Elfenbeinspecht, Gelbstirn-Waldsänger und 21 weitere Arten gelten bei der amerikanischen Abteilung für Fisch und Wildtiere (USFWS) seit dem 29.9.2021 als ausgestorben.

Die Behörde des Innenministeriums in Washington strich die Spezies von der Liste der gefährdeten Arten, nachdem sie jahrzehntelang nicht gesichtet wurden.

Der Elfenbeinspecht soll zuletzt 1944 in den Wäldern von Louisiana beobachtet worden sein, der Gelbstirn-Waldsänger 1988 ebenfalls in dem Südstaat. Wie den übrigen gestrichenen Arten hatten Tierschützer ihnen noch eine geringe Überlebenschance eingeräumt, als sie in den Sechzigerjahren auf die Liste gesetzt wurden.

Weltweit etwa 900 Arten gestrichen

Die Abteilung für Fisch und Wild­tiere nannte Wasserverschmutzung, Rodung und Trophäenjagd als Gründe für das Aussterben. Seit der Unterzeichnung des Gesetzes zum Schutz gefährdeter Arten im Jahr 1973 hatten die Vereinigten Staaten bislang nur elf Spezies für ausgestorben erklärt. Weltweit wurden bislang etwa 900 Arten gestrichen.

Naturschutzorganisationen wie die International Union for Conservation of Nature mit Sitz in der Schweiz warnten derweil vor voreiligen Aussterbemeldungen. Der Elfenbeinspecht, den Washington nun für ausgestorben erklärte, sei nach 1944 beispielsweise noch auf Kuba beobachtet worden.

Tiera Curry, eine leitende Wissenschaftlerin des Center for Biological Diversity, lobte die Regierung von Präsident Joe Biden dafür, dass sie 60 Millionen Dollar mehr für den Schutz gefährdeter Arten beantragt hat.

Das Aussterben ist nicht unvermeidlich. Es ist eine politische Entscheidung. Die Rettung von Arten ist keine Raketenwissenschaft. Als Land müssen wir aufstehen und sagen, dass wir nicht noch mehr Arten durch Aussterben verlieren werden„, sagte Curry.

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