Wild beim Wild wirft Bündner Patentjäger Verband Gewaltverherrlichung vor und erstattet Strafanzeige

Über das vereinseigene Printmedium “Bündner Jäger” und Online-Portal “Bündner kantonaler Patentjäger-Verband” wird in bedrückender Regelmässigkeit die Darstellung einer Gewaltverherrlichung oder Gewaltverharmlosung ausgedrückt und das Grausame sowie Unmenschliche eines Vorgangs in verletzender Weise dargestellt.

Des Verdachts des Verstosses nach Art. 135 (SR) begründet sich im Zusammenhang mit organisierter Gewaltdarstellungen (öffentlicher Beschaffung, Verbreitung und Besitz von Gewaltdarstellung mit Menschen und Tieren), des Verdachts des Verstosses nach Art. 26 a. (TSchG) gegen die Verletzung der Würde von Tieren, sowie alle anderen in Betracht kommenden Straftatbeständen.

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Neben der qualvollen ist die mutwillige Tötung gemäss Art. 26 b. des Schweizer Tierschutzgesetzes untersagt. Unter diesem Aspekt kritisch zu prüfen ist unter anderem das Töten von Tieren aus Aberglaube, Brauchtum, Tradition, Unterhaltungszwecken für Bildaufnahmen, Ausstellungen, Märkten usw. Für die in einem intakten Ökosystem wichtigen gesunden Füchse gibt es z. B. keine rechtliche Abschussplanung. Der Schutz des Lebens von Tieren und seine Würde sind grundsätzlich zu gewährleisten.

Die gängigen Jagd-Gesetze haben auch wenig mit Ethik und Moral zu tun – ja, sie widersprechen sogar in zu vielen Punkten diametralisch dem schweizerischen Tierschutzgesetz.

Gewalt führt nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung immer zu Gegengewalt. An der Stelle wo Gewalt sich entlädt, werden genauso Schäden verursacht, wie am Punkt, auf den sie gerichtet ist. Und dies denkbar konkret auf neuronaler Ebene. Wissenschaftler haben dies bei Untersuchungen bei Menschen die Schusswaffen gebrauchen, herausgefunden. Auch Neuropsychologen bestätigen: Die Amygdala, ein Kerngebiet im Gehirn, ist bei Gewalttätern auffällig zurückgebildet oder gestört.

Tiermissbrauch und Gewaltdarstellungen sind nicht etwa als geringer Persönlichkeitsfehler im Jäger zu werten, sondern steht vielmehr als Symptom für eine tiefgreifende mentale Störung. Forschungen in der Psychologie und der Kriminologie zeigen, dass Menschen, die Gewalttaten an Tieren ausüben, es nicht dabei belassen; viele von ihnen machen an ihren Mitmenschen weiter.

Die Jagdwaffen führen zu Missbrauch in unser allem Sozialleben. Immer wieder kommt es zu Schusswaffensuiziden, Drohungen und tödlichen Tragödien. Jahr für Jahr werden unzählige Menschen durch Jäger und Jägerwaffen verletzt, teilweise so schwer, dass sie im Rollstuhl sitzen oder ihnen Glieder amputiert werden müssen. Je mehr Jagdwaffen im Umlauf sind, desto gefährlicher wird es für die Allgemeinheit.

Die Jagd muss einen guten Grund haben. Weil auf einfache Weise formuliert, Ethik, Wissenschaft, Gesetzesgrundlagen usw. unabdingbare Voraussetzungen für eine zeitgemässes Wildtiermanagement sind. Der Slogan ist auch umgekehrt wahr: Ohne ausreichende Begründung ist der Abschuss eines Wildtieres ethisch nicht zu rechtfertigen. Diese ausreichende, stichhaltige Begründung fehlt heute bei der Jagd auf Tiere, die einfach nur „beseitigt“ werden (Beispiel Fuchs, Vögel, Trophäenjagd usw.). Eine sogenannte Regulierung von Beutegreifern zugunsten hoher Huftierdichten ist aus fachlichen und ethischen Gründen kategorisch und konsequent abzulehnen. Der moderne Mensch respektiert Beutegreifer als wichtigen Teil des Ökosystems. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass es Jägern nicht um Natur- oder Wildschutz geht, sondern dass sie Freude an Gewalt und Beute machen haben. Kein Jäger würde irgend etwas für Natur oder Allgemeinheit tun, wenn er nicht töten dürfte. Das ist die traurige Wahrheit.

Im Schweizer Nationalpark im Engadin wird seit 100 Jahren nicht mehr gejagt und dort ist z. B. der Gämsen Bestand seit 1920 konstant um die 1350 Stück. Der Fuchs wird auch nicht gejagt. Entgegen der Prognosen aus dubiosen Jäger- und Wildbiologenkreisen ist keines seiner Beutetiere ausgestorben.

Was früher in Genf hunderte Jäger schlecht gemacht haben, erledigen heute 11 Wildhüter nebst vielen anderen Aufgaben vorbildlicher. Mit mehr Wildhüter die nur therapeutisch neben Fuchs, Luchs, Wolf, Greifvögel usw. eingreifen, hätten der Kanton wieder mehr Ordnung, Biodiversität und Schutz vor Naturgefahren. Dem Steuerzahler würden vermutlich hunderte Millionen von Franken erspart, welche der Bund, Kantone und Gemeinde in die Walderhaltung pumpt, dort wo die Problemjäger die Wildtiere parkieren und züchten. Der Kanton Genf beklagt auch keine Forstschäden.

Wildtiere sind wie wir Menschen Lebewesen und keine Ressourcen für jägerisches Steinzeit Gebaren. Wildtiere haben ein wissenschaftlichen Umgang verdient und nicht die sektiererische Jagd. Heute ist die Jagd mehrheitlich ein Volksfest, wo Geschäftsleute und Tierquäler Partner einladen – um Tiere zu massakrieren sowie die Staatskasse mit Blutgeld zu verunreinigen – wohl ein weltweit einmaliges Phänomen.

Jagdleidenschaft ist kein Auftrag der Gesellschaft oder Recht bzw. Gesetz und kann es auch nicht sein.

Wegen Verstössen gegen die Jagdgesetzgebung mussten im Kanton Graubünden im Jahr 2015 1’198 Ordnungsbussen ausgesprochen und 100 Anzeigen erstattet werden!

Literaturangaben:

  1. Kindheit ohne Gewissen
  2. Warum manche Menschen mörderisch böse werden
  3. Violence as a source of pleasure or displeasure is associated with specific functional connectivity with the nucleus accumbens
  4. Menschen die Tiere quälen, belassen es selten dabei
  5. Serial Killers Have Under-Developed Brains, Says New Study
  6. Wenn Kinder Tiere quälen – so sollten Eltern reagieren

Zum laufenden Strafverfahren können keine weiteren Auskünfte gegeben werden.

Adresse für Rückfragen:

Wild beim Wild
Email: info@wildbeimwild.com

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