Tierrechte

Wildtier-Verbot für Zirkusse in Frankreich

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Auch die Aufnahme weiterer Delfine und von Walarten wie Orkas in Aquarien des Landes solle in den kommenden Jahren untersagt werden. Die Haltung gegenüber Wildtiere habe sich geändert, begründete dies die Ministerin. „Dies ist der Beginn einer neuen Ära„, kündigte Umweltministerin Barbara Pompili an.

Die «Faszination» für wild lebende Arten dürfe nicht mehr dazu führen, möglichst viele von ihnen in Gefangenschaft zu halten, sagte Pompili weiter. Ein Zieldatum für die geplanten Verbote nannte sie zunächst am 29. September 2020 während einer Pressekonferenz nicht. Die Umsetzung müsse jedoch «so schnell wie möglich» vonstatten gehen, schreibt BBC.

Pompili gab auch das Ende der Nerzzucht für Pelze bekannt. Frankreich hat noch vier Nerzfarmen und drei Delphinarien. Es darf somit kein neues Delphinarium mehr eröffnet werden.

Barbara Pompili

In französischen Zirkussen werden derzeit rund 500 Raubtiere gehalten. Für «jeden Zirkus und für jedes Tier» werde es eine individuelle Lösung geben, versprach die Umweltministerin. In Frankreich gibt es nach ihren Angaben bereits Wildtier-Verbote in hunderten Kommunen. Europaweit haben mehr als 20 Länder strenge Regeln für Zirkusse erlassen. Die Ministerin fügte hinzu, dass die Regierung erwäge, eine Auffangstation für die derzeit in Gefangenschaft befindlichen Tiere zu schaffen.

Die neuen Regeln werden allerdings nicht für Zoos oder andere ständige Shows gelten.

Der Prozess zur Veränderung soll über mehrere Jahre andauern. Die Regierung will dem Zirkus dabei helfen, ein Programm ohne wilde Tiere zu entwickeln. Gegenüber den lokalen Medien sagt sie: «Dieser Übergang wird sich über mehrere Jahre erstrecken, weil er das Leben vieler Menschen verändern wird.» Die Regierung will den Zirkus mit einem Hilfspaket von 8 Millionen Euro unterstützen.

In Deutschland gibt es seit langem ähnliche Forderungen. Die Bundesregierung prüft nach Angaben von Ende Juli inzwischen ein Zirkus-Verbot für bestimmte Arten.

Bei einem Treffen mit Hobby-Jägern im August erklärte Barbara Pompili, die Ministerin des ökologischen Wandels, dass auch die Chasse à la Glu bis Oktober enden müsse.

Wachsende Sorge um den Tierschutz in der Gesellschaft

Im vergangenen Mai erhielt die Tierpartei bei Wahlen fast eine halbe Million Stimmen. Eine Petition für ein „Referendum für Tiere„, in der ein Verbot von Ausstellungen wilder Tiere gefordert wurde, wurde von mehr als 750.000 Internetnutzern unterzeichnet und von 141 Parlamentariern unterstützt. Es wurden auch mehrere Gesetzentwürfe zum Thema Tierschutz eingereicht, darunter einer aus der Gruppe Ecology Democracy Solidarity (EDS), die Anfang Oktober in der Versammlung geprüft werden soll.

Die Tierpartei verspricht, „die Stimme der Tiere zu den Wahlen zu bringen“ und hat ihr Programm auf einem einzigen Grundsatz aufgebaut: dem Tiermissbrauch ein Ende zu setzen. Dieses Anliegen wird von Brigitte Bardot und Laura Smet unterstützt. Mit etwa fünfzig Schauspielern, Animateuren und Sängern hatten sie eine Plattform gegründet, auf der aufgerufen wurde, „die Interessen der Lebewesen zu vertreten„.

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