Tierrechte

Verheerende Jahresbilanz: 10 Pferde starben 2019 auf deutschen Rennbahnen

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Mindestens zehn Pferde wurden 2019 aufgrund von Verletzungen auf deutschen Rennbahnen eingeschläfert. PETA veröffentlicht auf ihrer Website nun eine Liste aller 50 Todesfälle seit 2015 und kritisiert die Branche scharf für die tierschutzwidrigen Veranstaltungen. 

Der Vorwurf: Rennställe, Rennvereine und Verbände haben ein System etabliert, in dem Pferde malträtiert und mit Peitschenschlägen zu Leistungen angetrieben werden, denen sie körperlich nicht gewachsen sind. Schwere Stürze, Brüche und Aortenabrisse sind die Folge. PETA sieht im Rennsport einen Verstoss gegen Paragraf 3 Absatz 1 des Tierschutzgesetzes und fordert die Bundesregierung mit einer neuen Onlinepetition auf, die kommerziellen Hochleistungsrennen zu verbieten.

Bei den Todesfällen auf deutschen Pferderennbahnen handelt es sich nicht um Unfälle. Für Prestige und Profit werden die Tiere systematisch überfordert. Untersuchungen belegen, dass die Haut von Pferden an vielen Körperstellen dünner ist als die des Menschen. Die Peitschenhiebe schmerzen somit ganz besonders und die Tiere rennen regelrecht um ihr Leben“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Die Politik muss endlich aufhören, beide Augen zuzudrücken. Sie muss der skrupellosen Branche einen Riegel vorschieben und die Tierquälerei auf deutschen Rennbahnen verbieten.“

Branche nimmt Lungenblutungen, Herzverletzungen und Magengeschwüre billigend in Kauf

2019 starben Hyper Hyper und Radmaan in Mannheim, Astone Man in Köln, Peppone in Hannover, A Train in Mülheim, Four on Eight in Karlsruhe, Captain von Trappe und Gepard in Hamburg, Shahram in Dresden und Turfrubin in Krefeld. Die Dunkelziffer der Pferde, die 2019 für die Unterhaltung der Besucher auf Rennbahnen gestorben sind, liegt jedoch höher: Mehrere Tiere wurden nach den Veranstaltungen eingeschläfert, weil sie lahm wurden oder aus anderen Gründen nicht mehr für Rennen einsetzbar waren. Für den „Rennsport“ werden Pferde gezwungen, Risiken einzugehen, die sie freiwillig niemals auf sich nehmen würden. Die Überlastung führt häufig zu Stürzen mit Brüchen oder zu Aortenabrissen, bei denen die Hauptschlagader des Herzens reisst und das Tier innerhalb kurzer Zeit stirbt. Experten zufolge weisen zudem 90 Prozent der bei Rennen eingesetzten Pferde aufgrund des grossen psychischen Stresses Magengeschwüre auf. Laut den Rennprotokollen haben viele Tiere kurz nach einem Rennen blutige Nüstern. Entgegen der Aussage der Branchenvertreter handelt es sich hierbei jedoch nicht um Nasenbluten, sondern laut Dr. Maximilian Pick, Gutachter und ehemaliger Fachtierarzt für Pferde, üblicherweise um Blutungen aus der Lunge.

Millionengeschäft auf Kosten der Pferde

Häufig werden in der millionenschweren Branche schon zwei- oder dreijährige Pferde an den Start geschickt, obwohl sie sich noch im Wachstum befinden. Da der Bewegungsapparat der jungen Tiere noch nicht vollständig ausgebildet ist, sind Sehnenschäden und Knochenbrüche keine Seltenheit. Die Pferde werden nicht nur bei den Rennen selbst, sondern auch während der Trainings überlastet. So sind etwa bei Galopprennen rund 80 Prozent der Trainingsausfälle auf Lahmheit zurückzuführen. „Dass Peitschenschläge und tierquälerisches Zubehör zum Alltag sogenannter Rennpferde gehören, zeigt nur einmal mehr, dass das Wohl der Tiere in der Regel keine Rolle spielt“, so Hoger.

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

1 Kommentar

  1. Avatar
    Heidemarie Rittscher

    Diese Scheiß Menschheit, verrecken soll sie. Wann kriegen die mit das man Geld nicht Essen kann

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