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Nachdem der Verband der deutschen Lederindustrie (VDL) den veganen Handtaschenhersteller Nuuwai wegen der Verwendung der Bezeichnungen „Apfelleder“ und „veganes Leder“ verklagt hatte, gab das Landgericht Hannover heute seine Entscheidung in der Sache bekannt: Entgegen der Ansicht des VDL seien die Begriffe weder irreführend noch wettbewerbswidrig. Die vorsitzende Richterin ließ in der mündlichen Verhandlung klar und deutlich erkennen, dass es keinerlei Irreführung zum tierischen Leder geben würde, weil allgemein bekannt sei, dass der Begriff „vegan“ nicht mehr nur in der Lebensmittelindustrie angewandt würde. Zudem trage Nuuwai das Label „PETA-Approved Vegan“ einer bekanntermassen den Veganismus vertretenen Organisation.

PETA Asien veröffentlichte aktuell Aufnahmen einer neuen Ermittlung auf Kaschmirfarmen und in Schlachthöfen in China und der Mongolei – den beiden Ländern, die zusammen für 90 Prozent der weltweiten Kaschmirproduktion verantwortlich sind. Das Enthüllungsvideo zeigt Arbeiter, die völlig verängstigte Ziegen zu Boden drücken. Die Tiere schreien vor Schmerzen, wenn ihre Beine grob verbogen werden und ihnen die Wolle mit spitzen Metallkämmen ausgerissen wird.

In Schottland offerieren verschiedene Tourismusunternehmen wilde Ziegen zu jagen. Die Tiere, die keine natürlichen Feinde haben, werden dort als invasive, nicht heimische Art eingestuft, und ihre Jagd ist nicht illegal. Es wird angenommen, dass heute mehr als 3’000 der Tiere in Herden in ganz Grossbritannien leben, nachdem sie von Steinzeitmenschen vor rund 5’000 Jahren eingeführt wurden. In einigen Gebieten wurden, um den Bestand zu reduzieren, umstrittene Jagden durchgeführt. Auch Kontrazeptivmethoden, um die Reproduktion der Tiere zu stoppen, kamen schon erfolgreich zum Einsatz.

Von PETA Asia veröffentlichtes Videomaterial von südafrikanischen Ziegenfarmen bewegte innerhalb von knapp drei Wochen bereits mehr als hundert Modeunternehmen dazu, Mohair-Produkte aus ihrem Sortiment zu verbannen. Nach Gesprächen mit PETA Deutschland veranlasste Tchibo nun ebenfalls einen sofortigen Einkaufsstopp der unter tierquälerischen Bedingungen hergestellten Wolle. Bis 2020 soll es auch keine Restbestände mit Mohair mehr geben. Damit setzt das Unternehmen ein wichtiges Zeichen für den Tierschutz in der Modeindustrie.