Tierrechte

Frankreich eröffnet das erste europäische Seniorenheim für Elefanten

Frankreich eröffnet das erste europäische Seniorenheim für Elefanten

Die 1.300 Einwohner von Bussière-Galant, Frankreich, haben seit kurzem einen neuen und ungewöhnlichen Nachbarn – einen vierbeinigen Elefanten namens Gandhi. Das 52-jährige asiatische Elefantenweibchen ist die erste Bewohnerin einer einzigartigen Auffangstation für Zirkus- und Zooelefanten.

Zwei ehemalige flämische Zoowärter, Sofie Goetghebeur und Tony Verhulst, gründeten die Auffangstation als Reaktion auf das Verbot der Beschäftigung von Wildtieren in Zirkussen. Dieses Verbot gilt derzeit in 23 europäischen Ländern und wird demnächst auch in Frankreich in Kraft treten.

Die Tierpfleger gehen davon aus, dass sich derzeit etwa 100 Elefanten in Zirkussen in ganz Europa befinden. Ihre Rückführung nach Asien oder Afrika ist oft kompliziert und kann für die Tiere gefährlich sein, weshalb es besser ist, für sie ein örtliches Tierheim zu finden.

Im Herzen des Naturparks Périgord-Limousin in Bussière-Galant begannen Sofie und Tony im Jahr 2016 mit dem Bau des sogenannten „Elephant Haven“ auf einem alten, 29 Hektar grossen Bauernhof. Bürgermeister Emmanuel Dexet war zunächst „ein wenig überrascht„, aber „glücklich“ über die Idee, das Schutzgebiet zu errichten.

In den vergangenen fünf Jahren hat das Paar gemeinsam mit den örtlichen Behörden Sicherheitsmassnahmen ausgearbeitet, die in Kraft treten sollen, falls die Elefanten in die riesigen Wälder rund um das Schutzgebiet entkommen.

Man nimmt an, dass Gandhi aus Thailand stammt und in freier Wildbahn geboren wurde. Sie wurde 1973 in den Park von Givskud in Dänemark gebracht und 1998 dem ehemaligen Zoo von Pont-Scorff (heute Les Terres de Nataé) anvertraut.

Es wird angenommen, dass Gandhi in der Vergangenheit einige traumatische Ereignisse erlebt hat, insbesondere schwierige Beziehungen zu ihren Artgenossen„, so das Team von Elephant Haven.

Da Elefanten soziale Wesen sind, wird sie in der ruhigen Umgebung des Refugiums langsam wieder an andere Elefanten gewöhnt werden.

Nach monatelangen Vorbereitungen wurde sie am 14. Oktober in die Auffangstation gebracht.

Vor drei Monaten begannen wir mit der Pflege von Gandhi im Zoo, um zu zeigen, dass sie erfolgreich auf den Transport zu EHEES (Elephant Haven European Elephant Sanctuary) vorbereitet werden kann, um dort einen ruhigen Lebensabend zu verbringen„, erklärt das Team.

Die Reise von Ghandi mit dem Transportfahrzeug dauerte 10 Stunden und verlief ohne Komplikationen.

Bei ihrer Ankunft verliess sie ihre Kiste schnell und selbstbewusst, ging direkt in unseren warmen Elefantenstall und begann sofort zu fressen.

Nach einigen Wochen hat sie sich immer noch nicht an ihre neue Umgebung gewöhnt. Die kühlen Winde der umliegenden Täler, die sich auf einer Höhe von 400 Metern befinden, bringen sie oft dazu, in ihr nagelneues Gehege zurückzukehren, das durch zwei Wärmepumpen und einen Ofen konstant auf 18 °C geheizt wird

Die Auffangstation ist derzeit für drei weibliche Elefanten zugelassen, aber es gibt Pläne, sie zu erweitern. Das Ehepaar möchte schliesslich sechs oder sieben Elefanten aufnehmen und ihnen helfen, den Rest ihres Lebens in Frieden zu leben.

Wir hoffen, dass sie noch 20 Jahre hier bleiben„, sagt Sofie, und die Chance besteht.

Laut dem französischen Verband der Zoologischen Parks (AFdPZ) kann ein Elefant bis zu 70 Jahre alt werden, zumindest in freier Wildbahn.

1 Kommentar

  1. magali strasser Reply

    Stop mit Tier im Zirkus, das ist nur Quälerei. Strafe für solche Verbrecher.

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