Tierrechte

Slowakei: Verbietet Pelzproduktion

Pelzfarmen sind unheimliche Orte, in denen immer noch Millionen von Füchsen, Nerzen und Chinchillas in Angst leben und sterben. Für sie ist das Leben in Gefangenschaft eine Qual und sie werden in den kleinen Käfigen buchstäblich verrückt.

Am 19. Oktober hat der Slowakische Nationalrate ein Verbot der Pelzproduktion beschlossen. Die Slowakei wird das 15. Land, das die Pelzproduktion einstellt! Jetzt wurde die historische Gesetzesänderung mit einer überwältigenden Mehrheit von 107 von 150 Stimmen verabschiedet. Das Gesetz wird 2021 in Kraft treten. Die Auslauffrist für bestehende Betriebe dauert bis 2025.

Der slowakische Nationalrat hat das Pelzzuchtverbot nach einer nur siebenmonatiger Kampagne der slowakischen Pelzfrei-Allianz-Organisation Humánny Pokrok genehmigt. Das veröffentlichte Untersuchungsmaterial zeigt die entsetzlichen Zustände auf einer Nerzfarm in der Nordslowakei, was ein Tsunami an öffentlicher Empörung auslöste. Infolgedessen unterzeichneten mehr als 76’000 Menschen eine Petition, in der ein Verbot der Pelzzucht in der Slowakei gefordert wurde. Als Reaktion darauf hat die Abgeordnete Eva Antošová (Slowakische Nationalpartei) ein Gesetz zum Verbot der Pelzzucht verabschiedet.

Derzeit gibt es in der Slowakei eine Nerzfarm mit einer Kapazität von 5000 Nerzen und acht Kaninchenfarmen. Das neue Gesetz erlaubt die Eröffnung neuer Pelzfarmen nach 2021 nicht mehr.

Es ist ein grosser Sieg für Tiere und ein Zeichen dafür, dass die slowakische Gesellschaft Fortschritte macht und Zehntausende Menschen bereit sind, sich für die Tiere und ihren Schutz einzusetzen. Die Slowakei hat heute einen grossen Schritt nach vorne gemacht und wir hoffen, dass dies der Beginn einer neuen, besseren Zukunft für Tiere in unserem Land ist.“

Martin Smrek, Präsident von Humánny Pokrok

Die Kampagne zum Verbot der Pelzzucht wurde im März mit der Veröffentlichung von Untersuchungsmaterial gestartet, das die schrecklichen Bedingungen von Nerzen auf einer Pelzfarm in der Nordslowakei enthüllte. Das Filmmaterial zeigt Tiere, die in kleinen, schmutzigen Käfigen mit offenen, nicht gepflegten Wunden verkrampft sind und Anzeichen von Kannibalismus und stereotypem Verhalten aufweisen. Die Öffentlichkeit reagierte mit Empörung und generierte mehr als 76’000 Petitionsunterschriften. Die Kampagne wurde zur zweitgrössten Online-Petition in der Geschichte der Slowakei, mehr als 1,4 % der Bevölkerung unterstützten sie. In der letzten Woche vor den Wahlen während des Präsidentschaftswahlkampfs im Frühjahr gingen Rückmeldungen beider Präsidentschaftskandidaten ein, darunter die Unterstützung der derzeitigen slowakischen Präsidentin – Zuzana Čaputová – die nun das Verbot unterzeichnen wird, um den Gesetzgebungsprozess abzuschliessen.

Umfragen ergaben, dass 68 % der slowakischen Bevölkerung die Pelzzucht für inakzeptabel hält.

„Es ist ein gutes Zeichen, den Tierschutz zu einem politischen Thema in der Slowakei zu machen, und wir hoffen, dass wir uns auch mit anderen Fragen der Tierquälerei befassen können. 

Frederika Fratričová, Aktivistin bei Humánny Pokrok

Andere Länder, die derzeit Gesetze zur Beendigung der Pelzzucht erwägen, sind Irland und Bulgarien.