parasiten und Viren befallen oder sogar durch die Pestizide direkt vergiftet.

Futter: Langgras-Inseln und vielfältige Blühpflanzen

Einen Beitrag zur Erhaltung der fleissigen Bestäuber kann man auch im eigenen Garten und sogar auf dem kleinen Stadtbalkon leisten. Dabei gibt es allerdings ein paar Punkte zu beachten. Einer davon: Der Rasen im Garten darf nicht zu kurz sein. „Ein Rasen, der nur wenige Zentimeter wachsen darf, hat Wildbienen keine Nahrungspflanzen anzubieten. Wer aber nur ein- bis zweimal jährlich mäht – nämlich im Frühsommer nach der Hauptblüte der ersten Pflanzen sowie nach der Vegetationsperiode im September – gibt vielen Blühpflanzen die Möglichkeit zur Blüte zu kommen und tut dabei vielen Insekten etwas Gutes“, erklärt Manuel Hensen, Koordinator der Wildbienenprojekte der Deutschen Wildtier Stiftung. Das heisst nicht, dass ein wildbienenfreundlicher Garten unordentlich aussehen muss. Es reicht schon aus, beim Rasenmähen einfach einige kleine Pflanzeninseln stehen lassen.

Wichtig ist auch eine Pflanzenvielfalt, die dafür sorgt, dass die Bienen je nach Futtervorliebe und Saison immer etwas Blühendes finden. Für Wildbienen kommen viele einheimische Blütenpflanzen als Nektar- und Pollenquelle in Frage. „Es müssen nicht immer nur Blumen sein. Auch heimische Gehölze, wie Weissdorn, Schlehe, Weide oder Obstbäume aller Art, sind in einem Garten attraktiv für Wildbienen und werden von diesen vor allem im Frühjahr als Nektar- und Pollenquelle genutzt“, erklärt Hensen. Für den Balkon gilt: Auch mal heimische Wildstauden wie Färberkamille oder Schafgarbe in die Töpfe pflanzen.

Nistplätze: Offene Stellen und sonnige Bienenhotels

Wer Wildbienen die Gelegenheit zum Anlegen von Nestern und Eiablagestellen anbieten möchte, der sollte im Garten offene Bodenstellen anbieten. Denn steht überall nur dichtes Gras und sind Blumenbeete mit Rindenmulch abgedeckt, finden Wildbienen kaum eine Möglichkeit, Nistplätze in der Erde anzulegen. Viel besser sind sonnige Rasenflächen, die an einigen Stellen offen und sandig gehalten werden. Hier graben sich viele Wildbienenarten eine Niströhre und legen ihre Brutzellen hinein. „Sie können auch eine Sandfläche oder einen Sandhaufen anlegen. Eine Fläche ab vier Quadratmetern ist dafür ausreichend. Der Sand sollte 20 bis 30 Zentimeter hoch liegen. Um den Durchwuchs von Pflanzen zu verhindern, vorher den Mutterboden etwa 20 Zentimeter tief abtragen“, sagt Hensen.

Auch bei den beliebten Wildbienenhotels gibt es einiges zu Beachten. So sollte man die Nisthilfen an einem trockenen, warmen, sonnigen und windgeschützten Standort aufhängen. Am besten eignet sich ein Platz in südöstlicher Ausrichtung. Bienenhotels in Bäumen oder frei hängende, beschattete Nisthilfen werden dagegen von den Insekten nicht angenommen. Die Füllung sollte ebenfalls geeignet sein, gut sind Bohrlöcher im Holz oder hohle Bambusstäbe. „Leider werden in Baumärkten häufig Wildbienenhotels angeboten, die nahezu keinen Wert für die Tiere haben“, sagt Hensen. Völlig nutzlos sind beispielsweise Holzwolle, Tannenzapfen oder Kieselsteine.

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