Jagdgesetz

Hobby-Jäger und Schalldämpfer – ein No-Go

Täglich erfahren wir aus der Ukraine, welches Elend Menschen mit Waffen anrichten.

Dabei wird aber gerne ignoriert, dass in unserer unmittelbarer Nähe Hobby-Jäger auch Gefallen daran haben, aus Spass und abstrusen Behauptungen sowie Fehlleitungen Wildtieren Leid zuzutragen.

Wild beim Wild
Was genau hat dieses Bild noch mit Jagd zu tun? Die Freude weniger Menschen sollte nicht den Tierschutz beeinträchtigen.

Schalldämpfer sind in der Schweiz auf der Hobby-Jagd verboten und das ist gut so. Das Verbot auf Bundesebene kommt daher, dass man Angst vor Wilderei hat. Ausserdem können Schalldämpfer gefährlich sein für andere Menschen im Wald, weil die Richtung der Schüsse so nicht mehr richtig zugeordnet werden können.

Seit längerem setzen sich Hobby-Jägerinnen und Jäger in der Schweiz dafür ein, dass diese Regelung gelockert wird. Im neuen Jagdgesetz, das 2020 vom Volk richtigerweise abgelehnt wurde, wäre dies auch der Fall gewesen.

Auszug aus der Jagdverordnung des Bundes (JSV; SR922.01)

Schalldämpfer, künstliche Lichtquellen, Wärmebildgeräte und Nachtsichtzielgeräte auf
Waffen sind gemäss Jagdverordnung des Bundes für die Jagd verbotene Hilfsmittel. Die Kantone können unter gewissen Umständen Ausnahmen bewilligen, wenn dies notwendig ist:
Art. 3 Ausnahmebewilligungen
1 Die Kantone können speziell ausgebildeten Angehörigen der Jagdpolizei oder
Jägern die Verwendung verbotener Hilfsmittel gestatten, sofern dies nötig ist, um:
a. bestimmte Tierarten oder Lebensräume zu erhalten;
b. Wildschäden zu verhüten;
c. Tierseuchen zu bekämpfen;
d.10 verletzte Tiere nachzusuchen und gegebenenfalls zu töten.

In einigen weniger dicht besiedelten Ländern sind Schalldämpfer legal. Hauptsächlich jedoch aus dem Grund, weil die Polizei es zum Beispiel leid ist, Fehlalarme zu bekommen, wenn jemand auf die Jagd geht oder wegen dem Nachbarschaftsärger.

Es ist nicht so, dass Schalldämpfer die Waffe per se genauer machen, aber sie sollen – laut den Hobby-Jägern – angeblich erleichtern die Waffe genauer zu schiessen. Schalldämpfer bringen jedoch zum Beispiel auch das Gleichgewicht des Gewehrs aus dem Gleichgewicht, was nicht zu einer höheren Treffsicherheit führt. Ein Schalldämpfer erhöht nicht die Chancen beim ersten Schuss – er verbessert die Aussichten für den zweiten Schuss – falls der erste Schuss nicht richtig trifft und die Wildtiere nicht erschreckt werden oder wenn der Hobby-Jäger ungestört in Serie weitere Wildtiere an Ort und Stelle erschiessen möchte. Schalldämpfer dienen in erster Linie dem Killer und nicht dem Tierschutz.

Auch Bündner Hobby-Jäger forderten nun an ihrer jüngsten Delegiertenversammlung vom 14. Mai 2022 in der Mehrzweckhalle in Ftan für das Schiessen am Schiessstand, für die Hochjagd wie auch für die Sonderjagd (Herbstjagd) die Möglichkeit, auf Kaliber 10,2 mm und mehr, einen Schalldämpfer anzubringen.

Jeder Schuss der Hobby-Jäger stört über viele Kilometer das ganze Biotop. Alle werden mit negativer Energie konfrontiert. Das Produkt Wildbret ist laut zahlreichen Studien ungesund. Verarbeitetes Wildfleisch ist wie Zigaretten, Asbest oder Arsen krebserregend, mahnt zum Beispiel die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Mitmenschen werden durch den Lärm und die Hobby-Jagd ebenfalls nervlich belästigt. Gerade die Bündner Hobby-Jäger sind ein Paradebeispiel an Mangel an moralischer und ethischer Hygiene. Jedes Jahr! gibt es rund tausend Anzeigen und Bussen, weil Bündner Hobby-Jägerinnen und Jäger gegen Jagdgesetze, Waffengesetze, Umweltgesetze, Tierschutzgesetze, Schiessgenauigkeit, usw. verstossen. Die schlecht geführten Jagdpraktiken und Charakterlosigkeit der Hobby-Jäger sind zahlreich dokumentiert.

Weidgerechtigkeit mit technischen Hilfsmitteln?

Mit Schalldämpfer werden Hobby-Jäger noch schwieriger zu kontrollieren sein. Wie sollen Wildhüter, Jagdaufseher und andere Kontrollorgane die kaum hörbare Entladung richtig zuordnen? So können die vielen Fehlschüsse der Hobby-Jäger noch weniger rapportiert werden. Tierquälerei wird Tür und Angel geöffnet. Normale Menschen werden zusätzlich gefährdet, weil Hobby-Jäger nicht nur in Graubünden praktisch das ganze Jahr über irgendein Wildtier jagen dürfen. Auch Wildtiere haben weniger Chancen, weil sie durch die hinterhältigen und feigen Schüsse nicht aufgeschreckt werden.

Wer ohne technische Hilfsmittel kein erfolgreicher Hobby-Jäger ist, wird es mit Schalldämpfer auch nicht.

Tierschützer sind dezidiert der Meinung, dass technische Hilfsmittel wie Schalldämpfer nur in die Hände von gut ausgebildeten Wildhütern gehören, wie dies im Kanton Genf der Fall ist!

Hobby-Jäger, die den Rückstoss nicht ertragen oder lärmempfindlich sind, sollten sich ein ruhigeres Hobby suchen. Es gibt keine Notwendigkeit und keine Möglichkeit unter Beachtung von Art. 3 JSV Schalldämpfer jagdlich generell zu bewilligen.

Ausserdem sollte die Jägerschaft bei der Initiative zur „Einschränkung von Feuerwerk“ JA stimmen, wenn es ihr wirklich ums Tierwohl gehen sollte.

7 Kommentare

  1. Ob man nun Schalldämpfer befürwortet oder nicht sei jedem selbst überlassen, aber die Argumentation, dass damit Wilderei gefördert wird finde ich etwas absurd. Wilderei ist eine Straftat. Was spielt es also für eine Rolle ob man bei dieser Straftat ein verbotenes Waffenzubehör verwendet oder ob dieses erlaubt ist. Oder lässt sich der Bankräuber seine Faustfeuerwaffe auch zuerst eintragen, bevor er die Bank überfällt?

  2. Heitmann, Birgit Reply

    Fast alle Menschen finanzieren mit ihrem Tierkonsum die grausame Tierquälerei der Massentierhaltung und das betäubungslose Schlachten/Aufschneiden der lebenden Tiere. Diese Tiere haben die gleichen Gefühle wie Menschen, das gleiche Schmerzempfinden, die gleiche Mutter-Kind-Bindung, die natürliche Lebensbedürfnisse. Im Gegensatz zum Menschen, gibt es bei den Tieren keine bösen Charaktere, keine Sadisten, keine Verbrecher, keine Naturzerstörer usw. usw. Es muß unbedingt mehr Aufklärung gemacht werden! Wir müssen unbedingt bessere Menschen werden, die nichts zerstören, weder Natur, noch die Tiere. Leider sind wir aber dabei, unsere eigene Lebensgrundlage immer mehr zu zerstören durch Gifte, Massentierhaltung, Abholzungen uvm. Wir Menschen verbrauchen mit Überbevölkerung und unserem Lebensstil bereits soviel Ressourcen wie für 3 Erden. Und die Frauen gebären weitere Kinder, obwohl die Erde total überbevölkert ist und die Kinder eine schlechte Zukunft haben. Und die Menschen machen einfach immer weiter, zerstören immer mehr, sind in der Mehrzahl dumm + ignorant. Bitte weitersagen, besonders den Frauen, damit sie sich sterilisieren lassen. Ich machte das nach dem ersten Kind.

    • Johannes Herger Reply

      Wollen Sie mit Ihren Ausführungen den geneigten Lesern gar kundtun, daß Sie sich selbst zu jener Klientel zählen, die sie in so unnachahmlich zynischer und menschenverachtender Weise als „Überbevölkerung“ bezeichnen?

      Ist der totgeglaubte Ungeist Hitlers nun auch selbst in die Schweiz gedriftet? Oder haben Sie einfach nur ne Putze und damit zu viel Freizeit, mit der Sie nichts anfangen können? Dann wäre – wohlgemerkt nur nach Ihren eigenen(!) kruden Thesen – für Sie selbst ein (!) Kind schon eines zu viel gewesen …
      Wenn Sie aber der Meinung sind, es gäbe zu viele Menschen auf unserem Planeten, warum gehen Sie dann nicht mit gutem Beispiel voran und machen sich vom Acker?!
      Ich glaube zwar nicht, daß nur irgendein Mensch auf diesem Planeten überflüssig ist, aber wenn Sie dieser Meinung sind, dann erwägen Sie bitte, daß der erste Mensch (muß ich dies nun „gendern“? Ich tu’s: Die erste Menschin), für den/die das nach ihrer(!) Ansicht zutrifft – dann wohl nur Sie selbst sein können.

      J.

  3. Martin+Reifinger Reply

    Stimme Silvia Steiner zu 100 % zu! Wenn man begründen muß, weshalb man die Tötung von Wildtieren ablehnt, wird es pervers.

  4. Silvia Steiner Reply

    Ich fordere ein komplettes Verbot der Jagd u.härteste Strafen für jeden,der zuwider handelt!!@

    • Johannes Herger Reply

      Bravo!
      Und ich fordere, daß jeder, der „härteste Strafen“ fordert, sie erstmal am eigenen Leibe erfahren sollte!

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