Stoppt das Fuchs- und Dachsmassaker im Kanton Zürich

Um die erbarmungslose Verfolgung eines unseres interessantesten Beutegreifers zu rechtfertigen, behauptet man kurzerhand, die Fuchs- und Dachsjagd auf der Niederjagd sei notwendig, weil deren Bestände ansonsten überhandnähmen – eine längst überholte Ansicht!

Grundsätzlich produzieren wenig bejagte Fuchspopulationen auch weniger Nachkommen. Menschen produzieren immer auch Konflikte mit Wildtieren, die den gleichen Lebensraum teilen. Der Mensch verursacht, insbesondere im Lebensraum der Wildtiere extrem mehr Schäden als die paar Trauben an denen sich ein Dachs genüsslich tut.

Nun beginnen immer mehr Gemeinden im Kanton Zürich den Lebensraum der Wildtiere auch nachts zu stören, indem sie die Jagd auf Fuchs und Dachs mit Sondergenehmigungen erlauben.

Kürzlich neu ausgestellt haben die Genehmigung für die Nachtjagd für Hobby-Jäger neben Stäfa und Zollikon auch Hombrechtikon und Horgen. In einigen Gemeinden, wie Küsnacht, Erlenbach und Oetwil, wurde die Genehmigung bereits mit Beginn der aktuellen Pachtperiode im 2017 ausgestellt.

Jägerei im Kanton Zürich

Urs Philipp ist der umstrittene Abteilungsleiter Fischerei und Jagd beim Kanton Zürich. Er offenbart immer wieder seine Mentalität – unchristlich mit brachialer und letaler Gewalt auf die Schwächeren und Schutzbefohlenen einzuschlagen – abseits jeglichem wissenschaftlichen oder wildbiologischem Wissens – oder sich über Recht und Ordnung hinwegsetzen.

Urs Philipp wurde landesweit bekannt, wegen seines unrühmlichen Fehlschusses auf eine Wildsau während der Schonzeit. Unlängst wurde ausserdem bekannt, dass in seinem Büro die Fischfangstatistiken der Zürcher Seen und des Linthkanals des Jahres 2017 im Altpapier entsorgt wurden. Die Transparenz lässt grüssen.

In seiner Funktion als Abteilungsleiter ist Urs Philipp Mitglied der kantonalen Jagdkommission sowie der Betriebskommission der Jagdschiessanlage Embrach, gegen die kürzlich erneut eine Strafanzeige eingereicht wurde (Die IG Wild beim Wild informierte).

Urs Philipp verbreitet in den Medien notorisch unwahre Behauptung, wie zum Beispiel im Landboten vom 6.10.2017 wo er für seine militanten Zwecke sogar den Tierschutz Zürich einspannte, obwohl gar keine Absprache getroffen wurde. Der Züricher Tierschutz ist gegen das Wildschweingatter in Elgg.

Der Zürcher Tierschutz lehnt die Anlage ab, weil es 1. Stress und Verletzungsgefahr für Wildschweine und Hunde bedeutet, und 2. weil der Tierschutz grundsätzlich den Ansatz solcher Anlagen falsch findet: Der Tierschutz ist überzeugt, dass Bewegungs-/Treibjagden durch die vielen Fehlschüsse deutlich mehr Tierleid verursachen als gezielte Abschüsse durch Ansitzjagd, 3. solche Anlagen im nahen Ausland zur Verfügung stehen.

In einem Schreiben an alle Gemeinden im Kanton bezüglich der Nachtjagd auf Füchse und Dachse behauptet Urs Philipp, dass Füchse die Tollwut übertragen, obwohl die schweizerische Tollwutzentrale mahnt, dass eine jägerische Reduktion von Fuchspopulationen nicht möglich und die Jagd zur Tollwutbekämpfung sogar kontratproduktiv ist. Wie wir heute wissen, konnten erst tierfreundliche Impfköder die terrestische Tollwut besiegen – sie gilt in der Schweiz seit 1998 und in weiten Teilen Europas als ausgerottet! Auch der Fuchsbandwurm breitete sich laut einer Studie im intensiv bejagten Gebiet aus, anstatt bekämpft zu werden. Wie andere Studien eindrucksvoll gezeigt haben, können Entwurmungsköder die Befallsrate von Füchsen mit dem Fuchsbandwurm effektiv auf nahezu Null Prozent senken. Wer Angst vor Krankheiten wie der Lyme-Borreliose oder dem sogenannten Fuchsbandwurm hat, sollte sich daher mit aller Deutlichkeit gegen die Hobby-Jägerei aussprechen. Es kommen weit mehr Menschen bei Jagdunfällen zu Schaden.

Urs Philipp hat in den letzten Jahren viel Zeit und Energie (Steuergelder) ver(sch)wendet, den Kanton Zürich zum Sodom und Gomorra für Hobby-Jägerinnen und Jäger aus nah und fern zu machen. Neu tummeln sich nun auch noch Freiburger Hobby-Jäger im Kanton zum feucht-fröhlichen und freizeitlichen Wildtiermeucheln. Mit Hege und Plege oder Jagd hat das schon lange nichts mehr zu tun, was im Kanton Zürich abgeht.

Urs Philipp lässt je länger, desto mehr eigentlich nicht jagdbare Rothirsche und Gämsen in bestandesregulierendem Ausmass abknallen, mit dem Argument der präventiven Schadensbegrenzung. Er veröffentlicht keine Verfügungen zu diesem Gams- und Rotwildabschuss mehr.

Urs Philipp führt herzlich wenige Statistiken, wie zum Beispiel die Anzahl Fehlschüsse usw. Nachsuchen sind nicht einmal meldepflichtig. Obwohl: Über alle Kantone und mehrere Jahre gesehen, machen beim Reh und Fuchs die Funde von Fallwild mit Schussverletzungen im Kanton Zürich konstant den grössten Anteil der Funde aus, laut dem Schweizerischen Tierschutz.

Trotz des Oeffentlichkeitsgesetz bleibt Urs Pilipp immer wieder nachweisbare Antworten, Fakten, Belege usw. zu seinen Behauptungen schuldig.

“Jagd schützt. Jagd nützt. Wem genau? In der Privatwirtschaft wäre der Hobby-Jäger Urs Philipp vermutlich längst entlassen worden! Wer sinnlos tötet, schützt nicht und der zivilisierten Gesellschaft nützt es nichts.

IG Wild beim Wild

Gewalt beginnt, wo Wissen endet

Während diese Jagdverwaltung des Kantons Zürich jetzt auch noch die Fuchsjagd bei Nacht mit künstlichem Licht im ganzen Kantonsgebiet freigegeben hat, obliegt die Bewilligung der Nachtjagd auf Dachse noch den Gemeinden.

Der Jagdaufseher im Revier Adliswil, Kilchberg und Rüschlikon, sagte zudem kürzlich in den Medien:

Wenn ein Jäger etwa in der Dämmerung auf Rehböcke ansitze – also auf einem Posten wartet – und ein Dachs komme, werde auch dieser geschossen.

Ulrich von Rickenbach

Dies zeigt das respektlose und abscheuliche Gedankengut der Hobby-Jäger. Wo immer sich eine Gelegenheit gibt, wird kaltblütig gemeuchelt.

Immer wieder werden aus dem Hobby-Jäger-Milieu Dinge behauptet, die bei einer genauen Analyse ihren Ursprung in der Jagdliteratur und derartigen unwissenschaftlichen Quellen haben. Das liegt vor allem an der häufig unzulänglichen Ausbildung in den Kursen zur Jägerprüfung, die überwiegend von teils Fanatikern mit einem sektenartigem Gedankengut durchgeführt werden und keinen regulären Qualifikationsnachweis brauchen. Nach der Ausbildung bewegt sich der Hobby-Jäger nur noch im Echoraum der Jagdpresse, die ihre schiefen und oft auch falschen Darstellungen stetig wiederholt.

In den Jagdvereinen bestätigt man sich dann gegenseitig in seiner Sicht der Dinge. Auf diese Weise ist eine abgeschottete und militante Gruppierung entstanden, die für neue Informationen kaum zugänglich ist. Das Fatale dabei ist, dass Lokalpresse und Politik immer noch glauben, unter dem Jägerhut stehe Sachwissen bereit und bei allen Naturthemen gerne den örtlichen Hobby-Jäger befragen. So kontaminieren die Hobby-Jäger dann auch noch den öffentlichen Raum.

Da loben wir uns den Kanton Genf mit einem professionellen Wildtiermanagement ohne Hobby-Jäger, aber mit integren Wildhütern. Am Genfersee gibt es Rebberge und andere Kulturen, wie in der Restschweiz auch. Offenbar haben sie dort aber menschliche und ethischer Ansätze im Umgang mit Wildtieren und intelligente Massnahmen, um Kulturen zu schützen. Es werden in Genf keine Füchse, Marder oder Dachse reguliert, nur weil Jagdzeit ist. Dies zeigt sich auch in der eidgenössischen Jagdstatistik. Dafür finden praktische Vergrämungsmassnahmen und sinnvolle Aufklärung und Hilfestellungen sowie Weiterbildung in der Bevölkerung mit den Wildhütern statt. Sicherheit, Tierschutz und Ethik sind die Devise.

Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein “vernünftiger Grund” für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse und Dachse handelt es sich jedoch meist lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Für diese Wildtiere gibt es keine rechtliche Abschussplanung. Die Tiere dienen den Hobby-Jägern als lebendige Zielscheibe, denn es besteht weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht ein Grund für die massenhafte Bejagung gesunder Beutegreifer.

Demnach ist jede Fuchs- oder Dachsjagd ein klarer Verstoss gegen das Tierschutzgesetz, weil es am vernünftigen Grund mangelt. Die Fuchs- und Dachsjagd ist somit auch im Kanton Zürich hauptsächlich organisierte Tierquälerei.

Wildtiere haben auch Gefühle und Emotionen. Sie können leiden, trauern und Freude empfinden. Sie leben wie wir Menschen in Familienverbänden und Sozialstrukturen, welche Hobby-Jäger meist zum Spass terrorisieren und schänden.

Ganze 8 Monate wird den Füchsen im Kanton Zürich nachgestellt – beim Dachs sind es über 6 Monate, laut der eidgenössischen Jagdstatistik. Bei dem Stress muss man sich nicht fragen, weshalb diese Tiere krank werden. In ganz Europa liegt das Epizentrum Fuchsbandwurm-Meldungen in der Schweiz, genau in dem Gebiet der Schweiz, wo jagdaffine Hobby-Jäger, wie Urs Philipp, sich bei den kantonalen Behörden eingenistet haben. Diese widersinnigen Störungen und Lärmemissionen auf der Nachtjagd der Hobby-Jäger im Lebensraum stören immer auch die gesamten Wildtierpopulationen und Einwohner.

Meister Grimbart – wie der Dachs in der Fabel genannt wird – ist nicht häufig zu beobachten: Das grösste Tier der Marderfamilie ist scheu und nur nachts aktiv. Den Tag verbringen Dachse hauptsächlich im Dachsbau, der meist am Siedlungsrand liegt und oft über Generationen weiter benutzt wird. Auch Dachse sind für Menschen harmlos und weder für die Land- und Forstwirtschaft noch für Wild- und Haustiere eine Gefahr. Dachse greifen keine Katzen an und sind hauptsächlich nachts unterwegs. Müssen sie sich gegen Hunde verteidigen, verliert in der Regel der Hund. Den Winter bzw. bei tiefen Temperaturen verbringen Dachse überwiegend schlafend – sie halten eine Winterruhe. Der Kanton Zürich gewährt dem Dachs auf Kantonsebene nicht einmal eine Schonzeit und ist vom 16.6. – 15.1. jagdbar – was eine Tierquälerei sondergleichen ist. Dachse übertragen auch keine Krankheiten, die von den Hobby-Jägern immer als Scheinargumente ins Spiel gebracht werden.

Wissenschaft versus Jägerlatein

Es gibt seit mehr als 30 Jahren mindestens 18 wildbiologische Studien, die beweisen: Die Fuchsjagd reguliert nicht und taugt auch zur Seuchenbekämpfung nichts. Im Gegenteil!

Wissenschaftliche Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass selbst bei einem Abschuss von drei Vierteln eines Bestands im nächsten Jahr wieder die gleiche Zahl an Füchsen da sind. Je stärker sie bejagt werden, desto mehr Nachwuchs gibt es – eine wie auch immer geartete „Regulation“ von diesen Beständen ist weder nötig, noch ist sie mit jägerischen Mitteln überhaupt möglich.

Fuchsbestände werden über ein komplexes Sozialsystem reguliert. Füchse leben in Familienverbänden, in denen nur die ranghöchste Füchsin Nachwuchs bekommt (wie bei den Wildschweinen die Leitbache). Geburtenbeschränkung statt Massenelend kommentierte der Biologe Erik Zimen dieses Phänomen. Greift der Mensch jedoch mit Falle und Flinte in die Fuchspopulation ein, werden diese Familiengemeinschaften zerstört. Infolge dessen sind nahezu alle Füchsinnen paarungsbereit, zudem steigt die Zahl der Welpen pro Wurf stark an.

“Auch ohne Jagd habe es nicht plötzlich zu viele Füchse, Hasen oder Vögel. Die Erfahrung zeige, die Natur könne man sich selber überlassen. Rein pragmatisch gesehen ist die Niederjagd nicht notwendig.”

Heinrich Haller, Ex-Nationalparkdirektor Graubünden und Wildbiologe

Viele Fallbeispiele wie Nationalpärke, Luxemburg oder zum Beispiel der Kanton Genf haben aufgezeigt, dass es keinerlei stichhaltige Argumente für diese Massaker gibt. Frei werdender Lebensraum wird von diesen Tieren umgehend wieder besetzt. Wissenschaftlich gut belegt ist, dass der Fuchsbestand sich weitestgehend unabhängig von jagdlichen Beeinflussungsversuchen entwickelt, weil die Bejagung im Gegenteil die Fortpflanzungsraten erst in die Höhe schnellen lässt.

Immer wieder kommt es bei diesen Jagden auch zu fatalen Verwechslungen und Hobby-Jäger meucheln geschützte Tierarten wie Goldschakale oder Wölfe.

Kann es die aufgeklärte Steuerzahlerin und der verantwortungsvolle Steuerzahler mit seinem Gewissen noch vereinbaren, derartige Funktionäre im Kanton zu unterstützen, die sich einen Deut um Ethik, Wissenschaft oder Tierschutz kümmern und die Bevölkerung belügen und in Gefahr bringen?

Schluss mit der Tierquälerei und Steuergeldverschwendung im Kanton Zürich.

Die Fuchsjagd ist ökologisch, ökonomisch und epidemiologisch sinnlos – ja sogar kontraproduktiv! – und muss daher im Sinne von Mensch, Natur und Tierwelt sowie aus der Sicht von Ethik, Moral und Tierschutz verboten werden. Mit blindem Aktionismus und Gewalt ist niemandem geholfen.

Nahrungsaufnahme der Wildtiere im gemeinsamen Lebensraum sind keine Schäden, sondern ein natürlicher Prozess zum Überleben dieser Lebewesen. Hier sind Toleranz und Fairness gefragt. Wir Menschen verbauen und zerstören den Lebensraum der Wildtiere auf allen Ebenen um ein Vielfaches mehr. Wildtiere haben genauso eine Daseinsberechtigung wie Menschen. Diese respektlosen Tötungsaktionen und Kopfgeldprämien stehen in keinem Verhältnis zu einem gesunden und herzensbildenden Gerechtigkeitssinn. Gegen Hagel und Vogelfrass schützt man sich zum Beispiel auch mit Netzen oder Vergrämung.

Wir fordern mit dieser direkten Eingabe der Petition an eine offizielle Stelle das Töten dieser wunderbaren Geschöpfe schnellstmöglich zu untersagen und im Amtsblatt zu publizieren.

Die Protest-E-Mail’s gingen an den Gemeindevorstand Zollikon, Erlenbach, Oetwil, Küsnacht, Horgen, Hombrechtikon, Zollikon, Stäfa und Büro für Jagd und Fischerei in Zürich.

Ihr könnt den Verantwortlichen auch telefonisch eure Meinung kundtun:

  • Gemeindekanzlei Zollikon, +41 44 395 31 11
  • Gemeindekanzlei Oetwil, +41 44 929 60 11
  • Gemeindekanzlei Erlenbach, + 41 44 913 88 00
  • Gemeindekanzlei Küsnacht, +41 44 913 11 31
  • Gemeindekanzlei Horgen, +41 44 728 42 81
  • Gemeindekanzlei Hombrechtikon, +41 55 254 92 92
  • Gemeindekanzlei Stäfa, + 41 44 928 71 11
  • Urs Philipp, Büro Jagd und Fischerei, +41 43 257 97 50

Ergänzend dazu fordern wir:

  • Die Anerkennung wissenschaftlicher Studien und Expertenmeinungen (nicht aus dem Hobby-Jäger-Milieu), welche die Notwendigkeit der Bejagung infrage stellen bzw. widerlegen.
  • Keine Verbreitung von sektiererischen bzw. widerlegten Jägerlügen, wie die angebliche Notwendigkeit der Regulation von Fuchsbeständen, sowie die Panikmache vor Tollwut, Fuchsbandwurm und Räude, oder der Fuchs sei schuld am Rückgang des Niederwilds usw.
  • Das Töten von Tieren im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung hat nichts im 21. Jahrhundert zu suchen und sollte auch strafrechtlich geahndet werden.

Begründung:

Im Kanton Zürich wurden in der Jagdsaison 2018 meist gesunde 2’463 Füchse und 292 Dachse auf nicht wissenschaftlicher Basis oder wildbiologischem Fachwissen von militanten Hobby-Jägern getötet.

Die Scheinargumente der angeblichen Bekämpfung der Tollwut, des Fuchsbandwurms oder der Räude durch die gnadenlose Bejagung sind wissenschaftlich widerlegt. Die Räude ist viel seltener als vermutet und Füchse mit guter Konstitution können die Räude ausheilen. Diese Fuchsbestände sind dann resistent gegen Neuinfektionen. Ausserdem stellt Räude bei Füchsen keine Gefahr für Menschen oder Haustiere dar.

Das Abschlachten der Füchse, das von den Hobby-Jägern also u. a. mit oben angeführtem Argument immer als „alternativlos“ dargestellt wird, dient in Wirklichkeit nur der Befriedigung eines niederen, primitiven und egoistischen Instinktes.

“Wir haben beobachtet, dass Fuchsmütter dort, wo man die Tiere jagt, mehr Junge zur Welt bringen. Man könne zwar mit einem Abschuss punktuell eine Entlastung schaffen, doch in Kürze werden die freien Reviere wieder eingenommen. Die Natur reguliert das selbst.”

 Wildhüter Fabian Kern

Auch die angebliche Gefährdung der Wiesenvögel, also der Bodenbrüter, kann ins Reich der Jägermärchen verwiesen werden, gibt es doch Forschungsarbeiten, die den Einfluss auf die Vogelpopulationen als unbedeutend einstufen. Das ist umso nachvollziehbarer, wenn man sich die Hauptnahrung der Füchse vergegenwärtigt: Mäuse und Regenwürmer. Füchse sind ausgesprochene Nützlinge für die Landwirtschaft. Und dass Füchse ausgesprochene Forstnützlinge sind und den Menschen durch das eifrige Vertilgen von Mäusen (die als Hauptüberträger etwa für die Lyme-Borreliose gelten) auch vor Krankheiten schützen, ist dagegen nur wenigen Menschen bekannt.

“Würden nicht so viele Füchse getötet, müssten die Bauern auch nicht so viel Gift auf den Feldern gegen die Mäuseplagen ausbringen – was wiederum das ganze Ökosystem belastet.”

IG Wild beim Wild

Untersuchungen in verschiedenen Ländern und zu verschiedenen Zeitpunkten haben zudem den Einfluss des Rotfuchses nicht nur auf die Rehpopulation belegt: Für das Berner Mittelland wird geschätzt, dass ein Fuchs in den Monaten von Mai bis Juli durchschnittlich elf Kitze erbeuten kann. Damit wird auch der Wildverbiss reduziert.

In der Schweiz schiessen Hobby-Jäger aber jedes Jahr rund 20’000 gesunde Füchse für die Mülltonne bzw. Verbrennung. Genau die Anzahl, damit die Risikogruppe Hobby-Jäger später ihr sektiererisches Jägerlatein als unabdingbare Regulatoren verbreiten können. Der unsinnige Kadaverberg auf Kosten der Steuerzahler muss beendet werden. Die Hobby-Jägerschaft verursacht mehr Probleme, als sie angeblich löst. Dieses widersinnige Gebaren hilft auch den Wäldern nichts.

In Anbetracht dessen, stellt sich natürlich auch die Frage, was lernen Hobby-Jäger eigentlich während ihrer Ausbildung, ausser Jägerlatein?

  • Broschüren über Füchse: Link
  • Wissenschaftliche Literatur: Studien Rotfuchs
  • Jäger verbreiten Krankheiten: Studie
  • Jagd fördert Krankheiten: Studie
  • Hobby-Jäger in der Kriminalität: Die Liste
  • Verbot der sinnlosen Fuchsjagd ist überfällig: Artikel
  • Luxemburg verlängert Fuchsjagdverbot: Artikel
  • Niederjagd: Artikel
  • Vergrämung von Wildtieren: Artikel

Insbesondere bei den Hobby-Jägern ist es überaus elementar, dass man ganz genau hinschaut. Nirgendwo wird so viel mit Unwahrheiten, Jägerlatein und Fake-News manipuliert. Gewalt und Lügen gehören zur gleichen Münze!

Interessen-Gemeinschaft

Wild beim Wild


Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates und nicht an Hobby-Jäger-Banden delegiert.