Wild beim Wild wirft Umweltamt Schwyz sinnlose Tötung eines Goldschakals vor und erstattet Strafanzeige

Sinnlose Tötung eines Goldschakals: Einem Medienbericht zufolge tötete ein Wildhüter des Umweltdepartement Schwyz am 23.3.2016 ein geschütztes Wildtier (Goldschakal).

Nach Art. 37 JSG hat das Umweltamt bedrohte Tierarten zu schützen und die Arterhaltung zu sichern. Ein an Hunger leidendes Tier ist kein krankes Tier, sondern geschwächt. Nach dem Winter sind viele Wildtiere geschwächt. Der Wildhüter hat das Tier nach Art. 26 TSchG vernachlässigt, indem er das Tier nicht zum Tierarzt oder eine Auffangstation gebracht hat. Die Wildhut hätte auch einfach der Natur ihren Lauf lassen können oder eben erste Hilfe leisten müssen.

Der Wildhüter hat das geschossene Tier vorgängig nicht richtig angesprochen bzw. identifiziert, was ein gravierender Verstoss gegen das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel ist sowie dem Art. 51 JWG. Der Goldschakal ist dem geschützten Luchs, dem Wolf oder dem Bär gleichgestellt. Dieser Wildhüter hätte beim geschützten Goldschakal ohne Bewilligung nicht tötend eingreifen dürfen.

Der Wildhüter des Umweltdepartement hat einen in einer Notlage befindlichen geschützten Goldschakal aus Mutwillen getötet und somit nicht nur dessen Würde in gravierender Weise missachtet.

Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein „vernünftiger Grund“ für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse handelt es sich jedoch lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Für Füchse gibt es keine rechtliche Abschussplanung. Die Tiere dienen den Jägern als lebendige Zielscheibe, denn es besteht weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht ein Grund für die massenhafte Bejagung der Beutegreifer. Wegen des Verdachts des Verstosses gegen das Tierschutz- und Jagdgesetz hat Wild beim Wild nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Schwyz gegen das Umweltamt Schwyz erstattet.

Aus Beuteneid und reiner Lust am Töten werden allein im Kanton Schwyz jedes Jahr über 1’000 Füchse auf grausame Weise von Jägern getötet – durch häufige Fehlschüsse sterben viele von ihnen einen langsamen und schmerzhaften Tod. Das Töten von Tieren im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung hat nichts im 21. Jahrhundert zu suchen und muss strafrechtlich geahndet werden.

Wild beim Wild setzt sich für ein Verbot der Fuchsjagd ein. Die zum Teil noch immer geäusserten Bedenken gegenüber den Tieren beruhen auf längst widerlegten Annahmen: Die Gefahr einer Krankheitsübertragung durch Füchse ist nahezu auszuschliessen. Die Schweiz ist seit 1998 frei von terrestrischer Tollwut, und der Fuchsbandwurm zählt zu den seltensten Parasitosen Europas. Jagd auf Füchse hat keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden. Auch das von den Jägern vorgeschobene Argument des Artenschutzes ist Augenwischerei. Füchse ernähren sich vornehmlich von Mäusen, Regenwürmer usw.

Die Regierung in Luxemburg sprach ab April 2015 ein Verbot der Jagd auf Füchse für mindestens ein Jahr aus – dieses wurde im Februar 2016 für das Jagdjahr 2016/2017 verlängert. Fuchspopulationen regulieren sich aufgrund von Sozialgefügen sowie Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten selbst. Als Gesundheitspolizei sind Füchse zudem ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur. Sie sichern nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere erbeuten und Krankheitsherde somit sofort eliminieren.

Im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung töten Schweizer Jäger jedes Jahr etwa 25’000′ Füchse – ein Verbot der Fuchsjagd, wie es der Kanton Genf auch kennt, ist in der Schweiz längst überfällig.

Damit sollen auch die bedrohten Tiere besser geschützt werden.

Zum laufenden Strafverfahren können keine weiteren Auskünfte gegeben werden.

Adresse für Rückfragen:

Wild beim Wild
Email: info@wildbeimwild.com