Tierwelt

Indien will Gepard aus Südafrika wieder einführen

Der Gepard ist der einzige grosse Beutegreifer, der in Indien vollständig ausgerottet wurde, vor allem aufgrund von Überjagung und Lebensraumverlust.

Die Regierung plant nun, jedes Jahr 8-10 Geparden einzuführen, um den Bestand über einen Zeitraum von fünf Jahren auf 50 zu erhöhen. Die Erhaltung des Geparden hat eine ganz besondere Bedeutung für die nationale Naturschutzethik und das Ethos.

Das Ministerium für Umwelt, Wald und Klimawandel hat mitgeteilt, dass die Regierung bis August Geparden aus Südafrika in einem Naturschutzgebiet in Madhya Pradesh ansiedeln will, um die im Land ausgestorbene Tierart zu rehabilitieren.

Ein Team aus Südafrika wird nächste Woche den Kuno-Palpur-Nationalpark besuchen, um die Vorkehrungen zu prüfen, die das Wildschutzgebiet für die Geparden getroffen hat, so ein Beamte weiter.

Ein hochrangiger Beamter des Umweltministeriums sagte, der Kuno-Palpur-Nationalpark in Madhya Pradesh habe ein 10 Quadratkilometer grosses Gehege für Geparden vorbereitet und werde bald die Heimat von mindestens sechs Geparden sein, die aus Südafrika hierher gebracht würden.

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Die Vereinbarung mit Südafrika über die Unterbringung dieser Tiere in Indien sei bereits in Kraft und werde von der Rechtsabteilung des Aussenministeriums geprüft, so der Beamte weiter.

Im Januar hatte der damalige Unionsminister für Umwelt, Forstwirtschaft und Klimawandel, Bhupender Yadav, den Plan für das Projekt Gepard vorgestellt und mitgeteilt, dass Premierminister Narendra Modi den Schutz und die Erhaltung von sieben grossen Raubkatzen, darunter auch des Geparden, sehr am Herzen liegt.

Der Minister sagte: „Das Projekt Cheetah zielt darauf ab, Indiens einziges ausgestorbenes Großsäugetier – den Gepard – unabhängig zurückzubringen.“

Die Überlegungen, den Geparden wieder nach Indien zu bringen, wurden 2009 vom Wildlife Trust of India angestossen. Experten aus Indien und der ganzen Welt sowie Regierungsbeamte führten Untersuchungen durch, um das Potenzial der Wiederansiedlung zu erkunden. Ehemalige Verbreitungsgebiete des Geparden, d. h. Gujarat, Rajasthan, Chhattisgarh und Madhya Pradesh, wurden als vorrangig eingestuft. Später bestätigte ein vom Obersten Gerichtshof eingesetztes Expertengremium Kuno Palpur als möglichen Standort für die Wiederansiedlung des Geparden.

Neben der Erhaltung der Grosskatze ist die Initiative an sich ein Segen für das Ökosystem. Geparden leben in offenen Ebenen; ihr Lebensraum ist überwiegend dort, wo ihre Beutetiere leben – Grasland, Gebüsch und offene Waldsysteme, halbtrockene Umgebungen und Temperaturen, die im Vergleich zu kühleren Regimen eher heiss sind.

Wenn man den Geparden retten will, muss man nicht nur seine Beutetiere retten, die aus bestimmten bedrohten Arten bestehen, sondern auch andere gefährdete Arten der Grasland- und offenen Waldökosysteme, von denen einige am Rande der Ausrottung stehen.

Es wurde auch festgestellt, dass unter den grossen Beutegreifern die Konflikte mit menschlichen Interessen bei Geparden am geringsten sind. Sie stellen keine Bedrohung für den Menschen dar und greifen auch keine Grossviehbestände an.

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