Naturschutz

Panama führt ein neues Gesetz ein, das der Natur das „Recht auf Existenz“ gewährt

Panama hat in einem bahnbrechenden neuen Gesetz erklärt, dass die Natur ein „Recht auf Existenz“ hat.

Nach einer einjährigen Debatte in der Nationalversammlung des Landes hat Präsident Laurentino Cortizo die neue Regelung letzte Woche unterzeichnet.

Sie gesteht der Natur das „Recht zu, zu existieren, zu überdauern und ihre Lebenszyklen zu regenerieren„. Das bedeutet, dass Panamas Parlament nun die Auswirkungen seiner Gesetze und politischen Massnahmen auf die Natur berücksichtigen muss.

Was bedeutet die neue Gesetzgebung Panamas in der Praxis?

Das Gesetz, das 2023 in Kraft treten wird, verlangt, dass die Regierung bei ihrer künftigen Politik die Rechte der Ökosysteme Panamas, einschliesslich der tropischen Wälder, Flüsse und Mangroven, respektiert. Das Parlament des Landes wird ausserdem gesetzlich verpflichtet sein, die Rechte der Natur durch seine Aussenpolitik zu fördern.

Der Gesetzestext definiert die Natur als „eine einzigartige, unteilbare und sich selbst regulierende Gemeinschaft von Lebewesen, Elementen und Ökosystemen, die miteinander in Beziehung stehen und alle Lebewesen erhalten, enthalten und reproduzieren„.

Welche anderen Länder haben der Natur Rechte verliehen?

Panama schliesst sich nun Ländern wie Kolumbien, Neuseeland, Chile und Mexiko an, die der Natur entweder durch ihre Verfassungen oder das Gerichtssystem rechtlichen Schutz gewährt haben

Im Februar hat auch Italien den Schutz der Umwelt in seine Verfassung aufgenommen. Das italienische Parlament muss sich nun dafür einsetzen, dass die Ökosysteme des Landes für künftige Generationen erhalten bleiben. Das neue Gesetz umfasst auch den Schutz von Tieren.

Auch Bangladeschs Flüsse wurden rechtlich geschützt. Im Jahr 2019 hat der Oberste Gerichtshof die National River Conservation Commission (Nationale Kommission zur Erhaltung der Flüsse) eingesetzt und damit allen Flüssen das Recht auf Leben zugesprochen. Wenn nun jemand einem Fluss Umweltschäden zufügt, können seine menschlichen Rechtsvertreter in seinem Namen klagen.

Andere Länder, die Flüssen einen Rechtsstatus verliehen haben, sind Australien und Indien, wo der Ganges und der Yumana-Fluss unter besonderem Schutz stehen.

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