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Am 1. April tritt die neue Pelzdeklarationsverordnung (PDV) in Kraft, mit einer Übergangsfrist bis Ende August. Etiketten mit der Aufschrift «Echtpelz» bringen künftig mehr Transparenz. Zugleich wird aber auch die Bezeichnung «Herkunft unbekannt» zugelassen – ein absolutes No-Go! Denn Pelze unbekannter Herkunft stammen garantiert aus tierquälerischer Produktion und sind als solche zu kennzeichnen, fordert der Zürcher Tierschutz.

Die Branche muss bei der Umsetzung der Vorschriften zur Pelzdeklaration Nachsitzen: In 163 Geschäften wurden in der Saison 2018/2019 Kontrollen durchgeführt, in einigen schon zum zweiten Mal, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Donnerstag mitteilte. Es wurden sowohl Stichproben genommen als auch konkreten Hinweisen auf falsche Deklarationen nachgegangen. 

Der Deutsche Jagdverband (DJV) vermarktet Pelz von in Deutschland getöteten Wildtieren und hat dafür ein eigenes Unternehmen gegründet. PETA bewertet die Verwendung steuerbegünstigter Vereinsgelder zur Förderung einer privatwirtschaftlich arbeitenden und damit Gewinne erwirtschaftenden GmbH als eine nach der Abgabenordnung für einen gemeinnützigen Verein schädliche Betätigung. Daher hat die Tierrechtsorganisation nun beim für den DJV zuständigen Finanzamt Berlin Mitte/Tiergarten den Antrag gestellt, die Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit des Vereins zu überprüfen.

15 Prozent der Pelze im Handel stammen aus der Wildnis. Darunter sind auch hunderttausende Felle geschützter Arten, die allein die EU in den vergangenen zehn Jahren eingeführt hat. Vom patagonischen Fuchs bis zum Rotluchs landen die Pelze zahlreicher geschützter Tiere an Jackenkrägen oder Ärmelaufschlägen. Die EU ist einer der Hauptabsatzmärkte für Felle aus Fallenjagd.

Im Frühling 2019 wird der renommierte Department Store Jelmoli pelzfrei. Nach anfänglicher Kritik konnte der Zürcher Tierschutz das Traditionsunternehmen durch kompetente Beratung zu einer konsequenten, schrittweisen Reduktion des Pelzangebotes motivieren. Der Zürcher Tierschutz lobt die gute Zusammenarbeit und das klare Bekenntnis von Jelmoli zu mehr Tierschutz.

Der Schweizer Bundesrat hat in Erfüllung zweier parlamentarischer Postulate seinen Bericht zur Pelzdeklarationspflicht veröffentlicht. Im März 2015 war er durch den Ständerat beauftragt worden, Alternativen zur Deklarationspflicht für Pelzprodukte zu prüfen, um der Einfuhr und dem Verkauf tierquälerisch erzeugter Pelzprodukte Einhalt zu gebieten. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) erachtet die im Bericht präsentierten Ergebnisse als in höchstem Masse unbefriedigend.

Indemini – Auf norwegischen Pelzfarmen werden Füchse und Nerze gezüchtet, um pro Jahr rund eine Million Felle herzustellen. Nun hat die Premierministerin der konservativen Premierministerin Erna Solberg angekündigt, die Farmen bis 2025 zu schliessen – um eine Regierungsbildung zu ermöglichen.

Nur so konnte sie die liberale Partei überzeugen, sich ihrer Minderheitsregierung anzuschliessen.