Es gibt berechtigte Zweifel, ob es ein effektives Mittel zur Bestandesregulation ist, Tiere mit Schusswaffen zu töten. Doch selbst wenn die Jagd effektiv wäre, wäre sie abzulehnen, denn sie ist mit der Vorstellung unvereinbar, dass Tierleben einen Eigenwert haben. Wir fänden es ja auch nicht in Ordnung, mit Schusswaffen auf Menschen zu schiessen, nur weil es zu viele Menschen gibt.

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Die Jägerschaft legitimiert den Abschuss von jährlich rund 140.000 Tieren vor allem mit dem Argument, die Jagd würde die Population regulieren. Doch hält dieses Argument einer wissenschaftlichen Prüfung stand? Wir finden klar nein.

Wir fordern deshalb ein generelles Jagdverbot, damit diese unnötige Gewalt an Tieren ein Ende hat und die Wildtiere in Zukunft ein Leben ohne Furcht vor den Menschen führen können.

NetAP spricht sich klar gegen die Jagd aus. Befürwortern wie Gegnern empfehlen wir die Studie von Carlo Consiglio, Professor für Zoologie an der Universität Rom. Er ging der Frage nach, ob die Jagd zu rechtfertigen ist oder nicht. Seine Untersuchungen, die er in dem Buch „Vom Widersinn der Jagd“ vorstellt, sind wissenschaftlich abgesichert, sachlich vorgebracht und von zwingender Logik.

Im Mittelland werden die meisten Wildtiere während den Monaten Oktober, November und Dezember abgeschossen. Dies geschieht auf gemeinste Art und Weise mittels Treibjagden mit Treibern und Hunden. Treibjagden sind tierquälerisch und ein Relikt aus alten Zeiten. Sie sind grausam, unzeitgemäss und nicht mehr akzeptierbar.

Wir haben Mitmenschen unter uns, die noch in der Kultur der Jäger und Sammler stehen geblieben sind. Das lässt sich nicht ändern. Hingegegen ist es Pflicht und Aufgabe unserer zivilisierten, humanistischen Gegenwartskultur, Grenzen zu setzen gegen Tierquälerei.

Wir haben beobachtet, dass Fuchsmütter dort, wo man die Tiere jagt, mehr Junge zur Welt bringen. Man könne zwar mit einem Abschuss punktuell eine Entlastung schaffen, doch in Kürze werden die freien Reviere wieder eingenommen. Die Natur reguliert das selbst.

Die Jagd auf Vögel entspricht zwar regional einer stark verwurzelten Tradition, ist aber aktuell als Sport- und Freizeitaktivität einzustufen.

Für den WWF ist klar, dass das oberste Ziel der Jagd nicht das sportliche Vergnügen oder die Versorgung der heimischen Gastronomie mit Wildbret sein soll.

Die Jagd wirkt vor allem durch die Entnahme von Individuen als direkte Störung (z.B. Jagd in Wasservogelgebieten) und als Faktor, der die Gewöhnung von Wildtieren an den Menschen verhindert und damit die Störungsproblematik verschärft.

Die Jagd wird gemeinhin als notwendige Massnahme zur Regulierung von Wildtierbeständen sowie zur Reduzierung von Wildschäden bezeichnet und als ökologische (Hege-)Massnahme auch akzeptiert. Für beide Jagd-Begründungen fehlt aber meistens der stichhaltige Nachweis, so wie auch meistens der Nachweis fehlt, dass die Jagd das effektive oder vermeintliche Problem auch wirklich löst.

Die Jagd dient lediglich der Schaffung und Erhaltung eines vom Menschen zurzeit gewünschten Zustands. Dieser Zustand kann für die Tierwelt und Artenvielfalt vor- oder nachteilig sein; zwingend „natürlich“ oder „notwendig“ ist er aus ökologischer Sicht nicht.

Das Fangen und Töten von Wildtieren ist weder zeitgemäss noch ethisch vertretbar, weshalb die Jagd nicht mehr betrieben werden sollte.

Der Schweizerische Forstverein (SFV) begrüsst die Präsenz von Luchs und Wolf in der Schweiz. Wo Luchs und Wolf regelmässig vorkommen, werden weniger Schäden an der Waldverjüngung festgestellt.

Eine sogenannte Regulierung von Grossraubtieren zugunsten hoher Huftierdichten lehnt Pro Natura aus fachlichen und ethischen Gründen kategorisch ab. In Wirklichkeit geht es nicht um Regulierung, sondern um Dezimierung. Das zeigen die vorgebrachten Scheinargumente deutlich.

 

Die Regulation im jagdfreien Kanton Genf erfolgt ausschliesslich durch Wildhüter, es werden keine Amateurjäger einbezogen. Sicherheit, Ethik und Tierschutz spielen eine grosse Rolle. Tierschutz bedeutet vor allem die Vermeidung von angeschossenen Tieren. Das passiert massenweise in der Umgebung im Kanton Waadt.

JagdSchweiz weiss, dass sich Wildtierbestände grundsätzlich – auch in unserer Kulturlandschaft – von selber regulieren würden.

Es macht keinen Sinn, Tiere aus Spass zu töten. Es ist in erster Linie ein ethisches Problem, weil ein Lebewesen ohne ersichtlichen Grund ausgelöscht wird.