Als erstes Land der Welt hat Israel am Mittwoch, dem 9.6.2021, den Verkauf von Pelzen an die Modeindustrie definitiv verboten.

Umweltschutzministerin Gila Gamliel sagte in einer Erklärung nach der Unterzeichnung der Änderung, die in sechs Monaten in Kraft tritt:

Umweltschutzministerin Gila Gamliel

Die Pelzindustrie tötet weltweit Hunderte Millionen Tiere und bringt unbeschreibliche Grausamkeit und Leid mit sich. Es ist unmoralisch, Haut und das Fell von Wildtieren für die Modebranche zu nutzen. Die Menschheit beginnt in den letzten Jahren zu verstehen, welchen immensen Schaden der Mensch für Tiere und Natur verursacht und wie die Arten ausgestorben sind, die letztendlich für das ökologische Gleichgewicht verantwortlich sind, das uns bewahrt.

Israels Umweltministerin Gila Gamliel

Die Entscheidung wurde von der Tierrechts-NGO Animals Now begrüsst, die sie als „historischen Meilenstein“ lobte, der „unzählige Tiere aus der Hölle der Pelzindustrie retten wird„.

In einer Erklärung fügte die NGO hinzu: „Wir kämpfen seit Jahren dafür, den Verkauf von Pelzen an die Modeindustrie zu verbieten, und von Anfang an unterstützten 86 % der israelischen Öffentlichkeit dies. Wir danken Minister Gamliel und Tal Gilboa, dem Berater des Premierministers für Tierrechte, und unseren Partnern im jahrelangen Kampf, Let The Animals Live und der International Anti-Fur Coalition (IAFC).“

Die IAFC hat seit 2009 einen Gesetzentwurf zum Verbot des Verkaufs von Pelzen in Israel gefördert, und wir begrüssen die israelische Regierung dafür, dass sie endlich den historischen Sprung zur Herstellung von Pelzen für die Modegeschichte gemacht hat„, sagte IAFC-Gründerin Jane Halevy in einer Erklärung. „Alle Tiere leiden schrecklich unter dieser grausamen und rückständigen Industrie“, fügte Halevy hinzu, dessen Organisation seit über einem Jahrzehnt darauf hinarbeitet. „Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Das Töten von Pelztieren sollte überall illegal werden – es ist höchste Zeit, dass Regierungen weltweit den Verkauf von Pelzen verbieten.

Auch die Tierrechtsorganisation PETA lobte den Schritt als „historischen Sieg“ und schrieb auf Twitter, dass er „zahllose Füchse, Nerze, Kaninchen und andere Tiere davor schützen wird, gewaltsam wegen ihrer Haut getötet zu werden“.

Auf Twitter schrieb Gamliel, dass sie stolz darauf sei, dass Israel das erste Land ist, das den Verkauf von Pelzen verbietet.

Mit dem Verbot des Pelzhandels ist Israel das erste Land der Welt, das dies tut. Bisher haben nur eine Handvoll Städte – in den USA und in São Paulo in Brasilien – den Verkauf von Pelz verboten.

Gegenwärtig muss jeder in Israel, der Pelz kaufen oder verkaufen möchte, eine Genehmigung beantragen. Nach den neuen Regeln ist dies jedoch nur in Fällen von «wissenschaftlicher Forschung, Bildung oder Unterricht und für religiöse Zwecke oder Traditionen» zulässig, schreibt die «Jerusalem Post«.

Die Ausnahmeregelung dürfte für Israels grosse ultraorthodoxe Gemeinschaft gelten, unter der viele Männer grosse runde Pelzmützen tragen, die Schtreimel genannt werden und vermutlich aus Osteuropa stammen.

Jeder, der in Israel gegen das Gesetz verstösst, wird mit einer Geldstrafe von bis zu 22.000 US-Dollar (18.500 Euro) oder einem Jahr Gefängnis bestraft.

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