Animal Rebellion, eine Massenbewegung, die gewaltlosen zivilen Ungehorsam nutzt, um ein gerechtes, nachhaltiges, pflanzenbasiertes Lebensmittelsystem zu fordern, kampierte in Scunthorpe (England).

Es wird angenommen, dass an diesem Standort von OSI Food Solutions täglich drei Millionen Rindfleischpasteten hergestellt werden, die an McDonald’s-Filialen in ganz England geliefert werden.

Die aktuelle Aktion an diesem Standort ist Teil einer breiteren Kampagne, die die Fast-Food-Kette für ihre umweltzerstörerischen Praktiken, schlechten Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung von Tieren anprangert.

Die rund 50 Aktivisten fordern, dass McDonald’s bis 2025 auf ein pflanzenbasiertes Menü umsteigt, um die Zukunft unseres Planeten zu schützen.

Harley McDonald-Eckersall, der die Kampagne am Standort durchführte, sagte: „Während wir hier sind, haben wir uns an die Öffentlichkeit gewandt, einschliesslich ehemaliger Mitarbeiter von OSI, die die horrenden Arbeitsbedingungen in der Fabrik beschrieben haben. Die Unterstützung und der Zuspruch der Menschen vor Ort spornt uns an, den Druck aufrechtzuerhalten. Wir sind hier, um ihre Lieferkette zu unterbrechen und eine klare Botschaft zu senden, dass das Unternehmen seine zerstörerischen Auswirkungen auf unser Klima und unsere Umwelt sowie den Tod von Milliarden von Tieren ernst nehmen und zu einem pflanzlichen Lebensmittelsystem übergehen muss.“

Zelte und Pavillons wurden aufgestellt, um ein Camp zu errichten. Aktivisten haben sich auch an Bambuskonstruktionen ausserhalb des Gebäudes gesichert und das Dach besetzt. Anwohner haben sich zur Unterstützung eingefunden und stellten Lebensmittel und andere wichtige Dinge zur Verfügung.

Am Abend waren alle Demonstranten, die sich an Strukturen festhielten und das Dach der Fabrik besetzen, immer noch in Position. Bis dahin hatte die Polizei nur Interesse gezeigt, diejenigen auf dem Dach zu entfernen, wenn auch ohne Erfolg.

Am nächsten Tag ab 11:30 Uhr versucht die Polizei, die Demonstranten aus einem der Lieferwagen zu entfernen, die die Blockade bildeten. Eine der Bambuskonstruktionen wurde entfernt, während sie unbesetzt war. Nach mehr als 3 Tagen wurde der Protest am Samstag, den 17.7.2021, friedlich aufgelöst.

Die Fabrik konnte am Donnerstag und Freitag nicht betrieben werden, sagten die Demonstranten.

Dieser Protest kommt, nachdem die Gruppe bereits vor zwei Monaten vier Distributionszentren von McDonald’s blockiert hat, um die Fleisch- und Milchindustrie für ihre Rolle in der Klima- und Umweltkatastrophe, die die Lieferkette von McDonald’s in Mitleidenschaft zieht, anzuprangern.

Was als Nächstes passieren muss, ist ziemlich einfach: Animal Rebellion fordert, dass McDonald’s bis 2025 auf ein vollständig pflanzenbasiertes Menü umstellt und sich verpflichtet, innerhalb eines Jahres 20 % pflanzenbasiert zu sein.

Derzeit haben die Regierung und die Agrarindustrie keinen Plan, um die britische Agrarindustrie bis 2050 auf einen Netto-Null-Standard umzustellen. Wenn jedoch Ketten wie McDonald’s Verantwortung für ihren Anteil an der globalen Klimakrise übernehmen, könnten wir anfangen, uns in die richtige Richtung zu bewegen. Die Tierhaltung ist eine der Hauptursachen für Entwaldung und Wasserverschmutzung. Jeder Deutsche konsumiert pro Jahr circa 60 Kilogramm Fleisch und verzehrt damit indirekt etwa 36 Kilogramm Soja. Und um diese Menge Soja und Sojaschrot zu ernten, muss auf 150 m² Ackerfläche Soja angebaut werden. 70 Prozent aller Ackerflächen der Erde werden nur für Tierfutter und Weideland gebraucht. Also für die Herstellung von Fleisch.

McDonald’s lehnte eine Stellungnahme ab.

Diskussion