Grana Padano ist der weltweit am meisten konsumierte Käse mit der geschützten Ursprungsbezeichnung PDO (Protected Designation of Origin).

Ein Konsortium zum Schutz des Grana Padano ist für den Schutz, die Förderung, die Aufwertung, die Information der Verbraucher und die allgemeine Wahrung der Interessen des Grana Padano in seiner Eigenschaft als PDO Produkt zuständig.

129 Erzeuger, 153 Reifungsbetriebe und 160 Verpackungs- und Reibebetriebe sind geografisch auf die Regionen Lombardei, Venetien, Emilia-Romagna, Trentino-Südtirol und Piemont verteilt.

Nach Angaben des Konsortiums wurden im Jahr 2020 5’255’451 Einheiten produziert, wobei 41 % des Markenkäses exportiert und 59 % in Italien verbraucht wurden. Auf Europa entfallen mit 1’774’007 Stück, fast 84 % der Ausfuhren von Grana Padano, wobei Deutschland das wichtigste Zielland ist (567’028 Stück), gefolgt von Frankreich (242’586 Stück), den Benelux-Ländern – Belgien, Niederlande und Luxemburg – (166’734 Stück) und Spanien (115’521 Stück). Die USA sind der wichtigste internationale Markt (152’667 Einheiten), gefolgt vom Vereinigten Königreich (146’206 Einheiten) und der Schweiz (124’116 Einheiten).

Tierquälerei

Nach der Veröffentlichung einer ersten Untersuchung in einem Milchviehbetrieb, der Grana Padano herstellt, in der inakzeptable Lebensbedingungen für Kälber und Gewalt durch Arbeiter gegenüber den Tieren dokumentiert wurden, veröffentlicht Essere Animali ein neues Video, das in einem anderen Betrieb gedreht wurde.

Das Filmmaterial zeigt tote Kälber und deckt schwerwiegende hygienische und sanitäre Vernachlässigungen durch die Betriebsleitung auf, die die Tiere zwingt, in ihren eigenen Exkrementen zu leben und zu gebären.

Mit der Veröffentlichung dieser zweiten Untersuchung möchte Essere Animali auf die Einwände des Konsortiums zum Schutz des Grana Padano reagieren, das die dokumentierten Probleme bisher als Einzelfälle abgetan hat.

Die neue Untersuchung deckt die Zustände in einem Betrieb in der Provinz Brescia (Italien) auf. Die Milchproduktionsstätte befindet sich direkt neben den Ställen, in denen etwa 1’000 Tiere, darunter Kühe und Kälber, untergebracht sind.

Das Undercover-Video von Essere Animali enthüllt:

  • Das Vorhandensein vieler toter Kälber, die auf dem Hof verendet sind
  • Offensichtliche hygienische und sanitäre Mängel, die auf eine generelle Vernachlässigung der Betriebsführung hinweisen
  • Die Geburt von Kälbern und die anschliessende Trennung von ihren Müttern
  • die Unterbringung der Kälber in Einzelboxen

Bei der ersten Untersuchung auf einem Bauernhof in der Provinz Bergamo wurde Gewalt und beleidigendes Verhalten gegenüber den Tieren dokumentiert, während dieses neue Video von einem Bauernhof in der Provinz Brescia unvorstellbare Zustände der Vernachlässigung zeigt, bei denen die Tiere gezwungen sind, in Gehegen zu leben, die überflutet oder so mit Exkrementen bedeckt sind, dass sie sich kaum bewegen können. Auch die Kälber werden in einer unhygienischen Umgebung geboren, was vermutlich zu der hohen Sterblichkeitsrate auf dem Betrieb beiträgt. Unsere Untersuchungen haben leider gezeigt, dass es sich bei den Missständen in den Massentierhaltungsbetrieben nicht um Einzelfälle handelt.

Simone Montuschi, Vorsitzender von Essere Animali.

Das Filmmaterial zeigt auch die Misshandlung von Kälbern in Milchviehbetrieben, insbesondere die Trennung der Kälber von ihren Müttern – die unmittelbar nach der Geburt erfolgt – und ihre anschliessende Einzelhaft in kleinen Einzelbuchten.

Diese Praktiken sind gesetzlich erlaubt und werden in fast allen Milchviehbetrieben angewandt, auch in jenen, die Milch für italienische „Premium“-Produkte wie Grana Padano produzieren, aber verschiedene Studien zeigen, dass diese Praktiken die Tiere sozialer Deprivation, Stress und Leiden aussetzen.

Mit der Veröffentlichung dieser Untersuchung startet Essere Animali erneut die Kampagne No Animal Left Behind, die von der Eurogroup for Animals koordiniert wird, einer Organisation, die 79 Tierschutz-NGOs in 24 EU-Mitgliedstaaten sowie im Vereinigten Königreich, der Schweiz, Serbien, Norwegen, Australien und den USA vereint.

Diese Organisationen fordern die Europäische Kommission – die sich der Strategie „Vom Bauernhof bis zum Teller“ verschrieben hat, einer Initiative, die darauf abzielt, das europäische Lebensmittelsystem gerechter, gesünder und umweltfreundlicher zu gestalten – auf, die Rechtsvorschriften zum Schutz von Nutztieren zu überarbeiten, die derzeit als völlig unzureichend angesehen werden, um ihnen ein Leben ohne vermeidbare Leiden zu garantieren.

Tierschutz

Im Hinblick auf die Bedingungen für Kälber fordern Essere Animali und Eurogroup for Animals eine Überarbeitung der geltenden EU-Tierschutzvorschriften, um:

  • Ermöglichung des Kontakts zwischen Kalb und Muttertier für mindestens acht Wochen nach der Geburt; während dieser Zeit müssen die Tiere in einem System gehalten werden, das den Kontakt mindestens für die Hälfte des Tages ermöglicht, wobei das Säugen erlaubt ist
  • Bereitstellung von Unterkünften, die den Verhaltensbedürfnissen der Kälber entsprechen, die in Gruppen aufgezogen werden und Zugang zu Außenbereichen haben sollten

Diese jüngste Untersuchung beweist zum wiederholten Mal, dass in den meisten Milchviehbetrieben die grundlegenden Tierschutzvorschriften nicht eingehalten werden, sondern dass Kälber und Kühe im Gegenteil wie blosse Handelsware behandelt werden. Die Überarbeitung der Rechtsvorschriften für landwirtschaftliche Nutztiere ist die Gelegenheit für die Europäische Kommission, diese Situation ein für alle Mal zu ändern, ohne ein einziges Tier zurückzulassen„, kommentierte Reinke Hameleers, CEO der Eurogroup for Animals.

10 Kommentare

  1. Schrecklich, was mit der zuschaustellung von Rindern durch Menschen passiert. Die Tiere haben schmerzen … was sind das nur für Menschen, die Tiere quälen. Stop und hohe strafen

  2. Waltraut Bergmann Antworten

    Hallo!
    Wurde dieser Film auch bei den ‚zuständigen‘ Stellen der Europäischen Kommission vorgeführt? Wurden die EU-Abgeordneten mit diesen Zuständen konfrontiert?
    Wurden die italienischen Behörden zur Schließung dieser Betriebe aufgefordert?! Solche Zustände, dass die Tiere beinhoch in den Exkrementen dahinvegetieren müssen, können doch nicht legal sein?! Wenn hier in Deutschland Tierrechtsorganisationen dergleichen per Undercover-Aufnahmen dokumentieren und in den Medien veröffentlichen, also nicht nur bei den Social Media der TierschützerInnen, dann werden doch immer öfter (leider noch viel zu selten) auch die Behörden zum Einschreiten gezwungen. Wie man in Deutschland feststellen musste, sind die Amtsveterinäre zu oft Teil der systematischen Tierquälerei. Deshalb MUSS dergleichen an die breite Öffentlichkeit und die Unterstützung von Investigativ-Journalisten (die manchmal noch ein ‚Herz‘ haben) gesucht werden! Siehe dazu z. B. den Bericht in REPORT Mainz am 5.10.2021 in der ARD von Edgar Verheyen mit Material der SOKO Tierschutz e. V.! über „Kälber in Deutschland“.

  3. Elfi plankensteiner Antworten

    Es ist nur mehr wiederlich was Tiere erleben. Der Mensch ist schlimmer wie der Teufel in Person. Was ist mit den Menschen los??? Gefühlskalt und Geldgeil !!! Man muss wirklich auf alles verzichten was an Nahrungsmittel von Tiere hergestellt wird. Schlimm einfach,man verliert die freude am leben😪😪😪😪😪

  4. Deshalb bin ich seit 35 Jahren im Tierschutz Bund und setze mich gegen Tierquälerei ein
    Ich hasse Gefühllose menschlichen Psychopathen die in einem Lebewesen nur das Profit sehen

  5. Irena Broermann Antworten

    DAS ERNORME LEID DER TIERE SCHREIT ZUM HIMMEL….ES IST NICHT „nur ein TIER“ ….es ist ein Herz das schlägt, eine Seele…. die ein Leben fühlt, das leben will. ……UND WAS SIE DURCH MENSCHENHAND ERLEBEN IST DIE HÖLLE AUF ERDEN ….. „mensch“ SCHÄM DICH (!!!!) DU VERDIENST NICHT DEN NAMEN MENSCH DENN erst das Mitgefühl mit ALLEN GESCHÖPFEN ist es, was uns erst wirklich zum Menschen macht!!!!!

  6. Claudia Schütt Antworten

    Ich kann nicht begreifen, warum man seine Tiere schlecht behandelt,wenn man doch mit ihnen seinen Lebensunterhalt verdient. Da muss es doch an erster Stelle stehen,das es den Tieren gut geht,den Kälbchen genau so ,wie den Kühen….Versteh ich nicht.

  7. Jeder der mit Tieren arbeitet sollte und muß begreifen dass dies Lebewesen sind die Schmerz empfinden – doch das Gro kommt eindeutig von Brüssel die Empfehlungen geben große Verbesserung und vor allem einen größeren Verdienst versprechen jedoch KEINE Ahnung haben wie dies im Sinne vom Tierschutz eingehalten werden kann

  8. Mariette Dennler Antworten

    Wo bleibt jetzt die EU, die ja alles kontrollieren will??? Wo bleiben die Grünen, die ja die Welt verbessern wollen und keine Ahnung haben wie die einfachsten Dinge funktionieren.

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