Stoppt das Fuchs- und Dachsmassaker in Laax / GR

Zustände wie im tiefsten Mittelalter in Graubünden! Um die erbarmungslose Verfolgung eines unseres interessantesten Beutegreifers zu rechtfertigen, behauptet man kurzerhand, die Fuchs- und Dachsjagd auf der Niederjagd sei notwendig, weil deren Bestände ansonsten überhandnähmen – eine längst überholte Ansicht!

Grundsätzlich produzieren wenig bejagte Fuchspopulationen auch weniger Nachkommen. Menschen produzieren immer auch Konflikte mit Wildtieren, die den gleichen Lebensraum teilen. Der Mensch verursacht, insbesondere in diesen Skigebieten, extrem mehr an Schäden im Lebensraum.

Gewalt beginnt, wo Wissen endet

Laax zeigt die Mentalität der Bündner – unchristlich mit brachialer und letaler Gewalt auf die Schwächeren und Schutzbefohlenen einschlagen. Aus diesem Grund beherbergt dieser Kanton die unrühmlichsten Jagdveranstaltungen der Schweiz.

Adrian Arquint, Vorsteher Amt für Jagd und Fischerei, verkörpert diesen Grundsatz und Mentalität zum Beispiel mit dem Abschuss von unschuldigen Jungwölfen ebenfalls (Wild beim Wild informierte).

Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein “vernünftiger Grund” für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse und Dachse handelt es sich jedoch meist lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Für diese Wildtiere gibt es keine rechtliche Abschussplanung. Die Tiere dienen den Hobby-Jägern als lebendige Zielscheibe, denn es besteht weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht ein Grund für die massenhafte Bejagung gesunder Beutegreifer.

Demnach ist jede Fuchs- oder Dachsjagd mit dämlich grinsenden Hobby-Jägern auf Selfies ein klarer Verstoss gegen das Tierschutzgesetz, weil es am vernünftigen Grund mangelt. Die Fuchs- und Dachsjagd in Graubünden ist somit organisierte Tierquälerei, für die der Gemeindevorstand Laax jetzt auch noch eine Kopfprämie von 40.– Franken bezahlt.

Wildtiere haben auch Gefühle und Emotionen. Sie können leiden, trauern und Freude empfinden. Sie leben wie wir Menschen in Familienverbänden und Sozialstrukturen, welche Hobby-Jäger meist zum Spass terrorisieren und schänden.

Ganze 6 Monate pro Jagdsaison wird den Füchsen in Graubünden nachgestellt – beim Dachs sind es 4 1/2 Monate. Diese widersinnigen Störungen und Lärmemissionen der Hobby-Jäger im Lebensraum stören immer auch die gesamten Wildtierpopulationen und Einwohner.

Auch Dachse sind für Menschen harmlos und weder für die Land- und Forstwirtschaft noch für Wild- und Haustiere eine Gefahr. Dachse greifen keine Katzen an und sind hauptsächlich nachts unterwegs. Müssen sie sich gegen Hunde verteidigen, verliert in der Regel der Hund. Den Winter bzw. bei tiefen Temperaturen verbringen Dachse überwiegend schlafend – sie halten eine Winterruhe. Im Kanton Graubünden sind sie aber ab 1.9 bis 15. Januar jagdbar – was eine Tierquälerei sondergleichen ist. Dachse übertragen auch keine Krankheiten, die von den Hobby-Jägern immer als Scheinargumente ins Spiel gebracht werden.

Wissenschaft versus Jägerlatein

Es gibt seit mehr als 30 Jahren mindestens 18 wildbiologische Studien, die beweisen: Die Fuchsjagd reguliert nicht und taugt auch zur Seuchenbekämpfung nichts. Im Gegenteil!

Wissenschaftliche Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass selbst bei einem Abschuss von drei Vierteln eines Bestands im nächsten Jahr wieder die gleiche Zahl an Füchsen da sind. Je stärker sie bejagt werden, desto mehr Nachwuchs gibt es – eine wie auch immer geartete „Regulation“ von diesen Beständen ist weder nötig, noch ist sie mit jägerischen Mitteln überhaupt möglich.

Fuchsbestände werden über ein komplexes Sozialsystem reguliert. Füchse leben in Familienverbänden, in denen nur die ranghöchste Füchsin Nachwuchs bekommt (wie bei den Wildschweinen die Leitbache). Geburtenbeschränkung statt Massenelend kommentierte der Biologe Erik Zimen dieses Phänomen. Greift der Mensch jedoch mit Falle und Flinte in die Fuchspopulation ein, werden diese Familiengemeinschaften zerstört. Infolge dessen sind nahezu alle Füchsinnen paarungsbereit, zudem steigt die Zahl der Welpen pro Wurf stark an.

“Auch ohne Jagd habe es nicht plötzlich zu viele Füchse, Hasen oder Vögel. Die Erfahrung zeige, die Natur könne man sich selber überlassen. Rein pragmatisch gesehen ist die Niederjagd nicht notwendig.”

Heinrich Haller, Ex-Nationalparkdirektor Graubünden und Wildbiologe

Viele Fallbeispiele wie Nationalpärke, Luxemburg oder zum Beispiel der Kanton Genf haben aufgezeigt, dass es keinerlei stichhaltige Argumente für diese Massaker gibt. Frei werdender Lebensraum wird von diesen Tieren umgehend wieder besetzt. Wissenschaftlich gut belegt ist, dass der Fuchsbestand sich weitestgehend unabhängig von jagdlichen Beeinflussungsversuchen entwickelt, weil die Bejagung im Gegenteil die Fortpflanzungsraten erst in die Höhe schnellen lässt.

Immer wieder kommt es bei diesen Jagden auch zu fatalen Verwechslungen und die Bündner Hobby-Jäger meucheln geschützte Tierarten wie Goldschakale oder Wölfe.

Da loben wir uns den Kanton Genf mit einem professionellen Wildtiermanagement ohne Hobby-Jäger, aber mit integren Wildhütern. Am Genfersee gibt es Rebberge und andere Kulturen, wie in der Restschweiz auch. Offenbar haben sie dort aber menschliche und ethischer Ansätze im Umgang mit Wildtieren und intelligente Massnahmen um Kulturen zu schützen. Es werden in Genf keine Füchse, Marder oder Dachse reguliert, nur weil Jagdzeit ist. Dies zeigt sich auch in der eidgenössischen Jagdstatistik. Dafür finden Vergrämungsmassnahmen und sinnvolle Aufklärung und Hilfestellungen in der Bevölkerung mit den Wildhütern statt. Sicherheit, Tierschutz und Ethik sind die Devise.

Publikation vom 25.10.2019 im Amtsblatt von Laax / GR

FUCHS- UND DACHSPRÄMIEN

Gemäss Beschluss des Gemeindevorstandes Laax wird eine Prämie von Fr. 40.– für jeden Fuchs und jeden Dachs bezahlt, welche während der nächsten Niederjagd von den einheimischen Jägern auf dem Gemeindegebiet von Laax erlegt werden.

Um dieses Guthaben geltend zu machen, müssen die Füchse und Dachse neuerdings von Herrn Peter Truog, Natel 076 307 71 11, begutachtet werden. Bitte setzen Sie sich direkt mit ihm in Verbindung.

Die Prämien werden ab 9. März 2020 von der Gemeindekanzlei Laax aufgrund der gemeldeten Kontrollen von Herr Peter Truog ausbezahlt.

Laax, 25.10.2019

Kann es die aufgeklärte Bürgerin und der verantwortungsvolle Bürger mit seinem Gewissen noch vereinbaren, derartige Feriendestinationen in der Schweiz zu unterstützen, die sich einen Deut um Ethik, Wissenschaft oder Tierschutz kümmern?

Schluss mit der Tierquälerei und Steuergeldverschwendung im Kanton Graubünden.

Die Fuchsjagd ist ökologisch, ökonomisch und epidemiologisch sinnlos – ja sogar kontraproduktiv! – und muss daher im Sinne von Mensch, Natur und Tierwelt sowie aus der Sicht von Ethik, Moral und Tierschutz verboten werden. Mit blindem Aktionismus und Gewalt ist niemandem geholfen.

Nahrungsaufnahme der Wildtiere im gemeinsamen Lebensraum sind keine Schäden, sondern ein natürlicher Prozess zum Überleben dieser Lebewesen. Hier sind Toleranz und Fairness gefragt. Wir Menschen verbauen und zerstören den Lebensraum der Wildtiere auf allen Ebenen um ein Vielfaches mehr. Wildtiere haben genauso eine Daseinsberechtigung wie Menschen. Diese respektlosen Tötungsaktionen und Kopfgeldprämien stehen in keinem Verhältnis zu einem gesunden und herzensbildenden Gerechtigkeitssinn. Gegen Hagel und Vogelfrass schützt man sich zum Beispiel auch mit Netzen oder Vergrämung.

Wir fordern mit dieser direkten Eingabe der Petition an eine offizielle Stelle das Töten dieser wunderbaren Geschöpfe schnellstmöglich zu untersagen und im Amtsblatt die Kopfgeldprämie zu widerrufen.

  • Gemeindebehörde Laax: Link
  • Adrian Arquint, Amt für Jagd und Fischerei: Link

Ihr könnt den Verantwortlichen auch telefonisch eure Meinung kundtun:

  • Peter Truog, Hobby-Jäger, +41 76 307 71 11
  • Franz Gschwend, Gemeindepräsident, +41 79 432 32 06
  • Christian Capaul, Gemeindevorstand, +41 79 658 96 41
  • Beat Camathias, Gemeindevorstand, +41 79 337 84 76
  • Marita Buchli, Gemeindevorstand, +41 79 324 94 55
  • Ralf Seelig, Vizepräsident, +41 79 401 44 73
  • Rest Giacun Coray, Gemeindeschreiber, +41 81 921 51 51
  • Adrian Arquint, Amt Jagd und Fischerei, +41 81 257 38 91

Ergänzend dazu fordern wir:

  • Die Anerkennung wissenschaftlicher Studien und Expertenmeinungen (nicht aus dem Hobby-Jäger-Milieu), welche die Notwendigkeit der Bejagung infrage stellen bzw. widerlegen.
  • Keine Verbreitung von sektiererischen bzw. widerlegten Jägerlügen, wie die angebliche Notwendigkeit der Regulation von Fuchsbeständen, sowie die Panikmache vor Tollwut, Fuchsbandwurm und Räude, oder der Fuchs sei schuld am Rückgang des Niederwilds usw.
  • Das Töten von Tieren im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung hat nichts im 21. Jahrhundert zu suchen und sollte auch strafrechtlich geahndet werden.

Begründung:

In Graubünden wurden in der Jagdsaison 2017 3’412 Füchse auf nicht wissenschaftlicher Basis oder wildbiologischem Fachwissen von militanten Hobby-Jägern getötet. Im Jahr 1984 waren es erst 950. Zahlenmässig bilden sie die grösste Gruppe an gemeuchelten Beutegreifern. Beim Dachs sind es 47 Exemplare 1984 und nun 247.

Es bleibt die Frage, warum argumentieren Hobby-Jäger damit, dass sie durch die Bejagung des Fuchses zum Beispiel die Hasenpopulation schützen wollen, der auf der roten Liste fungierenden Feldhase aber von denselben immer auch noch bejagt wird? Auch die Scheinargumente der angeblichen Bekämpfung der Tollwut, des Fuchsbandwurms oder der Räude durch die gnadenlose Bejagung sind längst wissenschaftlich widerlegt. Die Räude ist viel seltener als vermutet und Füchse mit guter Konstitution können die Räude ausheilen. Diese Fuchsbestände sind dann resistent gegen Neuinfektionen. Ausserdem stellt Räude bei Füchsen keine Gefahr für Menschen oder Haustiere dar.

Das Abschlachten der Füchse, das von den Hobby-Jägern also u.a. mit oben angeführtem Argument immer als „alternativlos“ dargestellt wird, dient in Wirklichkeit nur der Befriedigung eines niederen, primitiven und egoistischen Instinktes.

“Wir haben beobachtet, dass Fuchsmütter dort, wo man die Tiere jagt, mehr Junge zur Welt bringen. Man könne zwar mit einem Abschuss punktuell eine Entlastung schaffen, doch in Kürze werden die freien Reviere wieder eingenommen. Die Natur reguliert das selbst.”

Wildhüter Fabian Kern

Auch die angebliche Gefährdung der Wiesenvögel, also der Bodenbrüter, kann ins Reich der Jägermärchen verwiesen werden, gibt es doch Forschungsarbeiten, die den Einfluss auf die Vogelpopulationen als unbedeutend einstufen. Das ist umso nachvollziehbarer, wenn man sich die Hauptnahrung der Füchse vergegenwärtigt: Mäuse und Regenwürmer. Füchse sind ausgesprochene Nützlinge für die Landwirtschaft. Und dass Füchse ausgesprochene Forstnützlinge sind und den Menschen durch das eifrige Vertilgen von Mäusen (die als Hauptüberträger etwa für die Lyme-Borreliose gelten) auch vor Krankheiten schützen, ist dagegen nur wenigen Menschen bekannt. Wer Angst vor Krankheiten wie der Lyme-Borreliose oder dem sogenannten Fuchsbandwurm hat, sollte sich mit aller Deutlichkeit gegen die Jagd aussprechen.

“Würden nicht so viele Füchse getötet, müssten die Bauern in Graubünden auch nicht so viel Gift auf den Feldern gegen die Mäuseplagen ausbringen – was wiederum das ganze Ökosystem belastet.”

IG Wild beim Wild

Untersuchungen in verschiedenen Ländern und zu verschiedenen Zeitpunkten haben zudem den Einfluss des Rotfuchses nicht nur auf die Rehpopulation belegt: Für das Berner Mittelland wird geschätzt, dass ein Fuchs in den Monaten von Mai bis Juli durchschnittlich elf Kitze erbeuten kann. Damit wird auch der Wildverbiss reduziert.

In der Schweiz schiessen Hobby-Jäger aber jedes Jahr rund 20’000 gesunde Füchse für die Mülltonne bzw. Verbrennung. Genau die Anzahl, damit die Risikogruppe Hobby-Jäger später ihr sektiererisches Jägerlatein als unabdingbare Regulatoren verbreiten können. Der unsinnige Kadaverberg auf Kosten der Steuerzahler muss beendet werden. Die Hobby-Jägerschaft verursacht mehr Probleme, als sie angeblich löst. Dieses widersinnige Gebaren hilft auch den Schutzwäldern nichts. Dafür werden in Graubünden Sonderjagden und Tierexperimente jenseits von Gut und Böse entwickelt, weil den Hobby-Jägern das Ganze längst über den Kopf gewachsen ist (Hobby-Jäger in Graubünden haben versagt).

In Anbetracht dessen, stellt sich natürlich auch die Frage, was lernen Hobby-Jäger eigentlich während ihrer Ausbildung, ausser Jägerlatein?

  • Broschüren über Füchse: Link
  • Wissenschaftliche Literatur: Studien Rotfuchs
  • Jäger verbreiten Krankheiten: Studie
  • Jagd fördert Krankheiten: Studie
  • Hobby-Jäger in der Kriminalität: Die Liste
  • Verbot der sinnlosen Fuchsjagd ist überfällig: Artikel
  • Luxemburg verlängert Fuchsjagdverbot: Artikel
  • Niederjagd: Artikel
  • Vergrämung von Wildtieren: Artikel

Insbesondere bei den Hobby-Jägern ist es überaus elementar, dass man ganz genau hinschaut. Nirgendwo wird so viel mit Unwahrheiten, Jägerlatein und Fake-News manipuliert. Gewalt und Lügen gehören zur gleichen Münze!

Interessen-Gemeinschaft

Wild beim Wild


Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates und nicht an Hobby-Jäger-Banden delegiert.