Tierrechte

Deutschland: Drastischer Rückgang der Feldhasen

PETA fordert von deutschem Jagdverband sofortiges Ende der Hatz auf gefährdete Hasenpopulation

Sinnbild der Osterzeit bedroht: Die Zahl der Feldhasen geht stark zurück und die Tiere wurden bereits in der Roten Liste gefährdeter Arten aufgenommen. Im Jagdjahr 2017/18 haben Jäger 184.690 Feldhasen getötet. Vor fünf Jahren fielen den Jägern 314.000 Tiere zum Opfer, vor zehn Jahren wurden 528.000 Hasen getötet. Bei vielen Wildtierarten, wie dem Hasen, wird die Jagdstrecke als Indikator für die Populationsentwicklung herangezogen. PETA sieht neben der Landwirtschaft vor allem die intensive Bejagung als einen Hauptfaktor für den starken Rückgang. 

In einer von Monokulturen geprägten, industrialisierten Landwirtschaft wirkt der enorme Jagddruck besonders verheerend. Die Tierschutzorganisation fordert den Deutschen Jagdverband auf, die Jagd auf Hasen freiwillig umgehend zu stoppen. Andernfalls wäre das Bundeslandwirtschaftsministerium gefordert, eine ganzjährige Schonzeit für die bedrohte Tierart auszurufen.

Die grössten Chancen einen Feldhasen anzutreffen haben Spaziergänger an Ostern in den westlichen Bundesländern, insbesondere in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, entlang des Oberrheins in Baden-Württemberg und in Bayern. Mit etwas Glück sieht man auch in Hessen und Rheinland-Pfalz nochmal den Osterhasen, im Osten allerdings gibt es kaum noch Vertreter seiner Art.

Die Jagd auf die Feldhasen ist existenzbedrohend. Es wäre nicht das erste Mal, dass Jäger einer Tierart so lange nachstellen, bis sie am Rande der Ausrottung steht. Auch Rebhühner wurden im 20. Jahrhundert in manchen Jahren zu Hunderttausenden gemetzelt und sind heutzutage stark gefährdet. Sollte der Jagdverband den Feldhasen weiterhin nachstellen, muss eine gesetzliche Regelung her.


Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA

Irreführende Argumentation vonseiten der Jägerschaft

Treibjagd in Heinsberg (NRW)

Die industrielle Landwirtschaft ist der Hauptfaktor für den Populationsrückgang der bedrohten Arten, da sie den Lebensraum der Tiere zerstört. Durch neue Ackerflächen, Monokulturen, Dünger und Pestizide werden für sie überlebenswichtige natürliche Strukturen immer weiter zerstört – mit der Überdüngung schwindet zudem auch das Nahrungsangebot. Die Tötung von Hunderttausenden Tieren durch Jäger übt jedoch zusätzlichen Druck auf die geschwächten Populationen aus und kann diese an den Rand der Ausrottung bringen. Absurderweise versucht die Jägerschaft, den Rückgang der Feldhasenbestände Beutegreifern wie dem Fuchs zuzuschreiben. Füchse ernähren sich jedoch vornehmlich von Mäusen und sind keine Bedrohung für die Hasenpopulation oder für Bodenbrüter. Die Jagd auf Füchse hat zudem keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden.