Naturschutz

Tessin wehrt sich gegen Japankäfer

Der Japanische Käfer (Popillia japonica) ist ein auf der japanischen Insel Hokkaidō beheimateter Käfer und wurde 2017 erstmals in der Schweiz, im Südtessin, gefunden. Angesichts der grossen Schäden, die er in der Landwirtschaft und in öffentlichen Grünanlagen verursachen kann, ist dieser Käfer in der Schweiz und in der Europäischen Union als prioritärer Quarantäneorganismus geregelt und unterliegt daher der Kontroll- und Meldepflicht beim kantonalen Pflanzenschutzdienst.

Zu diesem Zweck wurde eine Sensibilisierungskampagne für die Bevölkerung gestartet, in der das Finanz- und Wirtschaftsministerium auffordert, die Anweisungen des Pflanzenschutzdienstes zu befolgen.

Es sind vor allem weisse Haarbüschel auf der Seite und dem letzten Abdominalsegment, die ihn kennnzeichnen, schreibt das Kompetenzzentrum der Schweiz für landwirtschaftliche Forschung Agroscope. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Länge von rund 1 Zentimeter und einer Breite von 0,5 Zentimeter. Die erwachsenen Tiere des japanischen Käfers ähneln denen des gewöhnlichen Gartenkäfers. Der Kopf und der obere Teil des Thorax (Pronotum) sind grün oder metallisch rosa, während die Flügeldecken (Elytren) kupferfarben sind.

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Werden verdächtige Larven oder adulte Tiere gefunden, muss unbedingt der Pflanzenschutzdienst (091 814 35 85 / beetle.jap(at)ti.ch) kontaktiert und die Tiere in einem geschlossenen Gefäss aufbewahrt werden, damit sie identifiziert und die beste Bekämpfungsstrategie festgelegt werden kann. Sie können die Anwesenheit auch über das Online-Formular unter diesem Link melden.

Die Engerlinge der Art ernähren sich bevorzugt von Graswurzeln und Wiesen- und Rasenflächen. Die Käfer selbst fressen Hunderte verschiedene Pflanzen ab, darunter auch Weinreben, Apfelbäume und Rosen.

Zu Beginn des Befalls ist die wirksamste Bekämpfungsmethode das manuelle Fangen der erwachsenen Tiere. Dies sollte in den frühen Morgenstunden oder am Abend geschehen. Wenn die Temperaturen steigen, erhöhen die Insekten ihre Flugaktivität und werden schwieriger zu fangen.

Zur Überwachung der Lage werden derzeit Duftstofffallen aufgestellt. Insektizide gegen den Schädling seien in der Schweiz nicht zugelassen – biologische Bekämpfungsmethoden wirkten aber vielversprechend.

2014 erstmals bei Mailand nachgewiesen

Das Insekt aus der Familie der Blatthornkäfer wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunächst in die USA eingeschleppt, informiert Agroscope. Dort verursache er – anders als in Japan – grosse Schäden. In den 1970er-Jahren wurde der Käfer demnach erstmals in Europa, genauer auf den Azoren festgestellt. Im Jahr 2014 fand man ihn nahe Mailand und drei Jahre später erstmals an der Grenze zur Schweiz. 

Im Sommer 2020 schliesslich wurde laut Agroscope erstmals ein Befallsherd im Mendrisiotto festgestellt. Auch in weiten Teilen des Scottoceneri wurde der Käfer bereits nachgewiesen. Bislang sei es «trotz starker Bemühungen» nicht gelungen, «den Käfer auszurotten», teilt Agroscope mit.

Für weitere Informationen und zur Meldung des Auftretens des japanischen Käfers: www.ti.ch/coleottero-giapponese.

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