Bei den Olympische Spielen in Tokio 2021 konnte die ganze Welt wieder Tierquälerei beim Reitsport beobachten.

An einem Wasserhindernis bei einer Geländeprüfung in der Vielseitigkeit zog sich zum Beispiel der 14-jährige Wallach „Jet Set“ des erst 22-jährigen Fribourgers Robin Godel bei den Olympischen Spielen in Tokio am 1.8.2021 eine Verletzung zu.

Der Wallach Jet Set des Schweizer musste in der Tierklinik in Tokio eingeschläfert werden, nachdem er sich im Geländeparcours eine schwere und nicht operable Bänderverletzung zugezogen hatte.

Der professionelle Turniersport wie bei der Olympiade degradiert die sensiblen Tiere zu Sportgeräten und Transportmitteln, die unter Todesangst Leistung bringen müssen. Auch im Freizeitsport geht es mitunter quälerisch zu. Die Pferde werden oft ohne Rücksicht auf Muskulatur, Alter oder Krankheit zur menschlichen Bespassung missbraucht. Begründet wird dies damit, man wolle Freundschaft mit dem Pferd schliessen. Natürlich sind die Trainingsmethoden im Leistungssport noch härter und die Haltung der Pferde noch reduzierter.

Wenige Tage später misshandelte die Fünfkämpferin Annika Schleu zusammen mit ihrer Trainerin Kim Raisner am 6.8.2021 ein Pferd vor laufender Kamera. Die Trainerin habe zudem das der Reiterin Schleu zugeloste Pferd, und im Parcours verweigerte, laut Videomaterial vorgängig mit der Faust geschlagen, schreibt UIPM. Wo Wissen aufhört, fängt Gewalt oft an.

Die Pferde sind nur Mittel zum Zweck

Die IG Wild beim Wild wirft dem Olympischen Komitee vor, seit Jahren aktiv gegen Tierschutzgesetze verstossen zu haben, indem sie als Organisatoren den Pferden Leistungen abverlangen, denen sie nicht gewachsen sind. Die IG übt scharfe Kritik an den Veranstaltern und Teilnehmern, weil die systematische Überforderung und die Hetze der Pferde fester Bestandteil solcher Turniere sind. In den vergangenen Jahren kam es bei Wettkämpfen mit Hindernissen immer wieder zu tödlichen Stürzen und Aortenabrissen. Die Tierrechtsorganisation fordert das Internationale Olympische Komitee auf, Pferdesport-Disziplinen sofort aus der Liste der Sportarten zu streichen!

Es geht nur um Prestige und dafür werden die Pferde zwangsweise hohen Risiken ausgesetzt. Um Titel und Geld abräumen zu können, werden die Pferde von den ehrgeizigen Reitern und Besitzern gequält und missbraucht – ohne jegliche Empathie. Die wiederholten Todesfälle und Verletzungen dann als ´Unfälle´ abzutun, gehört mittlerweile zur Standardausrede der skrupellosen Veranstalter. Man kann sich kaum ausmalen, welcher Behandlung diese Lebewesen ohne Publikum ausgeliefert sind. Allein die unwürdigen Tiertransporte zu den Veranstaltungsorten ist eine Qualvorstellung.

„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“ So sehen es zumindest viele pferdebegeisterte Menschen. Doch für Pferde bedeutet es kein Glück, im Pferdesport mit scharfen Mundstücken, Sporen und Gerten über Stock und Stein gescheucht zu werden. Leider sind diese Methoden der Unterdrückung nicht nur bei den Profis sondern auch im Amateurreitsport weit verbreitet.

Auch am Sonntag, dem 25. Juli 2021, starb ein Pferd bei einem Vielseitigkeits-Turnier in Hamm auf tragische Weise. Den Einschätzungen der Veranstalter zufolge starb das Pferd an einem Abriss der Aorta. Seine Reiterin wurde per Hubschrauber in eine Klinik geflogen und musste aufgrund ihrer schweren Verletzungen ins künstliche Koma versetzt werden. 

Hintergrundinformationen

Beim „Springsport“ jagen Reiter:innen Pferde durch einen Parcours, in dem die Pferde unter Qual gezwungen – oft auch verhauen – werden, über verschiedene Hindernisse zu springen.

Reitsport

In der Natur springen Pferde nur in ausweglosen Situationen über Hürden – das Springreiten entspricht in keiner Weise den natürlichen Bewegungsabläufen der Tiere. Im Wettkampfsport müssen Pferde oft schon in einem jungen Alter hohe Hindernisse bewältigen. Da der Bewegungsapparat der Tiere zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig ausgebildet ist, sind gesundheitliche Probleme keine Seltenheit. Die IG weist darauf hin, dass Pferde im Springsport systembedingt überlastet werden. Teilweise bringen Reiter die Pferde mit tierquälerischen Methoden dazu, weiter und höher zu springen.

Die Tierrechtsorganisation prüft eine Strafanzeige gegen die Organisatoren. Tierquälerei kann keine sportliche Disziplin sein.

Nur wenn Reitturniere endlich verboten werden, hat das Leid der Pferde ein Ende.

Anders als die Menschen können es sich die Pferde nicht aussuchen. Eine Disziplin, bei der Lebewesen mit Gewalt über einen lebensgefährlichen Parcour gezwungen werden, entehrt den Olympischen GeistWir fordern das Internationale Olympische Komitee auf, Pferdesport-Disziplinen sofort aus der Liste der Sportarten zu streichen!

3 Kommentare

  1. Der Fünfkampf ist unabhängig von der FEI und da muss sich unbedingt etwas tun!
    Allgemein müssen sich die Reiter immer weiter bemühen, dass der Sport noch pferdefreundlicher wird. Abgesehen vom nasenblutenden Pferd – welches die Richter/Funktionäre definitiv hätten bemerken müssen (der Reiter hat wohl kaum eine Chance, dies aus seiner Position wahr zu nehmen!) – haben die Springreiter zu einer grossen Mehrheit sehr harmonische Parcours gezeigt. Aber auch da dürfte noch viel mehr Lob dem Pferd gegenüber gezeigt werden.
    Pferdesport ist pferdefreundlich möglich und sollte nicht komplett aus dem grossen Sport verschwinden – es muss nur stetig weiter verbessert werden und die schwarzen Schafe, welche ihre Pferde wirklich als Sportgerät sehen/halten/reiten, die gehören bestraft.

  2. Morena La Villa Antworten

    Wenn man sich genau das Pferd anschaut so sieht man, dass minutenlang Annika Schleu das Pferd gequält und misshandelt hat das ist Tierquälerei! Annika Schleu hätte Stärke, Professionalität und Mitgefühl zeigen sollen und das Ganze abbrechen müssen Punkt. Annika Schleu und ihre (Trainerin) die das Pferd auch noch Hinten mit ihrer rechten Faust geboxt hat sollten sich wirklich schämen! Denkt einmal darüber nach was hinter den Kulissen ohne Kameras mit diesen armen Tieren alles gemacht wird.

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