Tierrechte

Amerika: Zoo Elefant vor dem Richter

Das höchste Gericht New Yorks wird demnächst darüber entscheiden, ob ein asiatischer Elefant die gleichen Rechte wie ein Mensch hat und in ein Tierheim freigelassen werden kann.

Das Nonhuman Rights Project vertritt Happy, der seit vier Jahrzehnten im Bronx-Zoo in Amerika lebt, und sagt, das Tier sei ein „kognitiv komplexes nichtmenschliches Tier“, das freigelassen werden sollte.

Der 51-jährige asiatische Elefant ist seit 1977 im Zoo zu Hause. Seit etwa 2006 wird Happy in einem 0,4 Hektar großen Gehege getrennt von anderen Elefanten gehalten.

Vor vier Jahren begann die in Florida ansässige Gruppe, New Yorker Gerichte zu ersuchen, Happy in eines von zwei Elefantenschutzgebieten in den Vereinigten Staaten zu entlassen, da das Tier illegal eingesperrt sei.

Die gesamte Menschheitsgeschichte zeigt, dass der einzige Weg, die grundlegenden Interessen der Menschen wirklich zu schützen, darin besteht, ihre Rechte anzuerkennen. Bei nichtmenschlichen Tieren ist das nicht anders.

Das Nonhuman Rights Project hat erklärt, dass Happy ein Recht auf „Habeas Corpus“ hat, ein rechtliches Verfahren, bei dem unrechtmässig inhaftierte Personen oder jemand, der in ihrem Namen handelt, nach dem Grund ihrer Inhaftierung fragen kann.

Das New Yorker Habeas-Corpus-Gesetz enthält keine Definition des Begriffs „Person“, und nach Ansicht der Gruppe sollte Happy als eine solche anerkannt werden.

Würde die Gewährung von Menschenrechten für einen Elefanten bedeuten, dass die Menschen keine Hunde mehr als Haustiere halten dürfen?

Die Gewährung von menschenähnlichen Rechten für Tiere könnte nach Ansicht einiger Gesetzgeber ein gefährlicher Weg sein. Die Richter des Berufungsgerichts in Albany zeigten sich während der Anhörung skeptisch.

Einige fragten, warum der Habeas-Corpus-Grundsatz Anwendung finden sollte, da die Gruppe versuchte, die Unterbringung von Happy in einem Zoo gegen die Unterbringung in einem Tierheim einzutauschen.

Andere Richter zeigten sich besorgt, dass die Ausweitung bestimmter gesetzlicher Rechte auf Elefanten andere Fragen aufwerfen könnte: „Bedeutet das, dass ich keinen Hund halten kann?“, fragte die stellvertretende Richterin Jenny Rivera.

Die Anwältin des Nonhuman Rights Project, Monica Miller, entgegnete, dass es für die kognitiven Fähigkeiten von Hunden nicht so viele Beweise gibt wie für Elefanten.

Wissenschaftler sind sich einig, dass Elefanten nicht nur autonom sind, sondern auch kognitiv komplex und emotional intelligent sind„, sagte sie.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2006 bestand Happy einen Test zur „Spiegelselbsterkennung„, der als Indikator für das Selbstbewusstsein gilt. Die Tierschutzorganisation argumentiert, dass dies eine der vielen kognitiven Fähigkeiten ist, die Happy mit dem Menschen teilt.

Das Nonhuman Rights Project behauptet, dass Happy die Gesellschaft anderer Elefanten braucht.

Der Entzug der körperlichen Freiheit besteht darin, dass er eingesperrt und allein in einem 1 Hektar großen Gehege lebt„, sagte Miller bei der Anhörung.

Happys langjähriger Gefährte, Grumpy, wurde Anfang der 2000er Jahre von zwei anderen Elefanten angegriffen. Grumpy erholte sich nie von den Verletzungen und wurde eingeschläfert. Ein weiterer Gefährte von Happy, Sammie, starb später.

Der andere Elefant des Zoos, Patty, lebt in einem angrenzenden Gehege, das durch einen Zaun von Happy getrennt ist.

Die Wohltätigkeitsorganisation wehrt sich gegen die Behauptung des Zoos, dass das Elefantenweibchen „nicht mit anderen Elefanten auskommt“ und deshalb nicht in eine Auffangstation gebracht werden sollte. Sie sagen, dass Happys Verhalten eine Folge ihrer langen Gefangenschaft ist und sich mit der Zeit in einer Auffangstation ändern kann.

Der Bronx Zoo, der von der Wildlife Conservation Society betrieben wird, hat erklärt, dass Happy nicht in Isolation gehalten wird; Happy schmachtet nicht vor sich hin; Happy wird nicht das halbe Jahr über im Stall gehalten. Die Tierärzte, Tierpfleger und Kuratoren des Bronx Zoo sind der Meinung, dass es für Happy am besten ist, in der vertrauten Umgebung zu bleiben.

Frühere Bemühungen, Tieren, einschliesslich Schimpansen, die Rechtspersönlichkeit zu verleihen, waren erfolglos.

Das Berufungsgericht hat sich noch nicht dazu geäussert, wann es eine Entscheidung treffen wird.

1 Kommentar

  1. Die Haltung von Wildtieren in Zoos, Aquarien und bei Privaten muss weltweit geächtet und verboten werden.
    Tiere zur Schau zu stellen ist entwürdigend , demütigend und nicht mehr zeitgemäß-
    Den profitgierigen Tierausbeutern wollen wir nicht länger Geld hintragen.

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