Die Fluggesellschaft Aerolíneas Argentinas hat soeben angekündigt, dass sie auf ihren Inlands- und Auslandsflügen keine Jagdtrophäen mehr befördern wird.

Mit dieser Initiative will die Fluggesellschaft zum Schutz der Umwelt und der Wildtiere weltweit beitragen.

Trophäenjäger investieren jedes Jahr Unmengen von Geld, um Wildtiere für ihre Ausstellung im eigenen Haus zu töten. Nach Angaben der Humane Society International werden jedes Jahr mehr als 200’000 bedrohte oder gefährdete Wildtiere als Trophäen getötet.

Ausserdem töten Trophäenjäger bevorzugt die grössten und stärksten Tiere, was zu einem weiteren Rückgang der Populationen führt. Die Vereinigten Staaten sind der grösste Importeur von Wildtiertrophäen und New York ist der grösste Einfuhrhafen.

In einer Erklärung teilte die Fluggesellschaft mit:

Diese Initiative zielt darauf ab, die argentinische Tierwelt zu schützen, und sie entspricht den internationalen Naturschutzstandards wie dem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES).

Pablo Ceriani, CEO von Aerolíneas Argentinas

Aerolíneas Argentinas führte an, dass viele Wildtierarten direkt von der Jagd betroffen sind, darunter auch der amerikanische Puma.

Diese Art von Politik ist wichtig, sie zeigt den Fortschritt und hat das gemeinsame Ziel, eine bewusstere Welt zum Schutz von Wildtieren und -pflanzen zu schaffen„, sagte Pablo Ceriani, CEO von Aerolíneas Argentinas.

Marina Ratchford, die Landesleiterin der Humane Society International in Argentinien, sagte:

Wir begrüssen es, dass Aerolineas Argentinas sich in die Liste der 45 Fluggesellschaften einreiht, die sich verpflichtet haben, keine Jagdtrophäen zu transportieren. Die Trophäenjagd schadet den Wildtierpopulationen und das Töten von Wildtieren zum Spass hat in der modernen Gesellschaft keinen Platz. Die Entscheidung von Aerolineas Argentina beendet ihre Rolle bei dieser schädlichen Aktivität. Wir fordern andere Fluggesellschaften, die sich dieser Liste noch nicht angeschlossen haben, dringend auf, dies ebenfalls zu tun.

Gibt es weitere Fluggesellschaften, die Jagdtrophäen verbieten?

Im Januar 2020 hatten 45 Fluggesellschaften weltweit eine Art Verbot für den Transport von Jagdtrophäen, so die Daten der Humane Society International. Eine von ihnen ist Emirates.

In Lateinamerika hat sich neben Aerolíneas Argentinas nur Aeromexico dazu verpflichtet, die Jagd auf Tiere zu unterbinden.

In den Vereinigten Staaten und Europa haben inzwischen viele Fluggesellschaften Jagdtrophäen verboten, darunter KLM, Virgin, Lufthansa, Brussels Airlines, Air France, British Airways, Delta Air Lines, United Airlines, American Airlines, JetBlue, Hawaiian Airlines, SWISS, Iberia, Cargolux und andere.

Viele US-Fluggesellschaften haben ihr Verbot der Beförderung von Jagdtrophäen erstmals 2015 eingeführt. Die Entscheidung fiel nach der illegalen Tötung des Löwen Cecil in Simbabwe durch den US-Zahnarzt Walter Palmer.

Dennoch verbot nicht jede US-Fluggesellschaft den Transport von Jagdtrophäen. So haben Delta und American nur den Transport von Löwen-, Leoparden-, Elefanten-, Nashorn- und Büffeltrophäen verboten, d. h. sie erlauben den Transport anderer Arten.

Von den 46 Fluggesellschaften (einschliesslich Aerolíneas Argentinas), die die Humane Society International mit einem Verbot des Transports von Jagdtrophäen bedacht hat, haben 33 ein 100%iges Verbot.

Cargolux beispielsweise hat den Transport von Jagdtrophäen im Jahr 2018 vollständig untersagt. Die Fluggesellschaft erklärte, dass diese Praxis „nicht mit den ethischen Verpflichtungen und Richtlinien des Unternehmens übereinstimmt„. Später fügte sie hinzu, dass Cargolux sich für den Aufbau eines nachhaltigen Geschäftsmodells einsetzt, das die Umwelt und ihre natürlichen Ressourcen schont.

Andere Fluggesellschaften wie Air Canada und WestJet schliesslich haben nur Trophäen der „Big Five“ verboten. Mit den „Big Five“ sind diese Tierarten gemeint: der Afrikanische Büffel, der Afrikanische Löwe, der Afrikanische Elefant, der Afrikanische Leopard und das südliche Breitmaulnashorn.

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