Die EU ist am 10.6.2021 näher an der Beendigung des Käfigalters gerückt, als das EU-Parlament die EU-Kommission aufforderte, derartige Verwendung in der Tierhaltung bis 2027 zu verbieten.

Das EU-Parlament hat mit überwältigender Mehrheit eine Resolution zur europäischen Bürgerinitiative „End the Cage Age“ mit 558 Abgeordneten des europäischen Parlaments zu 37 Nein-Stimmen und 85 Enthaltungen verabschiedet. 

Die Resolution fordert die Kommission auf, die veraltete EU Richtlinie über Nutztiere zu überarbeiten, um grausame Käfigsysteme in der Tierhaltung abzuschaffen. Dadurch wird verhindert, dass jedes Jahr mehr als 300 Millionen Nutztiere – wie Hühner, Schweine, Wachteln, Enten und Kaninchen – in engen Käfigen gehalten werden.

Viele von ihnen werden ihr ganzes oder fast ihr ganzes Leben lang so gehalten. Tiere in Käfigen sind in ihren Bewegungen stark eingeschränkt und daran gehindert, ihr natürliches Verhalten auszuüben, was sich nachteilig auf ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen auswirkt.

Deutschland, Niedersachsen | Käfighaltung

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 in Italien ergab, dass unzählige der 500’000 Sauen des Landes gezwungen sind, ihr halbes Leben in Metallkäfigen zu leben. Die Käfige umschliessen ihre Körper vollständig, hindern sie daran, zu laufen oder sich umzudrehen, und machen es unmöglich, ihre Ferkel richtig zu pflegen. Auf so engem Raum können sie nur stehen oder liegen und sind umgeben von Insekten, Ratten und den Körpern toter Ferkel. 

Ausserdem wird betont, dass alle auf dem EU-Markt in Verkehr gebrachten Produkte – auch importierte – künftigen Standards für die Käfigfreiheit entsprechen müssen

In der Schweiz wurde die Käfighaltung bereits 1991 verboten – als erstes Land der Welt. Muttersauen dürfen in der Schweiz jedoch immer noch maximal zehn Tage in Kastenständen gehalten werden.

Das Verbot der Käfighaltung ist nicht nur eine Frage des Tierwohls. Die COVID-19 Pandemie hat gezeigt, wie eng Tierwohl und öffentliche Gesundheit miteinander verbunden sind. Tiere in Käfigen sind ständigem Stress ausgesetzt und dadurch deutlich anfälliger für Krankheiten. Tausende Tiere auf engstem Raum sind ausserdem die ideale Brutstätte für Viren, die auch auf den Menschen übertragen werden können. 

Über 75 Prozent der neu auftretenden Krankheiten sind Zoonosen, das heisst, dass sie ihren Ursprung in Tieren haben. Wenn sich die Europäische Kommission mit der Bürgerinitiative befasst, unternimmt sie auch wichtige Schritte, um die nächste Pandemie zu verhindern. Die EU sollte jetzt daran arbeiten, die verheerenden Schäden durch die intensive Landwirtschaft zu reparieren. Die Landwirtschaft der Zukunft muss nicht nur tierfreundlicher sein, sondern auch die Gesundheit der Bürger sicherstellen.

Darüber hinaus betont die Resolution die Notwendigkeit, angemessene Anreize und Finanzprogramme bereitzustellen, um Landwirte beim Übergang zu käfigfreien Systemen zu unterstützen. Die Tierhalter könnten geschult sowie anderweitig unterstützt werden, damit ihnen keine Nachteile entstünden und die Viehzucht nicht an Orte ausserhalb der EU verlagert werde, wo das Verbot nicht gelte.

Heute hat das Europäische Parlament eine grosse Unterstützung für die Beendigung der barbarischen Käfigsysteme in der Tierhaltung gezeigt. EU-Bürger, Wissenschaftler, Unternehmen und jetzt auch demokratische Vertreter wollen das dunkle Zeitalter der Tierhaltung beenden. Nun liegt es an der Europäischen Kommission, diesen Stimmen Gehör zu verschaffen, nicht nur um das Leiden von Milliarden Tieren zu lindern, sondern auch um die Demokratie und Zivilisation der EU zu ehren. Wir zählen auf eine positive Entscheidung.

Reineke Hameleers

Zudem forderte das Parlament, das Mästen von Enten und Gänsen für die in Frankreich beliebte Spezialität Stopfleber zu verbieten. »Die Bedingungen, unter denen Tiere ihr oft sehr kurzes Leben verbringen, sind keine Tierhaltung, sondern schlicht und einfach Tierquälerei«, sagte der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold.

Die Abgeordneten forderten die Kommission auch auf, die Überprüfung der EU-Tierschutzgesetzgebung zu beschleunigen, und forderten, dass sie bis 2022 statt wie derzeit geplant bis 2023 abgeschlossen sein soll. Damit kann sichergestellt werden, dass das Verbot von Käfigen in der Tierhaltung innerhalb des Mandats der derzeitigen Kommission, die 2024 aus dem Amt ausscheidet, eingeführt wird.

1 Kommentar

  1. Karin Erker

    Ich bin entsetzt über das abschiessen des wolfshundes was muss das für ein Schmerz sein wenn man seinen geliebten Hund auf so einevsvhreckliche Weise verliert. Es tut mir so unendlich leid. Hoffentlich wird dervschuldige dafür hoch bestraft. Karin erker

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