Laut dem Organisator haben mehr als 250 Wolfsschützerinnen und Wolfsschützer am 9.10.2021 auf dem Marchairuz-Pass im Waadtländer Jura friedlich demonstriert.

Sie forderten den Kanton Waadt auf, die Abschussbewilligung für zwei Jungwölfe aus dem Marchairuz-Rudel aufzuheben oder ein Moratorium zu verhängen.

Unter den Slogans «Stoppt den Abschuss von Wölfen im Marchairuz» oder «Zusammenleben mit dem Wolf» sei die Aktion als Bürgerinitiative gedacht, sagte Alain Prêtre, Organisator, ehemaliger Journalist und Wildtierfotograf. Es gehe um politische Schüsse, um die Bauern zu beruhigen. Das Gewehr dürfe nicht die einzige Lösung sein.

Alain Prêtre nahm kein Blatt vor den Mund: Die Waadt zeige „Extremismus und Dilettantismus“ im „Umgang mit dem Wolfsrisiko“ für die Nutztiere und die für die Umwelt zuständige Staatsrätin Béatrice Métraux habe „dem Wolf den Krieg erklärt„.

Die Tötung von zwei Wölfen ist absurd und kontraproduktiv. Das ist nicht nur keine Lösung, sondern vergrössert auch das Risiko, dass die Herden von den Beutegreifern angegriffen werden. Das wird zweifelsohne zu einem Auseinanderbrechen und einer Zersplitterung des Rudels führen.

Alain Prêtre.

Die Jagd auf ein Reh oder ein Wildschwein, die bevorzugte Beute des Wolfes, erfordert einen gemeinsamen Angriff. Ein einsamer Wolf ist nicht in der Lage, einen grossen Pflanzenfresser wie ein Reh zu töten. Das bedeutet, dass Angriffe auf Kälber, die viel kleinere Beutetiere sind, zunehmen werden, sobald sich das Rudel auflöst„, fuhr er fort.

Vor drei Wochen versammelten sich in Mollens am Fusse des Mont-Tendre Bauern und Hirten aus dem Waadtländer Jura, die um ihre Herden besorgt waren. Sie entzündeten ein «Feuer der Wachsamkeit und der Solidarität» mit den von Angriffen betroffenen Bauern. Rund 250 Personen waren anwesend.

Die Angriffe von Wölfen auf Rinder haben in den vergangenen Monaten im Waadtländer Jura zugenommen. So wurden seit Beginn der Sommersaison elf Rinder und vier Ziegen angegriffen. Man geht davon aus, dass sich in der Region ein Dutzend Wölfe aufhalten.

Anfang August hatten die Waadtländer Behörden den Abschuss von zwei Jungtieren aus dem Marchairuz-Rudel bewilligt, eine Premiere für den Kanton. Die Abschussbewilligung des Bundesamtes für Umwelt (Bafu), bisher ohne Ergebnis, läuft bis zum 31. März.

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