Tierwelt

Artenretterin stirbt im Alter von 20 Jahren

Aura, die geboren wurde, als es nur noch 94 iberische Luchse gab, stirbt in Spanien im Rekordalter und hinterlässt ein "phänomenales Vermächtnis".

Der iberische Luchs, der die Gene für etwa 900 Wildkatzen lieferte, ist kürzlich im Alter von 20 Jahren in Spanien gestorben.

Der iberische Luchs ist nach Angaben die am stärksten gefährdete Katze der Welt. Nur wenige Menschen haben iberische Luchse jemals in freier Wildbahn gesehen. Er ist nicht nur eine der seltensten, sondern auch eine der am schwersten zu findenden Katzenarten der Welt und lebt in einigen der wildesten und entlegensten Regionen Spaniens.

Aura, eine iberische Luchsin, die dazu beigetragen hat, ihre Art vor dem Aussterben zu bewahren, und deren Gene noch in über 900 der gefleckten und büschelohrigen Katzen vorhanden sind, ist im rekordverdächtigen Alter von 20 Jahren in Südspanien verstorben.

Im Jahr 2002, dem Jahr, in dem Aura im Doñana-Nationalpark in Andalusien geboren wurde, gab es nur noch 94 Iberische Luchse auf der Halbinsel. Die Wildtiere waren aufgrund jahrzehntelanger Jagd, eines erheblichen Rückgangs der Kaninchenpopulationen durch die hämorrhagische Kaninchenkrankheit und die Myxomatose sowie durch das Eindringen des Menschen am Rande der Ausrottung.

Heute gibt es dank eines laufenden Zucht- und Erhaltungsprogramms wieder mehr als 1’300 derartige Luchse.

Dynastie durch 14 Kätzchen

Als Aura gefangen wurde und in das bahnbrechende Ex-situ-Schutzprogramm für den Iberischen Luchs aufgenommen wurde, war sie erst drei Wochen alt und wog nur 702 g. Aura trug entscheidend dazu bei, den Rückgang des Luchses umzukehren. Im Laufe ihrer 20 Jahre brachte sie 14 Jungtiere zur Welt, mit denen sie eine beeindruckende Dynastie begründete.

Antonio Rivas, der die Zuchtstation El Acebuche in Huelva leitet, sagte, dass die Art vom Aussterben bedroht war, als sie geboren wurde. Aura lebte in der andalusischen Provinz Huelva.

Rivas fügte hinzu, dass es 14 Populationszentren und 1’365 Wildtiere gab, als Aura 20 Jahre später verstarb. Sie hat eine grossartige Arbeit geleistet und ein unglaubliches Erbe hinterlassen.

Auch wenn es keine leichte Entscheidung gewesen sei, junge Luchse aus ihrem natürlichen Lebensraum zu holen und in Gefangenschaft zu züchten, habe es sich auf jeden Fall gelohnt, fuhr er fort.

Rivas erzählte auch von einigen seiner Erinnerungen an Aura und ihren hartnäckigen Charakter.

Aura, die mürrische Luchsin

Rivas erinnert sich daran, dass Aura ein wenig mürrisch war, weil sie mit Saliega konkurrieren musste, einem anderen Luchsweibchen, das dadurch berühmt wurde, dass sie die erste Luchsin war, die in Gefangenschaft einen Wurf hatte.

Aura war etwas mürrischer und aggressiver als Saliega, als sie ein paar Jahre später ihren ersten Wurf hatte. Dennoch war Aura ein prächtiges Tier, das sich hervorragend um ihren Wurf kümmerte.

Rivas behauptete, dass Aura immer offen über ihre Geburtsvorlieben sprach und die personalisierten Geburtsställe des Zentrums abgelehnt hatte.

Die mürrische Luchsin, so Rivas, zog es vor, in der freien Natur zu gebären. Sie brauchte die Ruhe und die Möglichkeit, die Frische und Wärme des Morgens zu erleben. Als sie einmal gebar, regnete es in Strömen, und das Team musste aus Sorge um den Wurf eine Überdachung aufstellen. Sie besass eine starke Persönlichkeit und war äusserst anspruchsvoll. Trotzdem war sie fantastisch.

Iberischer Luchs als Botschafter im Ruhestand

Aura war der am längsten lebende bekannte iberische Luchs, als sie im Alter von 20 Jahren und 6 Monaten starb. In freier Wildbahn werden diese Katzen normalerweise etwa 15 Jahre alt.

Rivas zufolge wurde die Luchsin an einen Ort gebracht, an dem die Öffentlichkeit sie sehen und beobachten kann und etwas über Luchse und die Bedeutung des Schutzes von Wildtieren und Naturgebieten lernt, als die Luchsin 2018 keine Jungen mehr zur Welt brachte.

In den letzten Jahren ihres Lebens genoss sie den Ruhestand als Botschafterin. Bis zuletzt setzte sie sich für den Schutz des Iberischen Luchses ein, berichtet theguardian.

1 Kommentar

  1. Toll. Ich liebe diese Katzen. Schon wegen der Büschel an den Ohren. Ich hatte eigens ein Tier – Magazin deshalb in Spanien abonniert. Name fällt mir nicht mehr ein.

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