Tierwelt

Angst um Wolfspopulation nach katastrophalem Waldbrand in Spanien

Die spanische Regierung hat den Gebirgszug Sierra de la Culebra in der Provinz Zamora zum Katastrophengebiet erklärt, nachdem ein Feuer 30.000 Hektar Wald vernichtet hat, was die Zukunft der örtlichen Wolfspopulation gefährdet.

Mit dieser Entscheidung erhält die Region Castilla y León sofortigen Zugang zu 2 Mio. € an Mitteln für den wirtschaftlichen Wiederaufbau, um die Schäden zu beseitigen, die durch das schlimmste Feuer seit einem Jahrzehnt verursacht wurden, das einen grossen Teil des 600 km² großen Biosphärenreservats im Nordwesten Spaniens zerstört hat.

Das Feuer brach vor einer Woche aus und breitete sich schnell aus, angefacht durch starken Wind und ungewöhnlich hohe Temperaturen. Mehr als 650 Feuerwehrleute aus ganz Spanien kämpften mit Hilfe von Flugzeugen und Hubschraubern darum, den Brand einzudämmen, bevor er schliesslich am Sonntag unter Kontrolle gebracht werden konnte.

„Das Hauptproblem ist jetzt die durch Wind und Regen verursachte Bodenerosion„, sagt Luis Suárez. „Es ist von grundlegender Bedeutung, dass wir den Boden stabilisieren und das Gebiet so wiederherstellen, dass es in Zukunft widerstandsfähiger gegen Brände wird, was nachhaltige Aktivitäten wie die traditionelle Viehweide und eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung einschliesst.

Neben dem Verlust von rund 25.000 Hektar Waldfläche fürchtet man auch um die Zukunft der örtlichen Wolfspopulation, einer der grössten Spaniens. Man geht davon aus, dass die erwachsenen Wölfe den Flammen entkommen sind, aber die Jungtiere waren erst wenige Wochen alt und haben möglicherweise nicht überlebt.

„Die Wölfinnen bringen ihre Jungen normalerweise Mitte Mai zur Welt, so dass sie noch nicht sehr mobil sind„, sagte Suárez. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Weibchen in der Lage gewesen wären, alle Jungen aus den Höhlen zu holen, aber es ist noch zu früh, um das mit Sicherheit sagen zu können.

Man geht davon aus, dass das Gebiet die Heimat von 10 Wolfsrudeln war, von denen jedes sein eigenes grosses Territorium bewohnte, von dem ein Grossteil nun zerstört ist.

Zamora gilt als Vorbild für die Koexistenz zwischen Landwirten und Wölfen. Ein Verbot der Jagd auf die Tiere im Nordwesten Spaniens, wo sich die meisten Rudel aufhalten, wurde erst im vergangenen Monat gegen den Widerstand rechtsgerichteter Abgeordneter in Kraft gesetzt.

In Spanien gibt es etwa 300 Rudel mit jeweils bis zu acht Wölfen – die grösste Population in Westeuropa.

Die Sierra beherbergt auch grosse Populationen von Hirschen, Wildschweinen, Bergkatzen, Fischottern und Steinadlern. Es wurden Beobachtungstürme errichtet, die den Besuchern die seltene Gelegenheit bieten, Wölfe in freier Wildbahn zu beobachten.

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