Naturschutz

PETA fordert Verbot von Fuchsjagd von NRW Ministerpräsidenten

Fotos statt Flinte: Dem amtierenden Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, macht laut eigenen Angaben in seiner Freizeit das Töten von Tieren bei der Jagd Spass.

Den Jagdschein habe er bereits mit 16 Jahren absolviert. PETA hat den CDU-Politiker am Dienstag in einem Schreiben gebeten, von der Jagd abzusehen und in den kommenden fünf Jahren ein Verbot der Fuchsjagd in NRW auf den Weg zu bringen. Die Grünen haben sich in PETAs Wahlprüfsteinen dafür ausgesprochen, im Koalitionsvertrag wird das Thema jedoch nicht erwähnt. Um die Botschaft zu vermitteln, dass Tiere höchstens mit der Kamera „gejagt“ werden sollten, legte die Tierrechtsorganisation zudem ein T-Shirt mit der Aufschrift „Shoot Selfies, Not Animals – Hunting Sucks“ als Geschenk bei. Die Jagd als „Freizeitbeschäftigung“ ist nicht mit dem Tierschutz vereinbar – die Tierrechtsorganisation fordert daher ein Verbot der Hobbyjagd.

Wir bitten Hendrik Wüst, die Jagd kritisch zu betrachten und künftig vom Töten von Tieren abzusehen. Vor allem braucht NRW eine Novellierung des Landesjagdgesetzes, in dem sinnlose Gräuel wie die Jagd auf Füchse, Dachse und Vögel, die Baujagd oder die Ausbildung von Hunden an lebenden Tieren endlich verboten werden.

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA

PETA weist darauf hin, dass insbesondere für die flächendeckende Tötung bestimmter Tierarten, wie beispielsweise Füchse, Iltisse und viele Vogelarten, kein laut Tierschutzgesetz erforderlicher, „vernünftiger Grund“ vorliegt. Zudem betrachten Hobbyjäger einige Wildtiere als Beutekonkurrenten oder töten die nützlichen Tiere zum Vergnügen. In ihrer heutigen Form beinhaltet die Jagd zahlreiche grausame Praktiken wie beispielsweise die Jagdhundeausbildung am lebenden Tier oder die Baujagd. Bei Drückjagden sterben laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz bis zu 70 % der Wildtiere nicht sofort. Mit zerschossenen Knochen und schweren Wunden verstecken sich die Tiere oft tagelang und sterben einen qualvollen Tod.

Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So müssen dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge die nahezu ausgerotteten Wölfe nicht durch menschliche Hobby-Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

Der Kanton Genf – in dem die Hobbyjagd seit 40 Jahren verboten ist – ist nur ein Beispiel hierfür. Hier reguliert sich die Natur in erster Linie von selbst. Die Folge: eine hohe Artenvielfalt und gesunde, stabile Wildtierpopulationen. Der Biologe Dr. Karl-Heinz Loske sieht in der Jagd lediglich ein überflüssiges Hobby, das der Befriedigung der Jagdlust der Jäger dient. Als er in jungen Jahren einen Jagdschein machte, wurde ihm schnell klar, dass dies nicht viel mit Natur- und Artenschutz gemein hat. Heute ist Dr. Loske ein anerkannter Experte für Landschaftsökologie, für den die Jagd aus ökologischer und moralischer Sicht nicht zu verantworten ist.

Wild beim Wild

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