Tierwelt

Invasion der Glückskäfer

Im Spätherbst sorgen Marienkäfer immer wieder für staunende Menschen.

Auf der Suche nach geeigneten Winterquartieren fliegen manchmal Tausende durch die Luft und lassen sich auf allem nieder, was sich anbietet: Balkongeländer, Hauswände, Pflanzen, Menschen, Rucksack oder Brotdose.

In die Wohnung geraten sie zufällig. Denn Häuser sind Felsblöcke, zumindest aus Sicht der Insekten. Diese Felsblöcke haben Ritzen, da wollen sie reinkriechen und überwintern.

Auch Laubhaufen in Gärten sind beliebt zum Überdauern der kalten Jahreszeit, und nicht selten sammeln sich die Käfer dort in sehr grossen Gruppen zum gemeinsamen Überwintern. 

Dabei handelt es sich überwiegend um asiatische Harlekin-Marienkäfer Harmonia axyridis. Die Insekten wurden ursprünglich nach Europa geholt, um in Gewächshäusern biologisch Blattläuse zu bekämpfen. Jetzt vermehren sie sich immer schneller, nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels.

Harlekin

Inzwischen hat sich der Harlekin auch in der freien Natur etabliert. Er frisst im Unterschied zu seinen rot-schwarzen Siebenpunkt-Marienkäfer – mit wissenschaftlichem Namen Coccinella septempunctata – nicht nur Blattläuse, sondern viele andere Insekten, Gallmückenlarven und leider auch die Larven konkurrierender Marienkäferarten.

Vögel verschmähen das bitter schmeckende Tier und werden durch seine rote Warnfarbe abgeschreckt. Die Menschen stufen ihn als Nützling ein. Für die Bauern im Mittelalter waren sie ein Geschenk der heiligen Maria; daher der Name. Langzeituntersuchungen zeigen, dass die Käfer im Getreidefeld auf jeden Fall gefördert werden sollen.

Ein Marienkäfer-Hotel im Garten, befüllt mit etwas Laub, Rinde oder Stroh. Dann sitzen die Käfer dort, statt in der Wohnung und tun sogar noch was Gutes. Sie fressen Blattläuse, die man nicht im Garten haben will.

In Mitteleuropa bringen es diese Käfer auf 70 verschiedene Arten. Die sechs Millimeter grossen, schwarz gepunkteten Käfer können von orangerot über gepunktet bis komplett schwarz gefärbt sein. Die meisten Exemplare haben insgesamt 19 schwarze Punkte auf den Flügeldecken.

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